Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung
- Journal
- Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung
- Volume
- 16 (1896)
- Issue
- Heft 4 (1.2.1896)
- Date
- 1896-02-01
- Page
- Seite 7 (sequence 7)
- Language
- German
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Nr. 4 Vesterreichisch-ungyrischtz <£antocen=geitung,_ Seite 7. •< hichei coystatirt,.. dass die Gründung. des, PensionsfäudeL. nicht zij Stande gekommen, was.der. Gleich^ittitzkeit und dem UyvKstand^ einer MehrzaW der College» zugeschrieden. wird, . Gestatten Sie, geehrter- Herr Redacteur/ dass ich, dieser Behauptung entgegentrete; denn ׳ gewiss ׳ wqre jeder ernste Familienvater bestrebt, iw der ׳Zeit seines'Schaffens und Wirkens sich die Sorgen des Greisenalters zu. erleichtern, wenn .ichn dies in bequemer Weise ermöglicht würde. NichtÄüverstand iss es, dass sich die meisten in Schweigen hüllten, sondern das Unvermögen. ׳ Die Meisten der College» sind nicht auf Rosen geleitet und können nur sehr schwer eine größere Summe entbohren, Und hoch darf der einmal gefasste- Plan nicht auf^!4מי שמתחיל במצוה' אומרים לו ג|ו Der geehrte Vorstand des CtzEoren-Vereines. der mit solcher Mühe und Selbstlosigkeit Lißher gelangt, ist, sollte:nicht auf halbem Wege׳ umkehren. ]g: Es wäre vielleicht von Nutzen, wenn''die Meinungen üM hie Art und Weise des Zustandekommens .dieses Planes öffentlich ausgetauscht würden, ()uot ttomines, tot söntentiao, und es dürfte sich schon ein Modus finden, der uns dem Ziele näher bringt, auch würden die Eollegeu durch öftere Anregung' für die Sache gewonnen und begeistert werden. Ich z. B. würde Folgendes Vorschlägen: Jede Gemeinde soll vom Gehalte des Angestellten ein oder zwei Percent, natürlich mit dessen Einverständnis, zurückbehalten und diesen Betrag halbjährig an die׳ Vereinsleitung senden. Es wäre hiedurch zweierlei gewonnen: Fürs Erste werden sich auch die Gemeinden mehr für die Sache interessiren;- und sie selbst werden den Verein unterstützen, und anderseits'wird es dem Angestellten nicht schwer fallen, die Kleinigkeit, die für jeden Monat entfällt, zu leisten. Um dies jedoch in allen Gemeinden einzuführen, genügt es nicht, schriftliche Aufforderungen oder Circulare an die Gemeinden zu richten, solche werden in der Regel unbeachtet gelassen, sondern es müssten Delegirte des Vereines die größeren Gemeinden'besuchen und die Sache persönlich ordnen. Ist ötb Institution in den größeren Gemeinden eingeführt, dann werden sich von selbst die kleineren anschließen. Leopold Blau . Cantor u. Religionslehrer, Wsetin, (Mähren). < Weine Chronik Wien» (31. Jänner.) Anlässlich des Geburtsfestes des Sultans Abdul Hamid fand heute halb 12 Uhr Mittags im türkischen Tempel ein Festgottesdienst statt, zu welchem der türkische Geschäftsträger Nasri Bey mit sämmtlichen Herren der Botschaft erschienen war. Ferner war anwesend: Polizeibezirksleiter Obercommissär Kenda, ein Mitglied des Convents der barmherzigen Brüder, Baurath Stiaßny, der Secretär der israel. Cultusgemeinde Dr. Lieben, der ehemalige Gemeinderath Seiler, Consul Thalberg, der Obmann Pitsch des Armenrathes im 2. Bezirke mit mehreren Armenräthen und zahlreiche Mitglieder der türkischen Gemeinde. Unter den Klängen eines stimmungsvollen Präludiums wurde die Botschaft vom Präses Marcus M. Russo, dem Viceprüses Licco Adutt mW dem gesummten Vorstande in den Tempel geleitet, worauf der Gottesdienst mit der Aufführung eines Ma-towu durch Obercantor Bauer mit Chor, Orgel und Harfenbegleitung begann. Nach der Festrede des Rabbiner Papo wurde die Bundeslade geöffnet, zu beiden Seiten derselben nahmen die Vorsteher Gabriel H. Adutt und Robert Mazliach mit Gesetzesrollen Aufstellung und Obercantor Bauer verrichtete ein feierliches Gebet für den Sultan. Der hierauf folgende Festpsalm, eine Composition des Herrn Heinrich Elias, wurde vom Chore unter Leitung des Chordirigenten I. Löwit mit großer Präcision vorgetragen. Mit der Absingung der Hymne schloß die erhebende Feier. Wien. Mittwoch, den 2Z.