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Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung · 1896-09-13 · Heft 22 (13.9.1896) · p. Seite 7

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Journal
Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung
Volume
16 (1896)
Issue
Heft 22 (13.9.1896)
Date
1896-09-13
Page
Seite 7 (sequence 7)
Language
German
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und wäre Lies geeinigte Zusammenwirken überall zu wünschen. Am 24. v. M. feierte man hier das 25jähr. Jubiläum der Gründung des k. k. höheren Staatsgymnasiums, zu welchem sowohl die -Vertreter der hiesigen Repräsentanz. Herr Benedict Hermann.Obmann, und Herr Juda I. Kohn, Cassier und Stellvertreter, als auch Herr Spielmann, als Lehrer und Cantor geladen waren und das größte Entgegenkommen bei dieser wahrhaft erhebenden Feier gefunden.haben. Nicht unerwähnt darf bleiben, dass während dieser Zeit Manche tüchtige jüdische Kraft dieser Anstalt,entsprossen ist, »w. z. B. Herr Med. U. Dr. I. Glaser in Jglau, einer der .gesuchtesten Aerzte, Herr Dr. U. Noubicek in Prag, u. v. A. Insbesondere ist hier zu bemerken, dass unter den 15—20 isr. Schülern, welche alljährlich dieses Institut hospitieren, stets die ״armen und unbemittelten" es sind, welche mit Vorzug abiturieren. Unter 15—20 Israeliten sind fast regelmäßig 6—8 mit Vorzug, und spricht Direktor P e t r u, ein höchst loyaler Mann, stets mit Ächtung und Liebe von seinen jüdischen Schülern. Mögen diese Zeilen dazu dienen, den sogenannten verrufenen antisemitischen Winkel des südöstlichen.Böhmen ein.wenig zu rehabilitieren. Sp. Lemberg. Wie dem Dziennik Polski aus Tarnow berichtet wird, hat die Statthalterei die Verfügung der׳Bezirks- Hauptmannschaft, wonach Bezirkscommissär Baron B a t tagl i a mit der provisorischen Besorgung der Agenden des aufgelösten israelitischen Cultusgemeinde-Vorstandes in Tarnow betraut wurde, nicht genehmigt, und zwar mit der Motivirung, dass es nicht angehe, eurem Andersgläubigen die Leitung der israelitischen Cultus-Angelegenheiten zu übertragen. In Folge dessen wurde znm Provisorischen Leiter der aufgelösten Gemeinde das Mitglied derselben, Maschler, bestellt. Budapest, 3. August. Die Gesetzgebung nahm behufs Entschädigung jener Seelsorger, die Lurch die Verstaatlichung des Matrikelwesens in ihrem Einkommen eine starke Einbuße erlitten, in den Etatsvoranschlag die Summe von 300.000 Kronen auf. Der Cultusminister, der den Rabbinern eine viel, höhere Summe als im Vorjahre widmete, fordert nun die israelitische Landeskauzlei und die orthodoxe Durchfuhruugscommission auf, ihm eine Liste der in ihrem Einkommen geschädigten Rabbiner vorzulegen, um dieVertheilnng der Entschädigungssumme vornehmen zu können. Die Daten, die vor einigen Monaten abverlangt wurden, werden anlässlich der Regelung der Congrua bei der Bestimmung des Gehaltsminimums der Rabbiner und der entsprechenden Ergänzung derselben verwerthet werden. Mrad. Herr Chordirektor A.;Grünzweig wurde als Professor an:das hiesige Conservatorium berufen und wird in drei Hauptfächern Unterricht ertheilen. (Unsere herzlichste Gratulation dem tüchtigen Meister). Gr. Kanftfa. Wenn religiöse Festlichkeiten in Zeiten der Indolenz, wo jedes Streben von -materialistischem Geiste angehaucht ist, einer Veröffenlichung -würdig -scheinen, so verdient es -besonders die am 29. v. M. ׳hier;stattgefundene;Barmizwa Feier. Der Gymnasial-Schüler Heinrich, -einziger Sohn des Herrn Wilhelm und der Frau Emilie Gstettner, ein aufgeweckter, begabter Knabe, wurde an diesem Tage zur Thora gerufen und trug die Haftara im Urtexte mit der entsprechenden Betonung in sehr erhebender Weise vor. -Anlässlich dieser Feier spendeten die Eltern ein aus blauem Sammlmit reicher Gold-stickerei verfertigtes Thoramäntelchen, welches zugleich feierlich eingeweiht Wurde. Diese werthvolle Tempelgabehat auch bei dem nachmittags stattgefundenen, reichbesetzten Vespermahle in dpn vomHerrn Oberrabbiner ausgebrachten.sinnreichen Trinkspruche würdigende Anerkennung, und in der heute > am 30. d. abgehaltenen Vorstandssitzung den Ausdruck wärmsten Dankes gefunden. .8. 6-. Muttek. Unser Cantor, Herr L o w y, wurde nach , beifällig aufgenommenem Probevortrage als Obereantor in Alt- Bistritz ausgenommen. Breslau. Am Sabbat d.-22. August feierte der Obercantor d er Storch-Synagoge, Herr A.- B. S p iro, fein 25׳-jähriges Amtsjubiläum in unserer Gemeinde, und ׳ die-Art bieser - Feier legte -beredtes Zeugnis ab von ber - allgemeinen -Verehrung.und Beliebtheit, cheren sich der Jubilar än-ünsererkGemeiude.erfreut. Ullzähljge . Gratulanten wetteiferten wlitei.nander, ihre ^freudige Theilnahme an dieser Feier zu bekunden. Die größte Freude dürste aber der wahrhaft fromme Jubilar empfunden haben, als Se. Ehrwürden Rabbiner Dr. Rasenthal ihn van der Kanzel herab mit dem ganzen Glanz feiner Beredsamkeit feierte. Nach dem Gattesdienst erschien der Gesammtvarstand, runter Führung des Herrn Magd an, in der Wohnung des Jubilars und überreichte ihm einen prächtigen Pokai mit entsprechender Widmung. Außerdem wurde ihm eine beträchtliche Gehaltszulage bewilligt. Herr Qbercantor Spiro ist im Jahre 1833 in einem kleinen Städtchen Rußlands geboren und übt sein heiliges Amt seit 1858 aus. SeineStimme, ein Tenor-Bariton, ist von großer Fülle und Weichheit, zudemist sein Vortrag, namentlich des alten Chasonus, von seltener Meisterschaft. In Anerkennung derselben hat der selige Deutsch, wie er dem Schreiber dieser Zeilen versicherte, Jeden, der das richtige Chasonus lernen wollte, an Obereantor Spiro gewiesen. Auch in der Composition hat der Jubilar Bedeutendes geleistet, und es wäre zu wünschen, dass seine synagogalen Gesänge, welche sich durchwegs durch süße Melodik und charakteristische Änpassung an den Text auszeichnen — Herr Spiro ist nebenbei auch ein sehr guter Hebräer — durch den Druck veröffentlicht würden. Auch mehrere Psalmen hat er componirt und einen davon dem Kronprinzen Friedrich Wilhelm von Preußen, nachmaligem Kaiser Friedrich HL. zu seiner silbernen Hochzeit gewidmet, wofür ihm ein sehr fchmeichel- Haftes Dankschreiben vom Hofmarschallamte zugekommen ist.' — Möge dem ausgezeichneten Manne zur Freude seiner zahlreichen Verehrer und zur Zierde unserer Gemeinde noch eine recht lange Amtsthütigkeit beschieden sein! Biblische Franengestallen von B. Jacobsohn. Verlag von Oskar Leiner, Leipzig. Elegant gebunden 5 M. Mit der Art der Darstellung dürfte sich nicht jeder einverstanden erklären, namentlich zeigt z. B. die Bezeichnung Rebekkas als gute Seele und Esaus als roher Patron nicht gerade von gutem Geschmack. Sachlich ist die Behauptung des Vss.: In der Bibel hätten die meisten Eigennamen eine bestimmte, dem Charakter und dem Wesen der Person entsprechende Bedeutung (S. 5), falsch. Ein verschwindend kleiner Theil der biblischeu Eigennamen hat wohl eine symbolische Bedeutung, sie hezeichnen aber nie Charakter und Wesen der Person. Dagegen sind mehrere hübsche Gedichte eingestreut und zwei prachtvolle Bilder beigegeben, außerdem ist das Buch äußerst elegant aus gestattet. so dass es einem Schmucktisch jedenfalls zur Zierde gereichen wird. Das jüdische Weib von Nahida Ruth Lazarus, Berlin bei S. Cronbach. Dritte Austage. Elegant gebunden 5 M. Dieses Meisterwerk der berühmten Schriftstellerin״ hat bei seinem ersten Erscheinen bei der gesammten Presse enthusiaftischeu Beifall gefunden, ein Beifall, dem sich die Lesewelt angeschlossen hat. Und in der That könnte mau einem gebildeten jüdischen Weibe keine größere geistige Freude bereiten, als durch dieses jüdische Weib! Ziyn. Hebräische Monatsschrift, erstes Heft, herausgegeben von 2upnik, Drohobycz. Es ist gewiss zu wünschen, dass der hebräischen Sprache mehr Pstege gewidmet wird, als es gewöhnlich geschieht, und eine hebr. Monatsschrift kann viel dazu beitragen. Aber eben deswegen möchte ich den Herausgeber bitten, ja keine Unberufene zum Worte kommen zu kaffen. Wenn ich Hebräisch lese, so soll es auch Hebräisch sein — schönes, korrektes Hebräisch! Damit meine ich durchaus nicht die Ausschließung des taünudjschen Idioms — mher ja kein Jargon mit hebr. Worten wiedergegeben! Auch -fachlich muß nicht der erste Beste von Dingen reden, -die er nur halb oder ' gar nicht versteht. Da wagt.uns ein gewisser ^Harvdezki die Weisheit äufzutischen, dass der Meiaphysiker hauptsächlich mit Hem-Gefühle und nicht mit der Vernunft MosophM Den;zur BermjttMg..irggyd erpes Heschwätzes rsi,.Hehn-.Hoch bist . .;••״ ״ Dr. I. Kahan,., Rabbiner in Waidhofen mMH.

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