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Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung · 1896-05-11 · Heft 13 (11.5.1896) · p. Seite 7

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Journal
Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung
Volume
16 (1896)
Issue
Heft 13 (11.5.1896)
Date
1896-05-11
Page
Seite 7 (sequence 7)
Language
German
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Gesterreichisch-ungarische Lantoren-Aeitung. Nr. 13 Seite 7. Budapest. Donnerstag, dm 14. d. M. findet in der Rombach-Synagoge die Trauung, des Fräulein Rosa Bachman n, Uochter des Obercantors Jacob B a ch m a n n, mit Herrn Leopold N e u s er statt. Budapest. Vorige Woche ist׳ Herr Ignaz Reich, Präses der orthodoxen israelitischen Durchsührungscommission, in seiner Neupester Wohnung nach langem Leiden gestorben. An der Bahre des Dahingeschiedenen, der ein Alter von 70 Jahren erreichte, trauert sozusagen die gesammte orthodoxe Judenschaft des Landes, deren Führer er ein volles Vierteljahrhundert hindurch war. Die orthodoxe Landeskanzlei, welche seit ihrem Bestände unter seiner Leitung stand, bildet die vermittelnde Behörde zwischen der Regierung und den orthodoxen Cultusgemeinden. Ignaz Reich war für die Orthodoxen Ungarns eine Autorität ersten Ranges; in ihn setzten sie unbegrenztes Vertrauen, und wenn sie bei der- Regierung eine wichtige Angelegenheit zu erledigen hatten, so wendeten sie sich nur an ihn. Es gibt denn auch in ganz Ungarn keinen orthodoxen Juden, der den Namen Ignaz Reich nicht gekannt hätte. — Das Leichenbegängnis, zu welchem viele Rabbiner aus allen Landestheilen eingelangt waren, fand in Neupest statt. Die Bestattung erfolgte am Ofner Friedhofe der Pester orthodoxen Gemeinde. Berlin. (Kaiser Wilhelm und die Christlichsocialen.) Wir erhalten aus Berlin den Wortlaut eines Telegrammes, das der deutsche Kaiser im Februar d. I. an Freiherrn v. Stumm gerichtet hat und welches auch vom officiellen Telegraphen den Blättern übermittelt wird. Das Telegramm führt eine so deutliche Sprache, dass es kaum nöthig erscheint, früher ein Wort darüber zu sagen, als bis erkennbar ist, welche Wirkung diese kaiserlichen Worte auf das deutsche Volk gemacht haben: Berlin. 9. Mai. Freiherr von Stumm sprach vor einiger Zeit in einer Rede vor seinen Saarbrückner Wählern von einem Telegramm des Kaisers, worin die christlichsociale Partei scharf verurtheilt wurde. Die dringliche Aufforderung, das Telegramm zu veröffentlichen, ließ Stumm bisher unberücksichtigt. Heute aber bringt die ״Post," der Freiherr v. Stumm nahesteht, den Worltaut der Depesche. Nach der Lage der Verhältniße ist nicht daran zu zweifeln, dass die Veröffentlichung mit besonderer Genehmigung des Kaisers erfolgt ist. Das Telegramm lautet: ״B e r l i n. Schloß, 28. Februar 1896. Stöcker endigte, wie ich vor Jahrön voraussagte. Politische Pastoren sind ein Unglück. Wer Christ ist, der ist auch ״social," Christlichsocial ist ein Unsinn, führt zur Selbstüberhebung und Unduldsamkeit. Beides ist dem Christenthum schnurstracks zuwiderlaufend. Die Herren Pastoren sollen sich um die Seelen ihrer Gemeinden kümmern und die Nächstenliebe pflegen, aber die Politik aus dem Spiele lassen, dieweil sie das gar nichts angeht. Wilhelm I. R. Petersburg. Laut dem ursprünglich festgesetzten Krönungsceremoniell für die bevorstehende Krönung des Czaren Nikolaus II. in Moskau, sollten an dieser Feierlichkeit officielle Vertreter sämmtlicher Nationalitäten ohne Unterschied der Confession theilnehmen, nur die Juden sind übergangen worden. Diese Verfügung der Regierungskreise rief umsomehr Bestürzung unter den Juden hervor, als dieselbe gewissermaßen ein Rückschluss auf den neuen Cours gestaltete und für die fernere Zukunft trübe Aussichten versprach. Selbst die heidnischen Kalinuken und Samojeden hatten Berücksichtigung gefunden, aber die 5 Millionen jüdischen Unterthanen nicht. In jüngster Zeit hat sich jedoch, wie es heißt, ans die Initiative des jungen Kaisers, ein erfreulicher Umschwung vollzogen, und es werden auch drei Rabbiner als Repräsentanten des russischen Judenthnms zur Krönung zugelassen werden. Strllenveränderung. Herr Cantor Adolf Lederer, bisher in Chlumetz, hat am 1. Mai seine neue Stellung als Cantor und Religionslehrer bei der Cultusgemeinde Abbs a. D. mit dem. Sitze in Purgstall angetreten, ~ ^io gvehrken Herren Abonnenten, welche von der Nedsrtlvn eine Auskunft oder foustige schriftliche Mittffeiluir- Sen wünschen» werden