Mannheim
Compact Memory

Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung · 1896-12-21 · Heft 31 (21.12.1896) · p. Seite 5

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung
Volume
16 (1896)
Issue
Heft 31 (21.12.1896)
Date
1896-12-21
Page
Seite 5 (sequence 5)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
94% known words query
IRI
…/1304829-3453365-3453396--4709-3459200
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

Nr.. 31. Gesterreichisch-ungarifche Lantoren-Zeitnng. Seite 5. Flüchtlingen befand sich auch der berühmte R. Isaak b. Scheschet, der Algier zu seinem Domicil wählte. Er wurde vom König von Tlemsa zum Oberrabbiner sämmtlicher Gemeinden ernannt und. erfreute sich auch hier der allgemeinen Hochachtung --und Verehrung. In allen wichtigen religiösen Angelegenheiten wurde ausschließlich an ihn appellirt. Obwohl er bereits in sehr hohem Alter stand, als er nach Algier kam, wirkte er doch noch; eine Reihe von Jahren segensreich für die Juden in Afrika. Ms er, 1400 das Zeitliche gesegnet, wurde Simon b. Zemach Düran, der nicht, nur ein gründlicher :Kenner des Talmuds, sondern auch der Mathematik, Astronomie und Medicin war, zu seinem Nachfolger ernannt. Eingesendet. ׳ ' י Löbliche Redactwn r.?' ' In meine'Besprechung der Apologetik von Dr. Gelbhaus hat sich , ein störender Fehler eingeschlichen. In der sünftletzten Zeile muß es heißen: Ferner ist 9 ,8 רעו von ״ רעעzerschmettert werden",: während, 44, 20 von, ,ר(!ר ,,Gefallen haben, nachjagen" heißt. Bitte, dies zu berichtigen. Kleine Chronik. ' Wien. Sonntag, den 20. d:, 10 Uhr vormitags wird der alte Cultusvorstand zu einer letzten Sitzung zusammentreten. Alters- Präses Gustav Simon wird sich der Mission unterziehen, den seiüe Thätigkeit beschließenden Vorstand zu verabschieden, und Herr Lein kauf, der bisherige Finanzminister der Cultusgemeinde, wird über den Stand der Gemeinde-Finanzen, wie ihn der neue Vorstand vorfindet, referieren. Damit legt Herr L e i n kauf sein Amt nieder, das er mit bewunderungswürdiger Sachkenntnis, in geradezu ׳mustergiltiger Weise verwaltet hatte und׳ das ihm Gelegenheit geboten, sich große Verdienste um die׳ Cultusgemeinde zu erwerben. Herr L e i n k a u f wird dem neuen Vorstände leider nicht mehr angehören. Der letzten Sitzung des alten Vorstandes wird nach einem kurzen Intervall sofort die erste S itzung des neuen Vorst and es folgen; iu derselben werden zunächst die Co n sti tu i er ung des neuen Cultüsvorstandes und die Wahlen für das Präsidium stattfind e n. ׳ Der Gemeinde-Voranschlag für das Jsa h r 1897 lag durch vierzehn Tage zur' allgemeinen Einsicht für die Gemeindemitglieder auf. Wir entnehmen demselben nachstehende Daten: Die Einnahmen sind in stetem Mckgange begriffen, während die Bedürfniße der Gemeinde sich fortgesetzt steigern. Während der Rechnungsabschluß des Jahres 1895 noch die Einnahmen mit st. 529.685 auswies, sind die Gesammteinnahmen für das - Jahr 1897 mit fl. 499.073 präliminiert. Demgegenüber stehen - die muthmaßlichen Auslagen von fl. 649.349 (nn Jahre 1895 bezifferten sich die Auslagen mit fl. 585.718), so -dass der Voranschlag mit einem Ausfall von fl. 150.276 abschließt. Das Deficit, welches sich zu einem chronischen gestaltet hat- - weist eine bedeutende Progression auf. Im Jahre 1894 noch' unscheinbar mit fl. 1426 beginnend steigtdasselbe im Jahre 1895 auf fl. 56.032, im Jahre 1896 auf fl. 83.377, um -mit;dem ׳pro 1897 präliminierten Ausfall seinen Höhepunkt zu erreichen. Das Deficit des Jahres 1897 resnltirt hauptsächlich aus außerordentlichen Ausgaben (Reserven), welche sich mit fl. 121.473 beziffern. - Die Deckung des präliminierten Ausfalles ist durch die 1m Zuge befindliche Neüveranlagung der Cültussteuern zu gewärtigemל י;:.:-:-■ iu 1b Wirrt!/ Mittwoche den: 16. d. M.