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Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung · 1896-05-21 · Heft 14 (21.5.1896) · p. Seite 6

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Journal
Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung
Volume
16 (1896)
Issue
Heft 14 (21.5.1896)
Date
1896-05-21
Page
Seite 6 (sequence 6)
Language
German
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Seite- H. Gestexreichisch-ungarische. Lantoren-Zeitung. Nr. 14 Gott «rhrifsen. Wau Mßte- Mersten MgenblickchMrchten/. dass. rMer WÄrudM.Mter Mx; Wucht eineL Schlgges; der: sy vieM: HyKvMM.vernjchtet^, .zus^ynenbrechen würde. Aber er be-, wHfte. ejoe .soMe Eharafterstärke,- eine so gewaltige GpanykraM, dass er sich bald qnhächtete^ Er gÄb seinem.natürlichen SchmeM eine Weihe undlenkte ihn.-in der edelsten Weise ad, indemersich noch mehr als früher seinem menschenfreundlichen׳ undwohlthätigen Wirken hingab. Nach Verlust seines Sohnes, der׳ seinen Namen erben und ftin Haus fortsetzen sollte, schuf er. eine große Familie, seiner unglücklichen Religiousgeyoffen. Bon da ab bot er das wahrhaft bewunderungswürdige und in der Geschichte vielleicht einzige Schauspiel: dass ein der/deu Gipfel des Beichthums erklommen, ohne Unterlass seinen Blick auf die Enterbten wandte und sie verschwenderisch: mit seinen Gütern überhäufte, uw chnen zu helfen und sie zuerheben. Er machte das ,Wohlthun zu einem wissenschaftlichen. AMings^tudium, es ward: seine. Hauptbeschäftigung, der Gegenstand des Nachdenkens Ly schlaflosen Nächten; er übte seine,, von großartiger Conception zeugende und einen hohen Gesichtspunkt verrathende Wohlthätigkeit mit der Fülle der Erfahrung/ und, der, Macht seiner Arbeit, sowie der productiven Thatigkeit, welche Me Grundlage seines eigenen. Rejchthums: ward. O, wie herHlichs ist es, wenn man in Fülle: die Güter der Erde besitzt, um Mr die Unglüchlichey, die auf der untersten Stufestehen, sorgen und ihnen die hilfreiche, stets zum Geben offene Hand , reichen zu können. .. Wir können es laut sagen, meine Herren, es waren vornehmlich seine Religionsgenossen, die seine Tathkraft so mächtig anregten. Das- Feld seiner Thatigkeit. war leider nur allzu groß. Baron Hirsch kannte die Thatsache, die keinem gewissenhaften Beobachter entgeht,-dass die Juden in den Ländern, wo sie zahlreich sind,, dem bejammernswerthen Elend verfallen. Ihnen ist das historische -Schicksal beschiedenzu verkümmern, infolge hunderlhundertjähriger. Leiden in: einer Armuth. die jeder Beschreibung spottet. Wenn hie und da einmal Reichthümer auftauchen, welche den Mid engherziger und mißgünstiger Geister erwecken, so gähnt! dafür ringsumher rin ungeheuerer Ocean von Uebeln, Dürftigkeit und unsagbaren Leiden, welche die ausgiebigste Mildthätigkeit kaum einzudämmen vermag. Dorthin lenkte er in kluger Berechnung seine Kräfte und seine׳ mächtigen Hilfsmittel. Zweifelsohne betrachtete -er es, in -seinen innersten Gefühlen verletzt durch jene Art. von religiöser Verfolgung, die von mancher Seite mit wilder Leidenschaft entfacht wird und über die unser zur Neige gehendes. Jahrhundert nur erröthen kann, als seine heilige Wicht, soweit es in seiner Macht lag, den Ungerechtigkeiten der. Geschichte, und der Grausamkeit der Menschen! zu steuern. ׳ - Begabt mit einem: feinem Verständniße für die Bedürfnis der Menschlichen Natur, - fand er. dass man, um die materielle Lage dieser enterbten Volsmassen zu verbessern, weniger an die Gegenwart als andie Zukunft denken müsie, uyd dass es die beste-Bürgschaft Hes Erfolges, sei, wenn vor allem chr mora-. üsches. Niveau gchobey wird. . ' Er verfügte somit ein dreifaches Ziel: Er sicherte der Düschey JugeM in jenen Gegenden, wo׳.;:sie am meisten der KiMvoHHchMg /-überliefert-:sind,.,jenes.erforderliche primitive WaH?vMBilduug^:d.ie:i׳uvthwendig - find, um ^dem Menschen hM:WWHl7.feives.r-Merthes/,und )das Bewusssein seiner Würde- M^rleichMO ihr<! dje!) Eplemung-׳ des ^HandwerkesnsMrw6״ ',t ::vi : :':.: ׳j r. Welches das sicherste Mittel für ein bescheidenes, aber nützliches uyd: ehrenvolles. Leben! ist; endlich', erweckte, er!