erbtcht, entweder Antworttrsrken oder Postmarken beftülegen. da sonst die. Zuschriften unerledigt b%ifc6in •: י‘ ׳ ״ י׳ ׳ ' ' Die Redaktion. Littrratur. . Keal-Enryrlopädre des Iudersttzums von Dr. I. H a mbürg er. Ober- und Landesrabbincr in Strelitz (Mecklenburgs — Bon diesem Riesenwerke, an dem der Verfasser, gegen 30 Jahre gearbeitet hat, liegt uns das erste Heft vor, die Buchstaben A und Anfang B umfassend. Großartig in seiner Anlage wird dieses Werk nicht nur Theologen ein willkommenes, schier unentbehrliches Nachschlagebuch bieten, sondern auch Laien einen klaren Einblick in das gesammte Gebiet der jüdischen Litteratur in ihren verschiedensten Theilen gewähren. .Da findet man Aufschluß über Religion und Politik, über Philosophie und Geschichte, über LitteraMr und sociale Verhältniße in gleich ausführlicher, vorzüglicher Weise. Leider ist bei dem vielen Lichte auch viel Schatten vorhanden. Zunächst ist das Hebräische sehr häufig fehlerhaft wiedergegeben, ein Fehler, der sich leicht abbestellen lässt, namentlich müssen die Stellenangaben nicht so häufig mangelhaft — Capitel ohne Vers, Folio ohne Seite— oder gar falsch sein. Aber auch sachliche Fehler sind uns vielfach aufgestoßen, die uns die Freude an dem prächtigen Werke nicht wenig verkümmerten. Man erwartet zwar in einem wissenschaftlichen Werke kein elegantes, aber jedenfalls richtiges Deutsch! Da lesen wir aber ״aus Besorgnis v o r s e i n e m Leben?, ״nach eingetroffenen Strafen über Pharao" (S. 28>! Schwerer ins Gewicht fallen die geradezu falschen״Angaben. Der Aberglaube (snb voce) soll im Judenthum immer verpönt gewesen sein, während doch weder Bibel noch Talmud davon freizusprechen sind. (Vergl. D. Joel's treffliches Werk darüber) Die Worte Samuels (I. S. 15,23) sind falsch übersetzt und in demselben ein Grund des Verbots des Aberglaubens erblickt, während doch umgekehrt die Schwere des Ungehorsams an dem Aberglauben gemessen wird. Ferner heißt es, 3. v. Abib, der Monat Nissan habe 29 Tage anstatt 30. Die Bundeslade soll bei Abinadab 60 Jahre geblieben sein, wofür gar kein Anhalt gegeben ist, da die Regierungszeit Sauls unsicher ist. Abisai soll dem flüchtig gewordenen Simei den Kopf haben abreißen wollen — eine arge Verwechselung mit einem späteren Ereignis! S. 48 ist vom Lcbeui hamexbresch die Rede — statt hamephoraseh! Statt Aschthoreth, Aschthereth! Arbeel statt Arbel! Baalim statt Bealirn! Das Schlimmste aber ist, dass ganze Artikel fälschlich unter den Buchstaben A geriethen, während sie unter 0 gehören! So sind Oholiab und Ohola als Ahaliab und Ahala angeführt! Möchte es dem Herrn Verfasser für die Zukunft gelingen, solche grobe Verstöße von seinem sonst so verdienstvollen und großartigen Werke fernzuhalten! Dr. Isidor Kahan, Rabbiner in Waidhofen a. d. Thaya. Musikalische Jugeudpoff. Die musikalische Erziehung bildet heutzutage einen so wichtigen Faktor in der modernen Bildung unserer Jugend, dass alle Eltern und Erzieher ihr Augenmerk darauf richten sollten, auch in dieser Hinsicht die rationellsten pädagogischen Hilfsmittel in Anwendung zu bringen. Als ein solches erweist sich als ganz besonders zweckdienlich und fördernd die von uns schon öfters empfohlene ״Musikalische Jugendpost" (Verlag von Carl G rüning er in Stuttgart), ein Organ, das es vortrefflich versteht, den Kindern in erster Linie Lust und Liebe und das richtige Verständnis für die zu erlernende Kunst beizubringen. Selbst Erwachsene müssen dem frischen, gesunden Inhalt der ״Musikalischen Jugendpost" Geschmack abgewinnen. Gewiss aber hat die musikalische Jugend ihre Helle Freude an den hübsch illustrirten Gedichten, Erzählungen, belehrenden und unterhaltenden Artikeln und den vielen mit Geschick gewählten Clavierstucken und Liedern. Jedes Vierteljahr bringt 24 Seiten solcher Musikbeilagen. Der Preis beträgt nur Mk. 1.50 Probenummern versendet der Verlag auf Verlangen kostenfrei. L’AIGLE“ 1 Französische LebensversictieruDgs-Geselischaü. $ Gewährleistungsfonds: 22 בב©.בב1110.ב£/אב. Fra.rLC3. Versicherungen auf Ab- und Erleben in allen Combinationen. LEIBRENTE!! etc. Gewinnbetheiligung mit jährlicher Auszahlung. Direction für Oesterreich: X., Sclxotteinriiig• 2STx. -LL. In meinem. Verlage erschien: בעל תפלה Baal TTilla oder Der praktische Varbeter von A. BAER, . Dritte vermehrte und verbesserte Auflage. Lade10.p!reis fl. Cantoren in kleinen Gemeinden und Seminaristen erhalten auf Verlangen Preisermässigung. Frankfurt a./M. 2.

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