Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung
- Journal
- Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung
- Volume
- 17 (1897)
- Issue
- Heft 7 (1.3.1897)
- Date
- 1897-03-01
- Page
- Seite 7 (sequence 7)
- Language
- German
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Sir. 1. GHgrreMifch-nngarijche׳ Cantoreu־^eit1urg. Seue 7 und der PZaiien .bald ,-lindernden Tröste finden- und ׳das verklärte BiEwsereK׳ cheürM UeelsorgeA ' iir bestem׳ Angedenken bleiben. ז2ר ^רי^,ל2ר2ה Lemherg. DerDirector der Galizischen Actien-Hypothekenbank, Hexr Moriz Lazarus, begeht am 8. März ä. c. feilt Eähriges Dienstjnbiläum. Herr Lazarus ist seit vielen Jahren aM Cnltusrath der Lemberger Gemeinde und .erfreut sich nicht nur in Finanzkreisen hohen Ansehens, sondern wird von allen jüdischen Parteien in Galizien wegen seiner mannigfachen Berdienste um das Judenthumuud wegen seines' oft bekundeten Wohlthätigkeitssinnes verehrt und geschätzt. .Für das bevorstehende Jubiläum^ finb gat)treiclje Dilationen oorbereitet. -S H in e H u m o. r es.be.׳ ' m. ';;J.; Einige Wochen später schrieb Arnold au seinen Freund׳ Philippfolgende Epistel: ■ ,,Mein theurer Pylades! Die Briese folgen sich, aber sie gleichen sich nicht. Kürzlich noch floss mein Herz von Verzmeiflung. heute fließt es von Freude über. Philipp, ich bin verheirathet, verheirathet mit Fräulein Francine Joubert! Ich habe Dir erzählt, in welch' brutaler Weise ihr׳ Vater istich verabschiedete. Gott sei Dank, war seine Ungnade nicht 110tt langer Dauer, und kurz nachher kehrte ich mit allen Ehren׳ aus meinen alten Platz zurück. Eines Tages nahm mich Herr Joubert bei Seite und sagte: ״Spielen Sie mit mir keine Komödie: Sie möchten noch immer mein Schwiegersohn werden . ... ״Mein Herr . . . ." stotterte ich erröthend. -- ״Ich habe mich nach Ihnen erkundigt . . . . Sie haben׳ schöne Verbindungen und werden schon Ihr Glück machen! Na,׳ schlagen Sie ein! In einem Monat gehören Sie zur Familie!" An dem Tage, da wir den Heirathskontrakt Unterzeichneten, trat Herr Joubert auf mich zu und sagte mit mühsam verhaltreuer Bitterkeit: ״Das ist nicht hübsch, nein, das ist gar nicht hübsch voll ihm ... Ich dachte, der Herr Baron James Rothschild würde uns die Ehre erweisen, zu kommen , . . Na, er ist ja so beschäftigt! . . . . Hoffentlich werden wir ihn bei der Trauung sehen!" Dann nahm er nach kurzer Pause meine Hand, schüttelte sie heftig und rief: ,,Wir haben da eine großartige Bekanntschaft, lieber Schwiegersohn!" Am Tage nach dieser denkwürdigen Unterredung, von der sch nicht das Mindeste verstand, besuchte mich mein Hauswirth, dem ich übrigens noch immer die Miethe schuldig bin, in meinem Atelier. ״Nun, mein lieber Raphael", sagte er mit schmeichelndem Tone, ״Sie verheirathen sich, wie man hört . . . Wen heiraten Sie? .... Gewiss eine Verwandte von Rothschild?" ״Ach nein," versetzte ich lachend ״meine Braut ist ein hübsches, kleines, junges Mädchen aus dem Bürgerstande." ״Und wie kommt es, dass der Herr Baron von Rothschild, der sich in so hohem Grade für Sie interessirt, sich in diesem Punkte gar nicht um Sie kümmert?" ״Aber mein Gott!" rief ich verblüfft, ״der König der Finanzwelt hat gerade Zeit, sich um meine Heirath zu kümmern. Was geht denn das den an?" Als mein Wirth mich so reden hörte, stand er auf und verschwand, ohne mich zu grüßen. Vier Stunden später forderte mich sein Rechtsanwalt auf, die rückständige Miethe zu zahlen, und am - nächsten Tage verweigerte mir mein Portier den Schlüssel: Auf dem gastfreundlichen, aber schlecht gepolsterten Sopha eines Freundes habe ich meine letzten Nächte als Junggeselle zugebracht. ׳ Vor einigen Tagen gieng. ich zu meinem Schneider, um meine Hochzeitstoilette anzuprobiren. Während ich mich im Spiegel׳ betrachtete, rief der .Kleiderkünstler: MtHmondh ich bin Her Ihr GKHH entzistM .