/ anknüpfend/, an-, die: ältesten -Traditionen: des Judenthums, in .der jüdischen-. Be-, . völkerung den -Sinn und. die Geschicklichkeit für׳ den Ackerbau,. : um׳ an der Handder Erfahrung zu zeigen, dass, wir trotz.aller-- Vorurtheile: geeignet: sind, in jeder Richtung den -vitalsten Inte-! ressend der-menschlichen Gesellschaft zu dienen. Daher die große und werkthätige Sympathie, die er den von der-׳H1iau6s. Israelito UuiverssUs im Orient: erhaltenen; Schulen und •; Unterrichtsanstalten entgegenbrachte, deren Programm. so., sehr, seinen eigenen Ideen entsprach und. die von der Vorsehungim:. ׳Voraus gleichsam zum nützlichen Werkzeuge seiner großen Ziele gemacht wurde.- Daher stammen seine großen Stiftungen, mit. denen er Galizien und die Stadt Newyork bedachte; daher die großen Opfer, die er sich auferlegte, um die von den russischen Juden in. Nordamerika und Canada gegründeten Ackerbaucolonien zu erhalten; daher endlich dergroßartige Plan einer ausgedehnten Colonisation in der argentinischen Republik zum Wöhle tausender Unglücklicher, denen er nicht blos ein neues Vaterland, sondern auch eine neue Existenz geben wollte: Zu. unserem großen. Schmerze war es im nicht vergönnt, noch bei ' Lebzeiten die volle Entwicklung seiner wunderbaren Schöpfungen - die-seinen Geist so sehr beschäftigten, zu sehen; aber der Same ist ausgestrent, der Grundstein ist gelegt, und wir haben .die : Gewissheit, dass die Zukunft die Hoffnungen des Baron Hirsch rechtfertigen werde. Obgleich er auf diese Weise für eine mehr oder minder entfernte Zukunft wirkte, blieb, er dennoch, nicht unempfindlich ׳ für die Leiden, die eine unmittelbare Hilfe erheischen. Gott : allein kennt all das Gute, das er für nah und fern geübt. Wie?viele Unglückliche wurden aus der Noch befreit durch sein mit vollen Händen ausgestteutes Gold. Wie viele trostlose Familien, bte in Verzweiflung, lebten, verdanken ihm bessere Tage. So oft 'Unglücksfälle, wie Kriegsverwüstungen, Epidemien, Hungersnoth, Ueberschwemmungen, Brände eine Gegend heimsuchten, wandten sich alle Blicke zu ihm empor wie zu einem prädestinirten Helfer, die Opfer aller Schicksalsschläge setzten ihre Hoffnung auf seein! Güte, kein Verzweiflungsschrei verhallte ohne Echo in seinem- Herzen, und die Größe der Hilfe richtete sich. stets nach der Größe des Unglücksfalles. Seine Delegirten, wahrhafte- Apostel des Friedens und der Mildthätigkeit, giengen Ueberall hin, wo Nochlage es erheischte, brachten Hilfe, stößten mit ihren Worten Muth und Hoffnung ein, richteten die niedergedrückten Gemüther auf, heilten die blutenden Schläge, ohne sich im geringsten um die Abstammung und das Glaubensbekenntnis derjenigen zu kümmern,- die um Hilfe und Beistand baten. Herr von Hirsch wusste esdass im Angesichte des Unglückes die Menschen Brüder sind, ebenso wie sie es vor Gott sind. So, meine Herren, ward der Name des Baron Hirsch . bekannt, geehrt und gesegnet in der ganzen Welt. Diese allgemeine Dankbarkeit war eine gerechte Vergeltung fiir ׳ solche; Seelen große und solchen Edelmnth. Sie trat in allen Formen'; und in allen Sprachen zu Tage und mit Recht müssen wir' hinzufügen, ׳dass diese Dankbarkeit sich mit derselben Intensität auch auf diese edle und gottergebene Gattin erstreckt, welche an das -biblische Ideal des ״wackern Weibes" gemahnt, auf ^diese mit solcher Hochherzigkeit- und so hohem'Geiste -begabte Frau,' welche-allegroßen Schöpfungen ihres Mannes förderte ׳ und' seine gutennWerke -unterstützte!׳-Unsere kräüritzew Gedanken weNn׳ selbstverständlich während dieser ׳ erschütternden ^äuerfeie'rlichkeitt

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