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Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung · 1897-03-01 · Heft 7 (1.3.1897) · page 1

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Journal
Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung
Volume
17 (1897)
Issue
Heft 7 (1.3.1897)
Date
1897-03-01
Page
– (sequence 1)
Language
German
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Redaction u. Administrqtion ' Wien, 2. Novaragassc 27. K. k.österr.Hostsxarcaffe Lheck-LÄnto Är. 885,246; Inserate werden billigst berechnet. XL Manuskripte werden nicht '" '׳; ' f retöurnirt. Oesterreichisch-ungarisGh6 Centpal-Organ' Wr dir Interessen der Cantoren und LulNrsbesmten. Erscherrrt j ed en Lch«. ' '• ' י•1•--•’׳ * *׳׳' ־■ ' ׳ ■' W ' ׳ ׳ ־׳ - Begründer: Obercanlor Jacob Bauer. J PränuineratimlS.PreiS 1 BriivQIautuveitu.QIultutfbefliute | , in Vesterrrirl^Mngar»» j Ganzjährig . '. ... . .. fl. 5.— j Lalbjäbrig ..... fl. 2.50! FürDantorr1r».Äntttt»bramts | tut Viufanb! Gnnzjährig .... .10! oder 5 Rn bet. j Fiir Privat« uniי■ Institut» ו Ganzjährig . . . . st. 8.—! Nbmmeuirnt»- k. Insertion»- beträte ftnd nr Nr. 7.- Wien, 1; Mär; 1897. 17. FsktzrgMW. Das neue Präsidium der Wiener "/ 'rCultusgemeinde. .' . ,Der ׳bisherige, erste.. Vicepräses, Herr kaiserlicher Rath Heinrich K:l i n g e r, ist nahezu. : einstimmig zum Präses; der. Wiener. Cultusgemeinde gewählt -worden,, und mit., ihm tritt;eilt; Mann an -die Spitze der Gemeinde, der durch hohe Character-- eigenschaften, durch seine universelle! Bildung -und hervorragende? sociale Stellung geradezu berufen erscheint, in dieser namentlich für das Wiener Jndenthum so schweren Zeit mit kraftvoller Hand die Leitung des ersten Mischen. Gemeindewesens, iss Oesterreich : zu übernehmen. . Mit dieser ׳Wahl hat der - Cultus- Vorstand auch , nicht ehrgeizigem Streben Genugthuung geleistet, denn bereits vor 6, Jahren hat der nunmehr Gewählte die ihm angebotene > Ehrenstelle dankend abgelehnt, und wenn Herr kaiserlicher Rath Kl in gier nunmehr die Stelle des Präsidenten anzunehmen sich entschlossen hat, so ist dies ein Beweis mehr, dass er sich der schweren und großen Pflichten dieses Ehrenamtes vollauf bewusst und auch gewillt ist, seine ganze, vollgewichtige Persönlichkeit für die Erfüllung derselben einzusetzen. Darum blicken wir mit großen Hoffnungen auf die Wirksamkeit des neuen Präsidenten und wünschen, dass sie nicht nur der. Wiener Cultusgemeinde sondern dem gesammten Judenthume Oesterreichs zum Segen gereichen möge. Im Nachfolgenden bringen wir den Bericht über die öffentliche Vorstandssitzung vom 21. Februar, in welcher die Wahl vorgenommen wurde: Der Vorsitzende. Vicepräses kaiserlicher Rath. Kling er, eröffnete um 1/2 11 Uhr die Sitzung. Erster Gegenstand der Tagesordnung ist die Wahl des Präses der Cultusgemeinde.. Es wurden 22 Stimmen abgegeben, hievon entfielen auf Vice- Präses Klinger 18 Stimmen, welcher somit als gewählt erscheint. Dr. Stern erhielt 1 Stimme, 3 Stimmzettel waren leer.! Der!neugewählte Präses Hielt sodann folgende Ansprache: ״Meine. Herren! Empfangen Sie meinen tiefsten Dank für die mir:erwiesene Auszeichnung. Ich weiß dieselbe ganz wohl zu'würdigen, ich verkenne aber auch.nicht die.Aufgaben .und Pflichten, die mit dieser Stelle verbunden sind. Vor 6-1 :Jahren: habe . ich. als 13jähriger Schulknabe dieses . Haus . besucht, seit! jener Zeit.fühle ich warm für das Jndenthum und . unsere! Gemeinde. Ms . ich vor ungefähr 6 Jahren unterden! Präses [ Arminio Cohn Vicepräses war und bei dessen Ableben annehmen! konnte״ dass, nach der herrschenden Continuität die Wahl zum Z Präses auf mich fallen werde, glaubte ich mich dieser-Stellung! entziehen zu Müssen; Seither haben sich die Verhäktniße anders j gestaltet, und ich erachte es mm für meine Pflicht, dem Rufe zn ׳ folgen, den Sie in Ihrer überwiegenden Majorität an mich er-! gehen ließen, und mit Hilfe. Gottes und Ihrer Unterstützung j hoffe ich auch das Vertrauen jener Herren zu erringen, die! heute durch Abgabe leerer Stimmzettel zeigten״ dass sie mich - noch nicht genug kennen. Ich erkläre also, das Amt anzunehmen, :und bitte Sie um Ihre Unterstützung. Ich werde jede Anregung dankbar entgegennehmen und Ihre Beschlüsse getreu ausflihren, - imd wenn die zu wählenden Vicepräsidenten, wie ich hoffe, ihre Aufgabe so ernst nehmen werden wie ich, so werden wir gewiss? allen Anforderungen gerecht werden. Ich ersuche auch den Beamtenkörper, an deren Spitze den pflichteifrigen Secretär Dr. Lieben, mir zur Seite zu stehen. Sie werden vom mir * feine Programmrede verlangen. Nur * Eines möchte ich anflihren. Nach den Statuten vertritt der Präses die Gemeinde nach Außen. Ich bin mir bewusst, was heutzutage darunter zu verstehen ist, erkläre jedoch ausdrücklich, dass ich darunter die Vertretung in politischer Beziehung nicht verstehe und mir diese Vertretung nach Außen; nur in untrennbarem Zusammenhänge mit der Vertretung nach Innen denken kann. Was uns noth thut, ist die Erwerbung des Vertrauens der Gemeindemitglieder, nnd es ist ja bekannt, dass in den letzten Wochen . Gerüchte im Umlaufe sind von einer Brandschatzung der Gemeindemitglieder, dass Manche in Verkennung der thatsächlichen Umstände nicht begreifen, dass die Bedürfniße der Gemeinde befriedigt werden müssen, dass man aber weit entfernt ist von jedem Gewaltacte. Der Vorstand wird jede Vorstellung prüfen, um Jrrthümer zu sanireu und gegen Beschwerden Ab- Hilfe zu schaffen. Wenn, ich daher glaube, dass eine Berkettrmg der Vertretung nach Außen mit jener nach Innen stattzufinden hat, so hoffe ich in Ihrem Sinne zu sprechen und Ihr Vertrauen zu rechtfertigen. Empfangen. Sie nochmals meinen besten Dank." (Beifall.)

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