׳Sie sind sehr güttz.^ - ׳ ״Sie find ein׳ braver und achtungswerther junger Mann, und Herr von Rothschild konnte seine Wohkthaten keinem Würdigeren erweisen." . Diese Wuth, die sie alle haben, mir unaufhörlich Herrn von Rothschild an den Kopf zu werfen, machte mich schließlich ärgerlich und ich fragte in heftigem Tone: ״Von welchen Wohlthaten sprechen Sie?" ״Weshalb verstellen Sie sich denn, Herr Raymond? Herr von Rothschild will Ihnen wohl, und Jedermann weiß, dass er Ihre Schulden bezahlen wird . . . ״Gehen Sie zum Teufel!.. . Wenn Sie darauf rechnen, dann werden Sie Ihr Geld wohl-nie bekommen!" Wir trennten uns sehr kalt. Der Schneider hat mir nichts geschickt, und da ich, um zu leben, in letzter Zeit oftmals meine Zuflucht zum Leihhaus nehmen nutsste. so war ich gezwungen, in dem alten, schwarzen Rock zur Trauung zu erscheinen, den ich :in den Tage» meines kurzen Glanzes verächtlich in die Ecke geworfen hatte.׳ Wir kommen aus der Kirche. Endlich ist mein Schicksal auf ewig mit dem Franeines verbunden. Während die Freunde der Familie sich noch in der Sakristei aufhielten, zoa mich Herr Joubert bei Seite und sagte: . ״Schwiegersohn, das ist schlecht von ihm. dessen hätte ich ihn nicht für fähig gehalten . . . ״Wen meinen Sie denn?" fragte ich. ״Nun, der Sessel für den Baron Rothschild ist doch Leer geblieben?" ״Haben Sie ihn denn eingeladen?" ״Na gewiss! .... Mein Gott, ich weiß ja, er ist sehr beschäftigt; aber wenn er nicht persönlich kommen konnte, so hätte er sich doch von einem seiner Söhne können vertreten lassen." ״Aber, mein Gott! warum hatten Sie denn Herrn von Rothschild überhaupt eingeladen?" ״Weil er Ihr Freund. Ihr Bankier, Ihr Protektor ist." ״Mein Freund . . . . mein Bankier . . . . mein Protektor!" wiederholte ich verblüfft .... ״Aber ich habe ja gar nicht die Ehre, ihn zu kennen .... verstehen Sie wobt! ich kenne ihn gar nicht!" ״Ja, gab er Ihnen denn nicht seine Loge in der Oper?" ״Ich wusste nicht einmal, dass sie ihm gehörte . . . .״ Mein Schwiegervater warf mir einen wüthenden Blick zu und stieß mich mit heftiger Gebärde von sich. Doch was thut das? ich bin verheirathet. in aller Form verheirathet. und an Scheidung denke ich nicht!" ,,, ׳: ׳■״■״. IV. ■ So verheirathete sich Arnold Raymond, und die Nachricht davon verbreitete sich bald in der ganzen Stadt. Noch eine lange Zeit fragten sich die Zuschauer der Oper, wer sich nun wohl in der Loge des Baron Rothschild zeigen werde. Doch bis jetzt ist nicht bekannt geworden, dass sie ein neues Ehewunder gewirkt hätte. Wir ersuchen um sofortige Einsendung der rückständigen Abonnementsbeiräge. Die Administration. Gebet- und Andacbtsbiicher ספרים, סדורים, מחזורי□, טליתים, ספרי תורה, תפילין׳ ומזוזות wie auch alle in dieses Fach einschlagenden Artikel billigst zu haben bei WOliF BANDLER Buchhandlung Wien, 1., An! Bergel Np. 2. Daselbst werden auch Kunststickereien in Gold und Silber auf Prauches: sowie ׳Iföntel für ת״ת ffeschnjackvollst zu sehr billigen Preisen» angefe'ftigt. Muster und Zeichnungen werden auf Verlangen francoi eingeschickt.