Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung
- Journal
- Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung
- Volume
- 17 (1897)
- Issue
- Heft 3 (21.1.1897)
- Date
- 1897-01-21
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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Oesterreichisch-ungarische Redaction in Administration j Central-Organ ..... i Wien, 2. Noväragassc 27. j für die Interessen der Cantoren und! K. k. österr. Postsparkasse! Lheck-Lonto Rr. 885,240,i | Cultnsbeamten.! Inseratv werden billigst berechnet.! Mannscripte werden nicht j rctoiivnirt. j . i Erscheint j.e.d en z e hnte 1t T a g. Begründer: Obercantor. Iseod ksusr. Pränumeratians-PreiS. FiirLa»t»re»n.L»ltusbeamte in Vesterreich-A״Mr>, Ganzjährig.fl. 5.— Halbjährig.fl. 3.50 3fiir(&mt1>1-ea11.<£ultu#b?amte im Ausland Ganzjährig.iü Mark oder 5 Rubel. Nur private und Instttnte Ganzjährig . ... fl. 6.— Abonnementsu. Änsertionsbetrüge Jini» in Wir» zatzlbar.!i ij Vr. 3. Wien, 21. Jänner 1897. 17. Jahrgang. Gustav Simon Nach kurzem Krankenlager ist am 13. Jänner der Präsident der Wiener Cultusgemeinde, Herr Gustav Simon, im 79. Lebenswahre gestorben und mit ihm wieder Einer von den Wenigen dahingeschieden, dienoch die goldenen Tageder Wiener Cultusgemeinde geschaut und mitgewirkt haben an der Gründung ihrer gemeinnützigen Institutionen. So oft einer jener Männer der alten Garde, in's Jenseits abberufen wird, öffnet sich vor unserem geistigen Auge der stolze Ahnensaal der Wiener Cultusgemeinde, es .treten vor uns die hehren und lichtvollen Gestalten, die den Weltruf und das Ansehen der Wiener Gemeinde begründ et .,haben,- die schönen Tage voll Licht und Freiheit, voll Edelsinn und Hochherzigkeit, voll Hingebung und Aus- Opferung für humanitäre und gemeinnützige Schöpfungen ziehen an 1ms vorüber, und znrückkehrend zur Gegenwart, stellen wir wehmuthsvolle Vergleiche an zwischen Einst und Jetzt. Ein Schein von dem Glanze jenes goldenen Zeitalters ist auch auf Gustav S i m o n gefallen, und nebst seiner enormen Kenntnis der Cultusgemeinde-Verwaltuug war es gewiss auch diesem Umstande znzuschreiben, dass er vor nur wenigen Tagen einstimmig zum Präsidenten der Cultusgemeinde gewühlt wurde. Eine rauhe Schale barg bei ihm einen edlen Kern. Er war ein strenger Vorsteher, der manchmal recht weh' thun konnte, aber er war ein Feind jeden Unrechtes und hatte ein warmfühlendes, für menschliches Elend leicht empfangliches Herz. Dadurch hat er sich zahlreiche Freunde und Verehrer erworben, namentlich zu jener Zeit, als er als Obmann der Cliewra-Kadischa wirkte. ' Die außerordentliche Popularität und Beliebheit, deren sich Gustav Simon in ganz Wien erfreute, zeigte sich auch in der enormen Betheiligung an seinem Leichenbegüngniße, das. Freitag den 15. Jänner, 10׳ Uhr Vormittags stattgefunden hat. Sowohl die Räume der Wohnung, am Bauernmarkt. Nr. 7, als auch das. Vestibüle und der. Hof des Hauses, sowie der Platz, vor dem-. selben waren lange vor 10 Uhr von den Trauergästeu besetzt. :Einen mächtigen Lorbeerkranz mit weiß-rothen Schleifen hatte das Ringtheater-Kuratorium gesendet. Auch von vielen Freunden und Bekannten des Verblichenen kamen Kränze. Außer den : trauernden Familienmitgliedern sah man unter Anderen: Baron Albert Rothschild, Baronin Königswarter, David R. v. Guttmann. Alfred Pollak Ritter v.. Rudin, die Commereialräthe Wilhelm Pollak und H. Stiaßny, Regierungsrath Turnau, die kaiserlichen Rüthe Dr. Fellner und Wiesenbnrg, Professor Oser und Gemalin, Landtagsabgeordneten Alfred von Liudheim, Chefredakteur Moriz Szeps, Redakteur Lichtenstadt, den Obmann des fortschrittlichen Parteiverbandes des Wiener Gemeinderathes Doctor Ludwig Vogler mit den Gemeinderäthen Dr. Nechansky, Weiß- Wässer, Seiler, Winker. Baurath Stiaßny. Banrath Ritter v. Goldschmidt, Dr. Stern, Matzenauer, Douat Zifferer und Dr. Alfred Mittler, Generaldirektor Ritter v. Borkenau. die Architekten Fleischer und Fränkl, die Bezirksvorstände Picker und , Löblich mit den Bezirksausschüssen Haider, Waldstein und Max Hiller, Direktor Heller mit den ältesten Zöglingen des Blinden- Institutes ans der hohen Warte, Generälseeretär Leinkauf, Primarius Dr. Rosanes, Emil Horner und Wilhelm Freyberg, Bankier Sigmund v. Bauer, der Verwalter des Rothschild- Sp'tales Dr. Korany, den ersten Vice-Präsidenten der israelitischen Cultusgemeinde kaiserlichen Rath Klinger mit den Vorstands- Mitgliedern, die beiden Präsidenten der türk, israel. Gemeinde Marcus M. Rnsso und Licco Adutt, Secretär Dr. Lieben mit den Beamten der Cultusgemeinde, die Vorstände sämmtlicher Bethansvereine in Wien, die Rabbiner, Cantoren und das Chorpersonale aller israelitischen Gotteshäuser, die Obmänner der israelitischen Vereine, eine Abordnung des Ringtheater- Kuratoriums 2c. 2c. Ilm 10 Ilhr executierte Obercantor Singer, unter Assistenz der Cantoren Schiller und Blatt und des Chorpersonales, die üblichen Trauerpsalmen, der Sarg wurde gehoben und zu dem vierspännigen Leichenwagen hinabgetragen. Unmittelbar darauf setzte sich der Conduct in Bewegung. In der Ceremonienhalle stimmte Obercantor Gold st ein das Hazur tomim an, dann trat Oberrabbiner Dr. Güdemann an den Sarg und hielt dem Verblichenen folgenden Nachruf: