Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung
- Journal
- Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung
- Volume
- 16 (1896)
- Issue
- Heft 18 (15.7.1896)
- Date
- 1896-07-15
- Page
- Seite 7 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 1-8 Gesterreichisch-ungarische Lantoren-Zeitung. Seite 7. Herrn I. V o r s ä n g e r sang einen Willkommengruß. Der Vorsitzende des Connteß,. Herr E. H. de Lange überreichte dem Jubilar ein Programm der Feier, auf Seide gedruckt, welches die Firma van C r e f e l d und Comp, zur Verfügung gestellt hatte.-Hierauf׳ hielt Herr de Lange eine Festrede, worin er die Verdienste, des Herrn Heymann hervorhob. Als Zeichen der Hochschätzung wurde durch den Redner ein gefülltes Portefeuille mit einer größeren;Summe.als Ehrengabe überreicht, sowie ein schön eingebundenes Album mit kalligraphischer Widmung, auf der. ersten. Seite, das Symbol. der 40-jährigen Erinnerungsfeier und auf. der folgenden. Seite die Namen der Schenker: Die Herren Oberrabbiner, Räbbinatsassessoren, Vorstandsmitglieder, sowie weitere Freunde und Verehrer. Der Chor sang hierauf Psalm .100, .worauf das Wort Herrn van Perlstein, Vorsitzender des Vorstandes, ertheilt wurde. -Dieser Redner sägte, dass Herr Heymann sicher mit Zufriedenheit rückwärtsblicken-könne.—Mit unbefleckter Treue, großem Talent und heiliger Zuneigung hat ep-sein .Amt. bekleidet,/ beinahe ein halbes Jahrhundert. Vor M-Jahren waren die-Verehrer zahlreich, jetzt jedoch seien es noch viel mehr, - weil Herr H. sich . in der Gemeinde manches Herzerobert hat, - weil er 'mit ihnen Freud und Leid getheilt hat.- DM Herr. Heymann-seine kräftige, herrliche Stimme noch Jahre lang - behalten möge, war des. Redners liebster Wunsch. Vom Herzenrief er ihm wieder zu wie damals zu seiner Anstellung: ״G o tt s e g n e Si e!" HerrÄ.-S.'O-nd-erwy-z er, Rabbiner der Hauptsynagoge, bezeugte ebenfalls seine Anerkennung der Verdienste des Jubilars als Cantor und Gottesdiener und schließt mit den Worten: ״Der Allmächtige möge Sie segnen für das Gute, welches Sie in seinem Dienste gestiftet haben und hoffentlich noch viele Jahre stiften werden." Auch der Rabbiner 1. D. Wy nko op ergriff das Wort und setzte die hohe Bedeutung auseinander, welche mit dem Amt eines Vorsängers, der ein sprachkundiger Gelehrter ist, verknüpft ist. Er schloß mit den Worten: ״Möge die Gemeinde noch viele Jahre den Vorzug genießen, solch' einen Vorsänger zu besitzen und möge sein Leben noch lange Jahre erhalten bleiben." Nun wurde Psalm 116, componirt von Herrn Heymann, gesungen. — Dann sprach Herr Hey mann seinen aufrichtigen Dank aus, Allen, welche ihm an seinem Festtage so große Ehren darbrachten. Als er vor 40 Jahren sein Amt antrat, betrachtete er es als eine Sendung Gottes. Obschon er noch jung war, hoffte er auf eine schöne Zukunft, weil er sein Vertrauen auf den Allerhöchsten stellte. Und seht, seine Hoffnung ist Wirklichkeit geworden. Schnell fühlte er sich zu Hause in der Fremde, er fand überall Anerkennung seiner Thätigkeit im Gotteshause, und dieser Umstand leitete zu Freundschaft auch außerhalb desselben. Er theilt mit, dass er sich entschlossen habe, das ihm dargebrachte Geschenk in Geld an die fo lg end en 3 Wo hlth ätigkeitsanstalten zu überreiche n: 1. Dem Niederländisch Israel. Armen-Vorstand. 2. Dem Niederl. Israel. Knaben-Waisenhaus. 3. dem Niederl. israel. Mädchen-Weisenhaus. Ein lang anhaltender Beifall begrüßte diese Mittheilung, worauf Herr Heymann nochmals Allen besonders dankte, die Hoffnung aussprach, dass die Freundschaft für ihn ebenso stark bleiben möge wie bisher, und mit einem hebräischen Gebete schloß. Vom Gesangsverein -,Schire Kodesch" wurde dem Jubilar ein silberner Pokal verehrt, wobei die Herren H. Schorlesheim und I. Dünner das Wort ergriffen. Berlin. Der Vicekönig und Großkanzler des chinesischen Reiches Li-hung-tzang, weilt soeben als Gast auf deutschem Boden. Dieser hohe Functionär hat seinen Amtssitz in der Hafenstadt Tientzin, in welcher Stadt sich die ersten europäischen Juden und zwar schon 1858 angesiedelt haben. Seit fünfundzwanzig Jahren residirt nun Li-hung-tzang daselbst. Obgleich die fremden Juden dort gleich den übrigen Europäern unter der Jurisdiction ihrer, betreffenden Consulen stehen, so haben sie doch diesem Staatsmanne viel zu verdanken, da er ihnen den freien Aufenthalt׳ in der Stadt und auch den