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Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung · 1896-09-01 · Heft 21 (1.9.1896) · page 1

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Journal
Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung
Volume
16 (1896)
Issue
Heft 21 (1.9.1896)
Date
1896-09-01
Page
– (sequence 1)
Language
German
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üesterreichisch-ungarisGhe Redactiüun-.'Ädmmi^raliön Wieu,2.Novaragasse27, ,*• K k. ost'err. >HdWarcafse LH»ck7Lonto Nr. W5.240,: ' Inserate ' Nierden, billigst berechnetv - ' : Manuscripte werden nicht, - - retournirt. ־־J i ל : eentral-Opgair für die Interessen der Lsntvren und Cultnsbeamten. E Vs ch eint j e d e n zehnten T n g. Begründer: Obercantor Jacob Bauer. Pränumerations-Preis. FiirLantore» u. QZnlUt&beamte m Vefirrreirij-Arrgsrir Ganzjährig .... . st. 5.— Halbjährig . . . . . st. 2.50 FürCantorrir ».Eulkusbeainto in» Ausland Ganzjährig . . . .10 Mirk oder Si Rubel. Jfüs. ptibate und I»sttt,«k» Ganzjährig . . . '. fl. 8.— . Bbtmtuuunt«• u. Insrrtiousbetrüge stnd irr Wien!nülbar. Nr. 21./ : . ־ Wien, 1. September 1896. . 16. Jahrgang. Meister Von B. 'S i n'g e r;- Jungbunzlau^;sind. hie Sterne, die so.herrlich am Himmel der Mfimgogen-tzitteratut'.glänzten. Allen voran das .Dreigestirn Sulz er."aümbu^rg, .Lew and o w ski, denen sich D e u ts ch, W,ei n t r a n b. .und Andere anreihten. Sie alle waren. nnf'AüsWhme LeMndowski's, nicht nur große. Sänger, sondern ^dD^heutelch^Tansetzer-^ und diese Doppelstellung bedingte ihre elgentliche'Größe, . Erloschen .sind' die Sterne, . aber sie glänzen mHren WeMu noch immer., fort.., Die, Verherrlichung Gottes war ihr .'gWeinsames Streben, trotz der großen Unterschiede ihrer. Leistungen auf compositionellem Gebiete. Componirey ist nicht schwer, insofern .man nur mit melodiösen Gedanken begaht und tüchtige Begriffe von Harmonielehre hat. Haben sich ja sAon He.' meisten- Cantoren. mit mehr oder Weniger Glück in, dev TonsetzkuNst. versucht, .aber nicht :jedem war des Schicksals Gunst beschieden^ in eine Sphäre zu, gelangen, in welcher seine Begabung die.'.'MHige' Nahrung,: fand, und manch' aufstrebendes . .Talent musste . durch Ungunst der Verhältniße auf halbem Wege stehen bleiben. : Wien, "Paris, .,Berlin, das waren die Pflegestätten dev jüdischen Musik, von welchen. die erwärmenden-Strahlen ausgiengen. Heutzutage verlangen, die Gemeinden, selbst .die großen, dass derCantor unrein guter Säuger sei. das Uebrige, das? Plus.-seines. Könnens ist. seinem Privatfleiß. anheimgegeben, und. in der. That ist inder jüngeren Generation..mit, wenigen Ausnähmen,-kein Nachfolger zu finden, der . im Ginne obiger Männer das Werk. welches sie begonnen, fortsetzen könnte.. Und was ist der. Grund-? Der Jndifferentismus des Volkes hat auch bei den Fach genossen . Gleichgültigkeit erzeugt. Freiheit von Außen, Frömmigkeit v.on Innen bedingten ein schnelles. Auffprießen der jüdischen - Gynagogen-Litteratur. ,, Zerstörung von Außen, Zer-. rüttung im Innern ist das Losungswort von heute.; -. - __ JSch : noschir es . schir - adonaj? Im eschkochech Jeruscholajim, sisciikach. jemini. Wie kann man feine- Pkchte erhehen ,pnd ,tonsetzen, wenn-der erhebende religiöse H.Mnke,.sehlt.?- Der Gharakterzug im Schaffen unserer Meister.. Freudigkeit^ Msür z:: B. , die. Tempil gewisser Piecen - aufklärende Beweise Liefern. Wenn wir die Sulzer'schen Compositionen durchgehen, so finden wir neben dem bequemen Chöralton ein blutreiches, rasch pulsierendes Element in Piecen, wie z. B. im Königspsalm, 8epdrra-Eeedo -dodi, in den LIedusodatll für Jomim nauroim 3c. Diese beiden Echod allein sind ja die kühnen Zeugen einest nach Freiheit und» Gleichheit ringenden,Charakters, sie sind Hymnen auf de^ Humanismus. . , | ״ .Nicht..,..KLivfdaE-.MSMSA^w^. Suher^-LasirvL; bei Naumburg viele Gesänge auf nationalem Grunde, wie über- Haupt- Naumburg sich die Mühe gab, den Faden des alten! Chasonus nicht zu verlieren. Die Art und Weise, wie er manche! Piecen ausstattete sind geradezu unnachahmlich. Wie einfach und : doch so fein gegliedert sind die 2-Piecen "Wajdaber mit Kadisch. in D-dtir und A-dur, beziehungsweise fis moü. Wie volkSthümlich gehalten und der Erhabenheit doch nicht entbehrend,! sind die beiden Berosdi hasehonoh. Freilich findet man auch, sehr viel Unbedeutendes und, wie sich Sulzer selbst ausdrückte. Surrogat. Ich. möchte ihn gegenüber der Gemüthstiefe Sulzer's den Rossini der jüdischen Musik nennen, weil er mit geringeren Mitteln arbeitend, das leichtere Genre pflegte, daher für schwächere Chöre zugänglich und für ein anspruchloseres Publikum-wie geschaffen ist. - - Wenn Sulzer den sogenannten kirchlichen Choralton pflegte, j Naumburg singspielartig zu schreiben verstand, so finden wir bei: ' Lewandowski das theatralisch Pomphafte, das sich oft an den Oratorienstyl anlehnt, dabei aber immer solche melodische Wendungen nimmt, welche nach spezifisch jüdischem Geschmacke und nach unserem Begriffe einen eigenen Reiz ausüben. In dieser Mischung ist dem genialen Meister, wie nicht anders möglich, manches unterlaufen, was man als nicht ganz originell bezeichnen^ darf, gleichsam einen Schimmer von jenen großen. Mustergestalten, welche er studirt und die ihm als Leitstern sein Leben lang galten, auf seine Werke zurückwerfend. Man vergleiche nur den Iaedowid .rnismor im II Theil, ^koda ^e'süarra, die Stelle n'kledasiafün mit dem Chore Nr. 24 im Messias von Händet ».Der Heerde Aeich". und man wird eine solche AehnlicWt in diesen Terzen und Sextmgängen finden, dass man sagen muß: Lewandowski chat von dem großen Hallenser viel gelernt. J

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