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Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung · 1896-03-01 · Heft 7 (1.3.1896) · p. Seite 7

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Journal
Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung
Volume
16 (1896)
Issue
Heft 7 (1.3.1896)
Date
1896-03-01
Page
Seite 7 (sequence 7)
Language
German
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Nr. 7 Gesterreichisch-ungarische Tantoren-Ieitung. Seite 7. Selbsthilfe -angewiesen sind, so haben -ihn die allerjüngsten niederösterreichischen Landtagssitzungen ans das Unwiderlegbarste geliefert. Unsere Antisemitenhäuptlinge, die in diesem Jahrhundert der Erfindungen die größten und die bestbezahlten Erfinder sind — allerdings erstreckte sich ihr Erfindungstalent lediglich auf das Gebiet der'Verlenmdung und Niedertracht — fanden es in einer der letzten Landtagssitzungen für angemessen, ben Gesammtrabbinerstand Oesterreichs in einer solchen ordinären -und frechen Weise anzugreifen, dass man annehmen müsste, dass unsere Liberalen — richtiger Scheinliberalen — es endlich der Mühe werth finden werden, ihrer Entrüstung gemeinsamen Ausdruck zu geben. Aber weit vorgegriffen!! Sie begnügten sich vielmehr damit, dass einer der ihrigen aus die Thatsache hinwies, dass die Staatsgrnndgesetze noch, auf dem Papiere stehen. Ich glaube demnach in Anbetracht der gegebenen Verhältniße aus dem Herzen eines jeden Rabbiners zu sprechen, wenn ich es als heilige Standespsticht hinstelle, dass der Gesammtrabbinerstand -Oesterreichs zu einer Conferenz zusammentreten soll, um gemeinsamen Protest gegen diese niederträchtigen Beschimpfungen zu erheben und zu berathen, welche Schritte eingeleitet werden müssen, dass der Rabbinerstaud in der Zukunft von derartigen frivolen Angriffen verschont bleiben soll. Rabbiner Dr. Bernhard Templer. Budapest. Wie bereits mitgetheilt wurde, hat die am 5.. Jänner abgehaltene israelitische Landesconferenz und Tags darauf die Versammlung der israelitischen Districtspräsidenten die Schaffung eines israelitischen Landesfonds beschlossen und mit, den nothwendigen Agenden die Vorstehung des Budapester VI. israelitischen Gemeindedistrictes betraut. Diese Vorstehung hat nun als Fondcommission am 26. d. eine Sitzung gehalten und zu ihrem Cassier Herrn Alexander Deutsch de Hattvan. zum Controlor Herrn Alexander Wahrmann gewählt. In der Sitzung der Landesfond-Commission sind Sigmund Kohuer mit 10.000 fl., Alexander Deutsch de Hatvan mit 10.000 fl., Berthold Weiß mit 10.000 fl״ Karl Svab mit 5000 fl., ferner sind seither Wittwe Abraham Schwarz und Familie mit 10.000 fl״ Julius Wolfner <L Co. mit 3000 fl. und Moritz v. Glück & Söhne in Alvincz mit 2000 fl. als Stifter beigetreten. Die Sammlung hat in der Hauptstadt ihren Anfang genommen und ist auch im ganzen Lande erfolgreich im Zuge. Hannodrr. Schon vor mehreren Jahren gieng man hier mit der Absicht um, einen jüdischen Männergesangverein ins Leben zu rufen, ohne dass dieses Vorhaben jedoch zur Verwirklichung gelangen konnte. Erst den eifrigen und rastlosen Bemühungen des Herrn Obercantor Lin Hardt gelang es vor ungefähr Jahresfrist, einen solchen Verein unter dem Namen ״Neuer Hanno.Verscher Män nerchor" zu begründen, und nur diesem Manne ist es zu verdanken, dass der Verein, welcher mit wenigen Herren seine Thätigkeit begonnen hat, von Monat zu Monat an Mitgliedern zunahm und jetzt circa 50 active und 50 Passive zählt. Mit wahrer Hingebung und Hintansetzung aller persönlichen Interessen sich der guten Sache widmend, hat Obercantor Linhardt den größten Theil Zur Fortentwicklung des Vereines beigetragen, und er betrachtet es auch als seine Aufgabe, denselben zur höchsten Stufe der Vollkommenheit zu führen. Am Abend des 4. Februar hatte nun der ״Neue Hannoversche Männerchor" das Vergnügen, bei seinem ersten Stiftungsfeste eine ansehnliche Schaar von Freunden und Freundinnen gu bewillkommen. Die Erwartungen, welche man an die Leistungen des jungen Vereines knüpfte, wurden bei Weitem übertroffen, und man kann im Namen aller Festtheilnehmer ruhig die Behauptung aufstellen, dass in jeder Hinsicht den :weitgehendsten Ansprüchen Rechnung getragen wurde und sämmtliche Sangesbrüder ihr bestes Können für das Gelingen des Festes einsetzten. Dem Fräulein R. Berath, welche in ansprechender Weise den vom Vereinsmitgliede Herrn Theodor Rosenthal verfassten Prolog zum Vortrag brachte,' glaüben wir die Palme der Anerkennung widmen zu müssen, mtfr Alles freute sich, wieder einmal Gelegenheit zu haben, das Talent der jungen, in allen Kreisen gerne gesehenen Dame zu bewundern.. Herrliche Weisen erklangen hierauf durch die Festesräume und schlügen erquickend an unser Ohr. Ensemble-. und Solovorträge, letztere durch die Herren Bankier Wolfs und 8tnd. Pohl ganz vorzüglich zu Gehör gebracht, fanden ungetheilten Beifall. Besonders gefielen die ״Ehre Gottes" von Beethoven, ״Schön Aennchen" von Naumann, ״Spinne, spinn" von Jnrget. Das Lied ״Was wollt ihr trinken" von Kopisch musste auf stürmisches Verlangen wiederholt werden. Mit bewunderungswürdiger Feinheit wurde das ״Ständchen" von Fallersleben gesungen. Die Begleitung der Lieder hatte Herr Ferd. Sichel ausgezeichnet durchgeführt. An die Gesangsvorträge schloss sich ein solennes Festmahl, welches durch mehrere Toaste gewürzt wurde, von denen ich besonders den des ersten Vorsitzenden Herrn N. Meyerstein auf die Gäste, und den des zweiten Vorsitzenden Herrn Bankier W olff aus die Damen erwähnen möchte. Ein wohlverdientes Hoch, in welches alle begeistert einstimmten, wurde seitens eines Mitgliedes dem Dirigenten gewidmet. Noch viele andere Trinkspüche wechselten mit Trinkliedern ab und hielten die frohen Festtheilnehmer lange in der rosigsten Stimmung zusanunen, bis der beginnende Tanz ein kleines Durcheinander verursachte. Und so wünschen auch wir dem ״Neuen Hannoverffchen Männerchor", der den Bürgen für ein baldiges Weitergedeihen in der Tüchtigkeit seines Dirigenten, dem einige Tage nach dem Feste vom Verein aus Dankbarkeit ein prächtiges silbernes Theeservice gewidmet wurde, und in dem edlen Bestreben, der Liederbrüder hat, die besten Fortschritte, er wachse, blühe!׳ Wir nehmen alle an seiner glücklichen Entwickelung warmes Interesse und werden jederzeit gerne in seinem Kreise weilen. ״Denn wo man singt, da lass dich ruhig nieder, böse Menschen haben keine Lieder." Cato. Litterstur. Den geschätzten Collegen, die auf meine 2 Psalmen abonnirt haben, gebe ich bekannt, dass dieselben Anfangs März erscheinen werden. Die Psalmen sind dem Präsidenten der hiesigen Gemeinde, Herrn Bing, gewidmet. Grünzwerg-Arad. Soeben ist erschienen ein L’cho dodi für Solo und Chor von Sigmund Schwarz, Obercantor der orthodoxen isr. Cultusgemeinde in Preßburg. Die gelungene Arbeit wurde bereits in mehreren größeren Gemeinden Ungarns aufgeführt, worüber der Componist sehr lobende Anerkennungszuschriften erhielt. Die Composition ist gegen Vorhereinsendung des kleinen Betrages von 1 Krone 50 Kreuzer zu beziehen. ״Das jüdische Echo" betitelt sich eine conservative Zeitung, die soeben in Wien erschienen ist. Das Blatt erscheint vorläufig zweimal im Monat und wird von dem emer. Rabbiner L. Buxbaum heransgegeben. Wir ersuchen um Einsendung der rückständigen Pränumrrationsbrtragr» Dir Administration. Allen Jenen, welche uns anlässlich der Verlobung unserer Tochter Helene mit Herrn Rabbiner Dr. Aahan in so herzlicher Meise gratnlirt haben, sprechen wir auf diesem Wege unfern tiefgefühlten Dank aus. Wien, im Februar 1896. Obercantor Jacob Bauer und Frau. PRIVAT- T־ANZ LEHRANSTALT — it g1 ־ ie<3. der L. Hofoper ■ 11״ Praterstrasse Nr* 43. Sclanleifanfnali me

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