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Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung · 1897-03-11 · Heft 8 (11.3.1897) · p. Seite 5

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Journal
Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung
Volume
17 (1897)
Issue
Heft 8 (11.3.1897)
Date
1897-03-11
Page
Seite 5 (sequence 5)
Language
German
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8. Desterreichisch-ungarische Cantoren^eituug. Seile 5. ׳ 1 - ־ ■׳-?&?־׳.■ ׳<■ : -יaus im Osten aufsteigen sah ״gleich der Rauchsäule aus einem Ofen", weistauf! ein vulcanisches Phänomen, auf die bÄannte Pinienwolke von Wasserdampf hin, die aus einem von der Obstruction befreiten vulcanischen Schlot in die Höhe steigt. , ■ Kurz zusammengefasst stellt sich dieser Erklärung zu Folge - die Katastrophe׳ von Sodom und Gomorrha in nachstehender! Weise dar. Nach einer Reihe seismischer Zuckungen wird das j Gebiet des rothen Meeres von einem heftigen Elchbeben bei troffen, das die Städte zum Einsturz bringt.. Große Massen! angesammelten.Grundwassers dringen aus dem Boden hervor. Ein Theil des letzteren sinkt , in Folge dessen in sich zusammen und wird vom Toten Meere überflutet. Gleichzeitig wird durch den. Stoß die Obstruction in dem Krater eines der vulcanischen Berge am Oststrande des Sees zersprengt, wodurch eine vorüber-! gehende Eruption zustande kommt. Diese Erklärung der Katastrophe erscheint mir sowohl mit den physischen Verhältnissen der Gegend, als auch mit dem biblischen Texte durchaus, im Einklang zu stehen. Ich glaube daher in diesem Umstande eine wesentliche Bestätigung der Anschaumigen jener Commentatoren des alten Testaments erblicken, ׳zu dürfen,, ׳die in dem׳ Berichte der Genesis die Ueberlieferung eines Ereignißes vermuthen, das sich an dem südlichen Ufer des Toten Meeres zur Zeit. des. Abraham und Lot (beiläufig im!Jahre 1750 v. Ehr.) wirklich zugetragen hat. .; Israeliten der Türkei. Im ״Stam.bul" vom 21. Jänner 1897 steht folgende Note, die interessant ist, .wiederzugeben; sie bestätigt die Privat^ Nachrichten,-, die, Has. Central-Comitv der bezüglich des- Antheils der Israeliten., an der Sübscription Mi.׳ die Armee erhalten hat: Unter dem 7. Jänner hat S. E. der Ooorun tsneira des Ober-Nabbinats bezüglich der Militärsubscription folgenden Bricf an die Central-Commission geschrieben. Der untenstehende Text ist vor einigen Tagen durch verschiedene türkische Zeitungen der Hauptstadt veröffentlicht worden.! An S. E. den Herrn Handelsminister, Präsidenten der höchsten Commission, für die Militärsubscription.. ״Da ich der Ansicht bin, dass die in der Türkei lebenden Israeliten der kaiserlichen Regierung gegenüber eine Schuld der Dankbarkeit und der Treue eingegangen sind, eine Schuld, die uns die heilige Pflicht auferlegt, uns in herrorragender Weise bei der Militärsubscription zu betheiligen, so habe ich mich beeilt, , eine diesbezügliche Mittheilung allen geistigen Oberhäuptern wie auch den Notablen meines Volkes, sei es in Constantinopel, sei es in den Provinzen des Reiches, zugehen zu lassen, um sie an die Gleichheit der Rechte und an die Ruhe zu erinnern, die wir unter dem großherzigen und wohlthuenden Schutz unseres gnädigen Monarchen genießen, und ihnen auf das Wärmste anzuempfehlen, sich, soweit sie es irgend können, an der erwähnten Subscription zu betheiligen. Indem ich Obenstehendes dem Urtheil Euer E. unterbreite, ersuche ich Sie, mir demnächst für 50.000 Piaster Subscriptionsbillets zukommen zu lassen, und zwar, in denverschiedensten Preislagen, die ich unter meinen Glaubensgenossen der Hauptstadt vertheilen will. Genehmigen Sie, Excellenz rc. . Signe: DerOovnoa tsuso.8 des Ober-Rabbiners '. ״Moise Halevy". Antwortlich dieses Schreibens hat die höchste Commission folgendes Schreiben an den Ober-Rabbiner gerichtet: An die Verwältung des Ober-Rabbiners der Türkei. - Eure. Eminenz-t ׳.Ach. b.eehre Mich, Ihren-.׳.geschätzten-. .Brief- . vom 26. cp.