>d. M. begieng der Vertreter der Wiener Cultusgemeinde, Herr Landesschulrath Dr. ,Gustav Kohn, mit seiner Gattin Laura, geb. Löwit, das Fest der silbernen Hochzeit. Der Jubilar erfreut sich' in Folge seiner heMrxggenden Hhgtigkeit in her Wiener Cultusgemeinde und der' zahlreichen Humanitären Institutionen so außerordentlicher Nud. weitverbreiteter Sympathien, dass die Theiknahme W dem Feste, das Nur fiir den engsten Familienkreis geptant war. auch äußerhalß: desselben .eine überaus rege war. Der Vorstand her Cultusgemeinde. beglückwünschte den Jubilar mit einer schwungvoll gehaltenen Adreffe. Der Bethausvorstand Werbrachte eine prachtvoll, ausgestattete ,Adreffe. Auch der österr.- Ungar, Cantoren-Verein entsandte eine Deputation, beWeNd . aus' dem engeren Vorstands. Präses Obercantor׳ Singer, Präses- - :Stellvertreter Obercantor Bauer und Cantor Peterselka, und! Cassier Cantor Blatt. Obercantor Singer dankte dem ׳Jubilar unter Ueberreichung einer kunstvoll ausgefiihrten Adresse für die ersprießlichen Leistungen, die er dem Vereine seit Jahren an-?gedeihen ließ, worauf Herr Dr. Gustav Kohn für die ihm " erwiesene Aufmerksamkeit dankte und die Interessen des Vereines , auch fernerhin zu fördern versprach, Als persönliche Gratulanten erschienen fast sämmtliche Rabbiner?Wiens, ferner der Bethaus- Vorstand im 9. Bez., eine Deputation des Beamterckörpers der Cultusgemeinde, der Religionslehrer, der österr. israel. Amon, ׳ des Talmud-Thora-Bereines, der Bethausdiener, des Vereines zur Hebung der Gewer.be, des Hospitalvereines׳ iir Gleichenberg, fast sämmtliche mit schön ausgestatteten.Adressen, und außerdem noch - viele Freunde und Verehrer. Der allgemeinen Huldigung, die au diesem Tage dem Jubilar dargebracht wurde, schließen auch wir uns .an. mit dein Wunsche, dass - er seiner Familie und der Wiener Gemeinde noch viele Jahre in vollster Schaffungskraft erhalten bleiben möge. : Brünn. (Entwurf einer Consiftorial-Verfassuug für die Juden in Oesterreich.) ,,Eonsistorien" betitelt sich eine von Dr. B. Placzek, Landesrabbiner in Mähren (im Verlage von Moriz Waizner und. Sohn, Wien, 1895) jüngst veröffentlichte Schrift, in welcher der Entwurf einer Consistorial-Verfassung fiir die Juden : in --Oesterreich niedergelegt ist. Diesen Entwurf. hätte der Verfasser bereits vor etwas mehr als emem Decennium in Begleitung eines MotiveNberichtes und eines Cultusgemeindestatnts dem damaligen Cultusminister Baron Conrad zur Einsicht unterbreitet. Placzek will mit seinem Elaborat Ceutralstellen für die Judeuschaft Oesterreichs geschaffen wissen, die autorifirt wären, im Namen dieser zum Staate zu sprechen. Placzek schlägt vor, es sollen zu diesem Behufe israelitische Landes- Consistorien errichtet werden, und zwar: in Wien für Nieder- und Oberösterreich, Salzburg, Steiermark und Tirol und Voralb erg; in Triest für Stadt und Gebiet Triest, Istrien, Görz, Gradisca, Kärnten, Krain und Dalmatien; in Czern ow itz für die Bukowina; in Lemberg für Ostgalizien; in Krakau für Westgalizien; in Prag für Böhmen und in Brünn für Mähren und Schlesien. Prag. Von der Statthalterei wurden zu Mattikenführern ernannt die Herren: Rabbiner Bernhard Weiß in Brandeis a. E. für den Sprengel der Cultusgemeinde Dawle, Eultusvorsteher Hermann Horowitz in Königswart, Rabbiner Singer für den Sprengel der Cultusgemeinde Swietla. Sieinarnanger. Am 19. Jänner l. I. veranstaltete der hiesige ״kaufmänifche Verein" einen Concert-Abend mit Vorlesung und Tanzunterhaltung, wobei unser beliebter Ober- Cantor, Herr Max G o l d st e i n, vor einem distingmrten Publicum mit seiner wunderschönen, klangvollen Stimme brillirte. Zum Vortrage gelangten ausgewählte, classische Lieder von Mendelssohn, Beethoven und R. Wagner. Herr Goldstein erntete, wie gewöhnlich, auch diesmal einen außerordentlichen, stürmischen Beifall. Holics Der seit vielen Jahren hier etablirte Sofer, Herr Adolf Bondi, feierte vergangenen Samstag das Barmizwa- Fest seines Sohnes Jacob. Aus diesem Anlasse hielt der greise- Bezirksrabbiner Pollak eine schöne Ansprache an den Csnsirmanden, der in der Nachbarstadt Szakolcza studirt. und lobte dessen besonderen Fleiß und religiösen Sinn. Der Gottesdienst wurde, von Herrn Obercantor Ahrahiamfohn in sehr erbauender Weise gbgehatten.