Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung
- Journal
- Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung
- Volume
- 16 (1896)
- Issue
- Heft 17 (1.7.1896)
- Date
- 1896-07-01
- Page
- Seite 7 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 7. Nr. 17 Gesterreichisch-ungarische Lantoren-Zeitung. Monats 1696) סיון תל'ו) wurde in einem ungefähr eine Meile von Posen entfernten Walde die Leiche eines Zöglings des hiesigen Jefuiten-Collegiums gefunden,, die auf's Grässlichste verstümmelt war. Der unbekannte Mörder hatte seinem unglücklichen Opfer die Augen ausgestochen,.- die Hände abgehauen und das Herz aus , dem Leibe gerissen. Der Verdacht dieses kannibalischen Mordes lenkte sich auf die Juden Posens, und da der ermordete junge Mann der Sohn des Starosten von Obornik war und der adligen Familie von Tominski (oder Tomanicki) angehörte, so bemächtigte sich nicht nur des niederen Volkes, sondern auch des sonst judenfreundlichen Adels eine gewaltige Aufregung. Die Untersuchung wurde eingeleitet, .aber weniger auf den Erfolg derselben wartete man in Posen und in der ganzen Umgegend, als auf die Losung, über die Juden herzufallen. Namentlich brannten die Zöglinge des hiesigen Jefuiten-Collegiums, das nach dem Ausdrucke Lukaszewicz' alle klebrigen in Polen an Zügellosigkeit und Unordnung.übertraf, von glühendem Eifer, ihr Müthchen an den Juden zu kühlen. Auch der hiesige Magistrat, der in steter Fehde mit der Judenschaft begriffen war. schürte das Feuer, und auch an anderen Orten erklärten die adeligen Grundherren den unter ihrem Schütze lebenden Juden, dass, sobald in Posen gegen die Juden.borgegangen werde, auch in ihrem Gebiete dieselben auf keine Schonung zu rechnen hätten. Ueberall herrschte daher Äugst und Schrecken; man fastete und betete, und besonders die hiesige Gemeinde, die zunächst bedroht war, machte sich unter Fasten und Beten auf den Märtyrertod gefasst. Mehrere Wochen waren so den in Todesfurcht schwebenden Juden vergangen; da nahte im Augenblicke der höchsten Gefahr die Rettung. Eines Tages — es war Sabbath, p'D ב״ג und eben waren bewaffnete Volkshaufen unter Anführung von Edelleuten bereit, in's Judenviertel einzudringen, um darin zu morden und zu plündern — erschien eine Bäuerin auf dem Markte und bot Kleider zum Verkaufe aus, die man als die Kleider des Ermordeten erkannte. Sie wurde auf's Rathhaus gebracht und gestand nach kurzem Verhör, ihr Sohn, der in Rogasen wohne, habe den jungen Mann ermordet. Der Mörder wurde zur Stelle gebracht und somit der grausige Verdacht und die Gefahr des gewissen Untergangs von den Häuptern der Juden abgelenkt. Nicht ohne Berechtigung schließt der Bericht mit den Worten: ״ .נעשה לנו נס גדול וגלוי לעיני כל העמיםM. Jsr.״. Tulcza (Rumänien). Nach längerem Leiden starb hier der Schuhmacher David Silberstein und hinterließ testamentarisch der ist. Gemeinde ein werthvolles Haus, mit der Bedingung, dass selbes als Epitropie-Local der Gemeinde und für jüdische Arbeitervereine dienen solle, gleichzeitig möge dort eine populäre freie Bibliothek unter dem Namen ״Davidäum" gegri'mdet werden. Diese schöne That verdient der Oeffentlichkeit bekannt gegeben zu werden. Der Gefertigte als Executor dieser Stiftung und Obmann der hiesigen ,Otisrvra-LüäisoliL* appellirt au unsere Glaubensgenossen, Bücher für diese Bibliothek an Gefertigten senden zu wollen. Wünschenswerth wäre, dass jeder Spender seinen Namen in die Bücher zum Andenken eintragen würde.^ Sam. Ellmann. Neio-Hork. (Die Grundsteinlegung des neuen Tempels der Gemeinde Scheareth Israel.) Viele hervorragende israelitische Geistliche und zahlreiche Mitglieder der großen jüdischen Gemeinde wohnten gestern Nachmittag der Grundsteinlegung für den neuen .Tempel der Gemeinde Scheareth Israel, an der Ecke der 70. Straße und Central Park West bei. Die Feier wurde vom Rabbi der Gemeinde Rev. Dr. H. Pereira Mendes nach streng orchodoxem Ritus geleitet. Um 3% Uhr Nachmittags sprach Rev. Dr. Mendes den Segen, und die Gemeinde sang einen der Gelegenheit entsprechenden Psalm, worauf Rev. Meldola de Sola von der Gemeinde Scheareth Israel in Montreal und Rev. Dr. S. Morais von der Gemeinde Mikoe Israel von Philadelphia Ansprachen hielten. Der Vice-Präsident der Gemeinde Herr Lewis Hyman; überreichte dann dem Präsidenten derselben,. Herrn. L. Napoleon Lewy, eine silberne Kelle, mit welcher dieser! die Formalität des Legens-; des Grundsteines: vornahm. Wie! üblich, wurden in eine , in den Grundstein gemeißelte Höhlung? ׳ein?7 Kschichte;,der׳ GMßindes.yersHichenecheWffche'ZMchMy^, - sowie die Nacken der Geistlichen üEdn Beamten der Gemeinde׳ seit ihrer Gründung im Jahre 1682, die Constitution der Ver. Staaten und ein Verzeichnis der städtischen Beamten, sowie Exemplare der hiesigen Tagesblätter gelegt. Hieran reihte sich das Absingen einer Hymne und dann verlas Rev. Abraham H. Nieto einen Abschnitt aus dem alten Testament. Mit einer kurzen eindrucksvollen Rede des Rev. Dr. Mendes gelangte die würdige, erhebende Feier zum Abschluß. Die. Beamten der Gemeinde Scheareth Israel sind: 8. Napoleon Lewy, Präsident; Lewys Hyman, Vice-Präsident; Edgar Phillips, Elmer Hendricks. Joseph Blumenthal, Daniel de Meza und Henry Belais, Trustees. — Das Baucomitö besteht aus den Herren Adolphus S. Salomons, Frederick Nathan, Julius I. Lyons, Charles C. Allen und Wm. Salomon. Die Fertigstellung der Synagoge wird etwa 250.000 Dllrs/kosten. Rev. Of. Hochglück. Publicstronen des österr.-ungar. Cantorrn-Vereines. Herr Musikdirektor Adolf Grunzw eig in Arad hat dem Vereins-Präsidium 36 Exemplare seiner Compositionen über mittelt, mit dem Verfügen, dass der Erlös derselben dem Pensionsfond e des österr.-ungar. Cantoren-Bereines zustieße. Indem wir dem hochverehrten Spender für seine munisicente Gabe unseren innigsten Dank abstatten, geben wir gleichzeitig bekannt, dass diese Compositionen — Semiroth Israel, Match Ahron, Casualien, Millenniums-Psalmen — den Intentionen des Spenders entsprechend mit 40% Preis-Ermäßigung veräußert werden. Die P. T. Collegen uno Vereinsmitglieder werden hoffentlich diese seltene Gelegenheit zur billigen Anschaffung der mit vollem Rechte beliebten Grünzweig'schen Synagogengesänge nicht unbenützt vorübergehen lassen. * * * Das Vereinsmitglied Abraham L ö w y in Neumark ist im vorigen Monate nach längerem Leiden gestorben. Im Sinne der Bestimmungen des § 14 der Statuten fordern wir die Mitglieder auf, den Pflichtbeitrag per 1 st. umgehend an den Bereinscassier einzusenden, damit der Witwe ehebaldigst der Witwenbeitrag ausbezahlt werden könne. In Anbetracht der Lässigen Einzahlung der Jahresbeiträge ersuchen wir für die Zukunft auch um größere Pünktlichkeit nach dieser Richtung. Wien, am 1. Juli 1896. Der Vorstand des österr.-ungar. Cantoren-Bereines. Mit 1. Juli beginnt das 3. Quartal des heurigen Jahrganges und wir ersuchen höflichst und dringendst. die geehrten Herren Avonnenten mögen den Abonnementsbetrag, u. zw. die in Oesterreich mittelst beiliegenden Post-Checks. die in Ungarn mittelst beiliegender Postanweisung umgehend einsenden. Wir appelliren im Interesse der Standesinteressen, welche in diesem Blatte in hervorragender Weise vertreten werden, um pünktliche Zusendung des Abonnementsbetrages, welcher halbjährig % 2.50 vierteljährig % 1.25 beträgt, damit die unliebsamen Mahnungen unterbleiben können. Die Administration. Wäciüe Wachsmam Aarüor Heinrich Anhner ^ietr, im KM tSSü.