-,;Nm!bHätigen, durch welchens,das Ober- /MLbbiüät5deyrWmffchM sich bei der MilitärsÜbscription zu betheiligen und um eine erste Billetsendung ftir den Werth von 50-000 Piaster ersucht. ' Die großherzige - Brrmittlüüg und der patriotische Eifer Euer Eminenz, um das treue jüdifche Volk an diesem Werke zu betheiligen, find unserem gnädigen. Padischah unterbreitet worden als das glänzendste Zeugnis der Treue Eurer Eminenz und des jüdischen Volkes. Ich . beeile mich zu gleicher Zeit, Ihnen die besagten Billets zu übermitteln. Genehmigen Euer Eminenz rc. . Gez.: Der Präsident der MMäreommissiön, : Handelsminister ״Mahmoud"^ Alle jüdischen Gemeinden der Türkei beeilen sich. den Wünschen des Ober-Radbinats entgegenzukommen. Die israeli- 'tischen'Zeitungen des Orients veröffentlichen der Reihe nach die Namenslisten dieser Sübscriptionen. Bis zum 12. Januar hatte die Gemeinde:von Constantinopel schon mehr als 16.140 Piaster .herbeigeschafft, Adrionopel 18.180, Saloyiü 360.000, Smyrna nicht weniger. Die Betheiligung ist eine allgemeine überall'da, wo sich ein Comits gebildet, um diesbezügliche Gäben zu sammeln. Das Central-Comits hatZvon Herrn Franco, Professor der A llian c e in Adrionopel, eine sehr interessante Mittheilung über einige historische Andenken erhalten, welche von den Mischen Äusgewiesenen aus Spanien mitgebracht und erhalten, wurden: Es ist bekannt, dass Adrionopel schon zur Zeit , der byzantinischen Kaiser, eine israelitische Gemeinde besaß. Die Grabsteine auf. dem jüdischen Friedhofe — aus der Zeit vor der türkischen Eroberung beweisen dies zur Genüge. Die Geschichte lehrt uns übrigens, dass Murad I. im Führe 1360 daselbst eine blühende Gemeinde antrüf. Als Spuren hievon existirt noch eine. Synagoge, genannt K. K.- d e los G r e g o s oder Roma ni a, und einige Familiennamen, wie P a p p o oder P a p p o s, M o r i (aus.-Morea), S i v r i c o s, C a n e t t i rc. Weniger als änderthalb Jahrhunderte nach der ottomanischen Herrschaft diente Adrionopel den Flüchtlingen aus Spanien (1492 und 1495), Portugal (1506), aus Italien.(1534) rc. als Zufluchtsort. '' Wohehen in ׳ den meisten orientalischen Städten die Synagogen hebräische Namen tragen, haben sich die Gläubigen hier je nach ,ihrer heimatlichen Stadt oder Provinz gruppirt und ihre ..Tempel darnach benannt. Anbei als Curiosum die Nümen der Haupt-Synagogen: Synagoge von Portugal, der Catalanen, ' von Arragvnien, von Edora, von Toledo, von Major oder Majorca, von Sicilien, der Italiener, der Pouillais, von Budun (oder Buda in Ungarn) rc. Einige Familiennamen erinnern, an -.italienische Städte, so Pisa. Tarento, Mi-Trani. (de Trana) . Ramano. Andere Namen sind Spanien entnommen worden : Rodrigue, Mendas, Toledo. Taragona, Espana, Zamero, Ghirson, Funes, Dueuas, Bello, Rica. Para, Presente rc. Einige Benennungen weisen zweifellos auf französische Herkunft: Carcachon, Franca, Sarfati (hebräisches Wort, Franges bedeutend). Das Berberland liefert seinerseits eine Anzahl Namen: Al Sai'd, Al Cabös, Al Fazza, Saadi Bordji, Beneroya (der Sohn des Traumes) rc. Was indessen noch merkwürdiger ist, das sind die Andenken an die spanische Inquisition, die sich bei der Bevölkerung erhalten haben, wie wenn sie bis hierher die Juden verfolgt hätte und ihre Ruhe durch rückblickendes Alpdrücken störte. Anbei ein Beispiel. Vor einiger Zeit bat mich eine arme Freu, mich an der zuständigen Stelle dafür zu verwenden, dass man ihrem die Schule besuchenden Töchterchen ein Zanbanette gebe. Das Wort war mir ganz fremd. Um meine. Unkenntnis zu verbergen und mir eine Beschämung zu ersparen., versprach ich der Frau ihren Z a n b a n e t t e. Das Wort verfolgte mich nrehrere Tage hindurch. Ich hatte schon darauf verzichtet, den Sinn der merkwürdigen Vocabel zu erfahren, als ich — mit meinen Zöglingen über die Jnquisiüorl sprechend — Gelegenheit hatte, den San- Benito zu erwähnen, dieses grobe Hemd, mit dem die Opfer der Inquisition behängen wurden. S a n - Benito l Bei diesem Worte heben die Knaben, wie verabredet, die Hand, um eine!Bemerkung zu machen. Ich laffe sie reden und erfahre zu meinem größten Erstaunen,, dass die Schürze, die ihre jüngeren Ge-

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