Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung
- Journal
- Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung
- Volume
- 17 (1897)
- Issue
- Heft 9 (21.3.1897)
- Date
- 1897-03-21
- Page
- Seite 7 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 9. Oesterreich ifch-ungari sehe Cantoren-geitimg. Seite f es wirklich der Nachwelt von größerem Interesse sein, zu wissen, wer die Fenster eingesetzt, oder wer die Bänke oder den Fußböden angestrichen hat, als wer in dem neuen Tempel zum ersten Male das ״Schema JsraM vorgetragen, den ersten Umzug im Tempel mit der Thora gehalten, und überhaupt durch Gesang und Psalmen den neuen Tempel eingeweiht hat. Budapest. Eine Deputation der Czegleder isr. Cultusgemeinde sprach heute im Abgeordnetenhäuse beim Unterrichtsulinistcr Dr/ Julius Wlaffics mit der Bitte vor, der Genieinde Und der durch dieselbe erhaltenen Schule eine staatliche Subvention zü bewilligen. Die Deputation, bestehend aus dem Pabbiner Dr. Joseph F e l d m a n n, dem Vorsteher Jakob Beck und den Herren Dr. Leopold Balogh, Dr. Ladisl. Hi s ch e r und Adolf Ra n s b u r g, war von dem Reichstagsabgeordneten der Stadt.Franz Ko ssuth geführt, der in seiner Ansprache für' die Gewährung des. billigen Ansuchens eintrat und . erwähnte,;.die Gemeinde, könne sich und die Schule nur so erhalten, dass die Gemeindemitglieder an Cultusstener 150 bis 200 Perzent ihrer Staatssteuer zahlen, was wohl im gau- ^zen Lande nirgends vörkomme. Nach den schwungvollen Worten des Rabbiners Dr. Feldmanu gab Minister W lass ics der Deputation die Versicherung, dass er sich vor den "berechtigten Allsprüchen , der Gemeinde nicht verschließen werde. Unter Eljenrufen auf den Minister verließ die Deputation das Ministerzimmer des Abgeordnetenhauses. Szigetpar. In der am 14. d. M. stattgehabten Repräsentantensitzung wurde beschlossen, den. seit 36 Jahren verdienstvoll wirkenden und sehr beliebten H. Cantor, Herrn Leopold W ei l, in Pension zu sehen und gleichzeitig beschlossen, demselben eine Jahrespension von . fl. 500 aus der Gemeindecasw auszufolgen. Besondere Anerkennung verdient der langjährige; sehr geachtete Präses der hiesigen Gemeinde, Herr ,Adolf K a i n e r, Director der Sparcassa, welcher jederzeit ein warmfühlendes Herz für die Gemeindebeamten bekundet hat. Möge es«, auch ihm gegönnt sein, noch viele. Jahre ungetrübt an der'Spitze unserer Gemeinde segensreich wirken zu können. Mako. Unser bisheriger Chordirigent, Herr Armin Papier, ist in Bekes-Gyula mit Äcclamation zum Obercantor gewählt worden. Gleiwih. Unsere Synagoge soll im Laufe des kommenden Frühjahrs vollständig abgeputzt werden. Auch architektonische Umänderungen sollen vorgenommen werden. Verschiedene Mitglieder der hiesigen jüdischen Gemeinde, haben bereits namhafte Beträge geleistet. Berlin, den 7. März. Eine recht erfreuliche Kunde kann der Verbandsvorstand den lieben Kollegen zum Purimfeste übermitteln: Die Pensious- und Relictenkasse für jüdische Lehrer, Religionslehrer rc. wird in Kurzem in Kraft treten können. Die Bemühungen des Verbandsvorstands — in Ausführung der Bestimmungen des § 9 o der Satzungen sowie der Nr. 16 des Protokolls — einen Grundfouds für die Kasse zu schaffen, sind bisher von recht erfreulichem Erfolge begleitet gewesen und werden mit gleicher Energie fortgesetzt werden. Eine Anzahl wohlthätiger Glaubensgenossen hat die thatkräftige Mithilfe zur Bildung des Fonds in Aussicht gestellt, insbesondere aber ist durch die hochherzige Zuwendung der Joseph Lachmann'schen Erben, des Herrn Dr. B. Barrach und seiner Gattin, geb. Lachmann, in Berlin, sowie des Fräulein Klara Lachmann in Hamburg, die die Summe von 145.000 Mk. für diesen Zweck überwiesen haben, eine gesicherte Grundlage für die Kasse geschaffen worden. Wir bitten unsere Genossen und die Freunde unserer Bestrebungen nach Kräften für weitere Zuwendungen Sorge zu tragen, damit die Kasse unter möglichst günstigen Bedingungen für die Mitglieder ins Leben treten kann. Nach Eingang der gegenwärtig angestellten statistischen Er- Hebungen wird mit den Vorarbeiten für die Einrichtung der Kasse unverzüglich' begonnen werben; sobald dieselben abgeschlossen sind, 'werden ' den Kollegen weitere Mittheiluugen zugehen. Weitere Zusendungen werden an die:Adresse des Verbandsvorsitzenden, Herüi. Reüov, •.'