^and iMiSäake Kühner von: Seüe -des Frauen- Wöhlthätigkeits ^Vereines im 18. Bezirke eineMnderbetheilüng:statt. Zu derselben hätten sich der PräsideNtcherWrenerCultusgemeinde, G ü st a v Winro n, der? Präses' ddsiMmpelvereinesbim 8.: Bez; H'erumBe-W?sowie rin zahl-׳ reiches! Publikum ׳eingefündem- Diei'Heier׳ ^wurdd t mit einem Pi'älüdiümeröffnet, ל während demdie zm betheilenden Knaben und Mädchen von der durch ihre Humanität allgemein bekannten Präsidentin Frau Amalie Beck und den Vorstandsdamen Frau D. Du n k e L bl au, P ent l ar. D r ab u. Wakler in den Saal geführt wurden, worauf Obercautor Bauer mit dem Chore der türk. Gemeinde einen weihevollen Chor zum Bortrage brachte. Die Festrede hielt Ortsschulrath Dr. L a n gfelder, woraus die Volks-Hymne vom Chore und den anwesenden Gästen exekutirt wurde. Nach einem Dankgebet, vorgetragen von einem Schüler und einer Schülerin, hielt Präsidentin Frau Amalie Beck eine kurze Ansprache, in welcher sie die Gäste ausmunterte, für den Verein iu ihren Kreisen zu wirken. Wien. Einen - ungemein animierten und amüsanten Verlauf hat die im Ballsaale Ronacher abgehaltene A k a d e m i e des F r a u e n - W o h l t h ä t i g ke i t s- Vereines in der Josefstadt genommen. Ein distinguiertes Publikum aus den besten Gesellschaftskreisen füllte den Saal. Die .Reihe, der Borträge eröffnete Herr W e is fe, der mit seiner gewohnten Meisterschaft einen von Dr. Erwin P L o w itz dem Verein gewidmeten Prolog zum Vortrag brachte; in stimmungsvollen Versen schildert der Verfasser das wohlthätige Wirken des Vereines. Fräulein Hansi Niese und Herr Leopold Natzler erfrischten durch ihren köstlichen Humor und Hofopernsängerin Fräulein Irene Abend rot h erfreute das Auditorium durch den formvollendeten Vortrag einiger Lieder. Nicht in letzter Linie zu nennen sind die Gefangsvorträge des Fräulein Ninni Pol latschet und jene des Violinvirtuosen Karl Saba 11 n. An die Akademie schloß sich ein Tanzkränzchen, das bei den Klängen der Capelle des 64. Infanterie-Regimentes bis zu den frühen Morgenstunden dauerte. Die Obmänner des Jungen - Herrencomitss, die Herren Dr. Max Tug end hat, Dr. Hugo Mandl und Otto Beck, denen neben Professor Egmond Plowitz das Hauptverdienst für das Arrangement des schönen Abends gebührt, eröffnten mit den Damen Lina Lichtblau, Gisela Beck und Fräulein Lydia Plow itz den Tanz. Aeußerst effectvoll arrangierte Tanzmeister Rumpler - den Cotillon. Im verfinsterten Ballsaale wurden durch Reflektoren verschiedenartige Strahlen auf die Tanzenden geworfen, was einen prächtigen Anblick bot. Jede der Damen erhielt überdies ein Glühlicht; dieselben wurden auf ein gegebenes Zeichen mit der Batterie verbunden und ergaben in ihrer Anordnung die Initialen der Präsidentin des Wohlthütigkeirsvereines im achtelt Bezirk, Frau Amalia Beck. Men. Zu dem in letzter Nummer enthaltenen Berichte : über die durch den Vorstand des 8. Bezirkes veranlasste Aufstellung eines Grabdenkmales für den verewigten Rabbiner L. Wollner sei hiemit nachgetrageu, dass Herr Cantor Th. Fleck bei dem feierlichen Acte mehrere Psalmen in erhebender und weihevoller Weise zlnn Vortrage brachte. Wien. Es wird wohl selten einen Abend geben, an dem das Publicum in der Lage ist, zwei der größten Meister ihrer׳ Kunst Mitwirken zu sehen. In den Dienst einer großen Humanitäts- -sache haben sich diese beiden Meister gestellt; es find dies Meister S onnenth al, die Stütze des Burgtheaters des Kaisers, und Kammervirtuose Alfred Grünfeld, der moderne Mavier- Heros. Diese beiden Künstler werden an der Akademie mit-? wirken, die am 5. Jänner im S o p hi e n f a ä l e stattfindet und deren Erträgnis dem Verein ״F e r i e n h e i m" zufällt. Dieser Verein, der im letzten Sommer 340 Kindern einen gesunden, stärkenden und erfrischenden Landaufenthalt verschaffte, hat nicht' vergebens an die Herzen dieser beiden großen Künstler appellirt und haben dieselben mit aller Bestimmtheit ihr Erscheinen zugesagt. Ueberdies werden Herr H e s ch und Frau F or st e r von der Oper, Frl. R etty'vom Deutschen Bolkstheater und das-Quartett Be amt Mitwirken. Troppsrr. imDecember. Das herrliche Fest der Tempeleinweihung, welches am 8. d. in unserer Gemeinde in so glänzender Weise gefeiert wurde, hallt noch in.den Gemüthern unserer Gemeinde-Mitglieder nach umsomehr: Äs dasselbe vollkommen ge'- lungen war, worüber in der ganzen Bevölkerung nur eine Meinung herrscht. Die ל ,;Cantoren - Zeitung'^ brachte zwar schon einen' Bericht über-die Tempelweihe, ich glaube jedoch, dass es für die geehrten Leser dieses: geschätzten Blattes nicht unintdresfant

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.