ungehinderten Verkehr .mit . der Bevölkerung gestattete. Als Großkanzler des chinesischen Reiches kann er auch verhängnisvoll in die Geschicke dNÄasMst^Wendest MnheimiMech Juden^ eingrMn/ indessen existiren dieselben ׳ dort schon -seit zweitausend Jahren, und' keinem chinesischen Staatsmanne, ist es noch eingefallen, sie in der Ausübung, ihrer Religion zu stören. Diese Juden haben sich übrigens schon längst den Chinesen assimilirt und tragen auch wie diese Zöpfe. Zu Hause und in ihrer Synagoge find sie jedoch strenggläubige Juden, obgleich sie als Religionsbücher nur die fünf Bücher Mofis und ein kleines Gebetbuch besitzen. Petersburg. Von den ersten Tagen seines Regierungsantrittes an hat der junge Z a r auf die Welt den Eindruck eines Herrschers gemacht, der die Ideen des Fortschrittes und der modernen Gesittung in sich ausgenommen hat und der auch entschlossen ist, diese in seinem Reiche zur Geltung zu bringen. Und die Nachricht, die heute aus Rußland vorliegt, ist ganz dazu angethan, das sympathische Geprägedieser Herrschersigur noch zu verstärken. Ein Petersburger Blatt meldet nämlich, dass durch einen Erlass den auswärtigen Juden ohne Unterschied des Berufes der Eintritt in das russische Reich gestattet wird. Bisher war Rußland für israelitische Reisende beinahe gänzlich versperrt. Diesem Zustand, unter dem der Handel Rußlands stark litt, ist nun durch diesen Erlass ein Ende gemacht. Diese Verordnung erweckt aber auch die Hoffnung, dass durch den jungen Zaren freiheitliches, humanes, modernes Denken auch der unglücklichen grauenvollen Situation, den unmenschlichen Derfolgungen der russischen Juden, dass jenem System der rückstchtslosen Unterdrückung, unter dem Andersgläubige in Folge׳ des blinden Glaubenseifers eines Pobiedonoszew in Rußland heute noch schmachten, baldigst ein Ende gemacht werden wird. Genrraldrrectron der österreichischen _ SLaatsbahnrn.__ Betriebs-Eröffnung ber 20cal6a&n Sch warzenau-Zwettl. Am 5. Juli l. I. wirb bie Localbahn Schwarzenau-Zwettl dem öffentlichen Verkehr übergeben werben. Dieselbe beginnt in ber Station Schwarzenau der StaatSbahnlinie Wien-Egcr, führt über bie Stationen Bernschlag, HormannS, Gr.-Globnitz nnb bie Haltestelle Gerotten-Stist Zwettl nach ber Enbstaüon Zwettl. Die genannten Stationen werben für ben Gesammtverkehr, bie Haltestelle Gerotten-Stist Zwettl für ben Personenunb Gepäcksverkehr in Benützung genommen. Der Betrieb bieser Localbahn wirb von ber Generalbirection ber österreichischen Staatsbahnen geführt unb wirb biefe Strecke speeiell ber Eisenbahn-Betriebsbirection Wien unterstellt. Erste k. k. prlv. Donau-Dampfschifffahrts-Gesellsehaft. Nach Budapest per Schiff. Nach Wien per Bahn. Billigste nnb bequemste Fahrgelegenheit zur Millenium''Ausstellung nach Budapest. TägfUelLe S c3ad££s־rrexToI0D.ci־ujag־- (Abfahrt? Ultr FrtUs. mitteleuropäische Zeit) ab 'W’itexa. (Weissgärber-Praterquai) nach Rückfahrt nach Wahl via MarebeglE oder Brack a/t. nach Wien (Nordbahuhof) oder Wen (Staatsbahnhof). Ab 26. April a. c. werden combinirte Tour- und Retourkarten Wirn-VndajreJJ zur Ausgabe gebracht. Diese Tour- und Retourkarten haben 14tägige Giltigkeit, gerechnet vom Abfahrtstage von Wir«» und berechtigen sowohl auf der Schiffsstrecke als auf der Bahnstrecke zur einmaligen Fahrt-Unterbrechung innerhalb der GiltigkeitSdauer. Fahrureiset Wien-Budapestf. pi. 8cm« ־״“• Badapcst-Vlen I. CI. Bahn.!ך —- lPrrsonrnWg). Wien-Budapestpi. aoh11f״(f״N Budapest-Wien II. CI- Bahn 17 — (Dchnrllprg). Wien-Budapest 1 pi.scwhJ(5־h־ Budapest-Wien U. Ci. Bahn III an (Prrsonrnxus). lilifiU' Wien-Budapest 1,.p1.8°di»°,°°°' Budapest-W len UI. Ci. Bahn 7 — (Vrrsonrrrprg). * * Den mit Personenzugskarten versehenen Reisenden steht es frei, ab Budapest den Schnellzug oder eine höhere Wagenklasse gegen Aufzahlung der bei der Bahn für normale Fahrkarten vorgesehenen Gebühren zu benntzeu- —Zwei Kinder unter l0 Jahren können mit einer combinirteu Touruud Retourkarte fahren. Einzelne Kiuder unter 10 Jahren genießen keine Ermäßigung. 25 Kilo Freigepäck wird nur auf per Schiffsstreckr gewährt. Wir», 28. April 1886. hie DirßCtlOB» igr fp geehrten Herren Abonnenten, welche die uxW* in voriger Nummer dergetegte Poft-Chrks» oder ung.Postanweisung dishrr unbenutzt lieAn, ersuchen wir höstichst dieselbe zur Einsendung des Abdttnrrnentsbrtragrs sur das 3. u.4. Nuartal VrnuHen M tvvllen. Die Administration.