&% 'HÄer, Bering Oranienburgerstraße 29 erbeten. Ser Vorstaub des Verbandes, der.Lehrer- Berlin. Das-Religionsbekegntnis der preußi sch en Bevölkerung wird jetzt vom Reichsamt nach dem endgiltigen Ergebnis der Volkszählung vom 2. December 1895 : veröffentlicht. Danach betrug die Zahl der Protestanten in Preußen 20,430.899 (gegen 19,296.253am I. December 1890), die Zahl der Katholiken 10,999.505 (10,252.818). An sonstigen Christen waren vorhanden 39.794 (31.545) und zwar 1157 (929) Deutschkatholiken, 8341 (7304).. Freireligiöse, 27.656 (20.273 Dissidenten und 2540 (3039) sonstigen geistlichen . Bekenntnißes. Die Zahl der Juden belief sich auf 879.716 (373.059), der Bekenner anderer Religionen 202 (328); mit unbestimmter Angabe des Religionsbekennlnißes wären, vor- Händen 4379 (2872), ohne Angabe des Religionsbekenntnißes 628 (7492) Personen. Die auffallend geringe Zähl der Juden beruht zum Theil auf Auswanderung, an welcher die preußischen Juden seit jeher stärker als Personell des christlichen Bekenntnißes betheiligt gewesen sind, hauptsächlich aber, auf zahlreichen Uetzertritten ans dem Jndeuthume zu anderen Bekenntnißen. Von diesen Uebertritten werden nur die zur evangelischen Landeskirche amtlich bekannt; ihre Zahl ist nicht bedeutend, aller Wahrscheinlichkeit nach aber größer als die der Nebertritte zur römisch-katholischen Kirche. Schon seit 1880 hat sich der . auf die Juden entfallende Bevölkerungsantheil beständig vermindert; er betrug damals 13,33 vom Tausend und sank.inr Jahre 1885 auf 12,94 v. T., 1890 auf 12,42 v. T. und 1895 auf 11,92 v. T. herab. Die Gesamnitzahl der Juden auf der Erde berechnet Prof. Lexis iit Güttingen, der hervorragendste Statistiker. auf 7,403.006 Seelen. Am dichtesten wohnen sie in Rumänien, wo 794 auf 1000 Einwohner kommen, 478 in Oesterreich, 418 in Ungarn, 317 in Rußland, 216 in Holland. 143 in der Türkei, 112 in Deutschland, 76 in Bulgarien und Oftrumelien, 16 in Frankreich, 13 in Italien, 12 in Großbritannien. Litteratur. Das Milleniums-Werk des Prof. Dr. S. Nascher, ״Auswahl von Gedichten, nach dem ungarischen Texte des Dichters Reviczky Gyula in metrischer deutscher Uebertragung und mit einer Anleitung versehen" (Budapest, R. Lampel sPH. Wodianer u. Söhne) k. 11. k. Hofbuchhandlung; Leipzig, Bruno Witt, 1896) wurde solvohl von der Königl. Ungar. Akademie der Wissenschaft in Budapest, als auch von der Kaiserl. Akademie der Wissenschaften in Wien mit auszeichnendstem Danke angenommen und den Bibliotheken der Akademien eingereicht. — Die Kritik ist dem Buche, welches auch von Sc. Excellenz dem Ungar. Cultusminister Dr. Wlasfics Mld der Ausstellungsdirection mit ehrenvollsten Dankschreiben angenommen ward, recht günstig. Unter der Stimme der ungarischen Presse verdienen die Urtheile des ״Bajai Közlöny" (Redacteur Obernotar Erdelyi), der ״Preßburger Zeitung", des ältesten Blattes Ungarns, und des ״Berlini Magyar" (Organ des Berliner Ungar-Vereines), aus der Feder des Dr. Ad. Kohut, Beachtung. Die Berliner ״Allgemeine Zeitung des Judenthums" (Redacteur Dr. Karpeles) und die Frankfurtnr ״Monatsblätter" (Redacteur Dr. Ad. Bri'lll). sowie die Wiener ״Neuzeit" haben gleichfalls das Buch in dankenswerther Weise gewürdigt, welches insbesondere im Pariser ״L’uiiivers Israelit©“ durch eine glänzende Kritik des Grand-Rabbin Isaak Levh aus Bordeaux in hohem Maaße ausgezeichnet wurde. Wir Ersuchen all’ diejenigen Herren Avonnenten. welche den Abonnementsbetrag für das laufende Nuartal noch nicht eingefendet hüben» dies umgehend thun zu wollen» damit auch'wir unseren Verpflichtungen Nachkommen komwn. Die Administration.