Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung
- Journal
- Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung
- Volume
- 16 (1896)
- Issue
- Heft 1 (1.1.1896)
- Date
- 1896-01-01
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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Redaetion n. Administration Wien, 3. Noväragaffe 27. K. k. Ssterr. ssostsparcasse Lheck-Lonto Nr. 835,240. K. ungar. pojlfpatcaffe Lheck-Lonto Nr. 4026. Infrratr werden billigst berechnet. Manuscripte werden nicht retournirt. - 6sLtrLl-0rgLL Mr die Interrffm der Cantoren und Ciütusbesmtrn. Erscheint jeden zehnten Begründer: Obercantor Jacob Bauer. ^£8:33»' Pränumerations-Preis FiirTantvre» ».Lultnsbrnrntr in Vefierreich-Angarn Ganzjährig.fl. ».valbjäbrig ..... fl. 2.50 QsütCantDteu n.Cultusbeäinl» ij« Bu01an& . jrzjährig .... .10 Mark oder 5 Rubet. . _jH«c private und Institute ^vnizjährig . ... st. 6.— --nuementsu. Inssrtionsbetrüge stnv irr Wien ratzlbar. Nr. 1. Wien- 1. Jänner 1896^ 16. IstzrgsmK. Pränumerations-Einladung. Indem wie am Beginn des neuen Jahrganges die geehrten Herren Abonnenten xur Erneuerung des Abonnements auf die eßerr.^Mgar. Aanioren-SeiiMg ergebenst eirrladen, ersuchen wir nur pünktliche iMiusmdung.des an der Spitze dxs Mattes.ersichtlichen Pränumerations-Betrages. Die Redartion. Wien, 1. Jänner 1896. Fünfzehn Jahre pnblicistischer Thätigkeit sind hinter uns, fünfzehn Jahre ernster und anstrengender Arbeit im Dienste der Gefammtheit. Als wir vor ein und ein halb Jahrzehnten an die Gründung dieses Fachblattes schritten, war der Cantorenstand in Oesterreich-Ungarn fast nur ein leerer Namen. Jeder lebte eingesponnen in dem Kreise seiner engeren Wirksamkeit, ohne Gefühl der Zusammengehörigkeit 'mit der Collegenschaar, ohne Bedürfnis nach Pflege gemeinsamer Interessen. Das Standesbewussisein lag tief darnieder, und die Summe der Talente und Fähigkeiten, über welche die Einzelnen verfügten, konnte der Gefammtheit nicht zu Nutze gemacht werden. Wie der erste Frühlingsbote, der das Erwachen der Natur , aus langem, bangem Winterschlafe der Menschheit verkündet, ward darum das Erscheinen eines Fachorganes mit allgemeinem Jubel begrüßt und sein Programm war von selbst gegeben. Die ״Oesterreichisch-Ungarische Cantoren Zeitung" sollte belehrend und anregend wirken auf dem Gebiete der Fach- Wissenschaft, schützend in Ansehung der Interessen des Cantorenstand es, prüfend und urtheilend in allen übrigen Fragen der der Oeffentlichkeit, die unserer Berufssphäre naheliegen. Ein Mittelpunkt cantoralen Wirkens und Schaffens war ins Leben gerufen, ein Forum, auf welchem der im Amte ergraute College die. Schätze seiner Erfahrungen den jüngeren Fachgenoffen mittheilen konnte. Hiermit war jedoch die Aufgabe -unseres Fachblattes noch nicht erschöpft. Die ״Cantoren-Zeitung" nmsste vielmehr. Alles in den Kreis ihrer Erörterungen ziehen, was mit dem Cantorenstände im engeren oder entfernteren Zusammenhänge steht; sie durfte sich hiebei nicht, begnügen, diese Fragen chronistisch zu verzeichnen oder gelegentlich eine solche aufzuwerfen, sie musste vielmehr zu denselben Stellung nehmen und sie beurtheilen mit Wärme und Würde, ab5r ohne persönliche Leidenschaft, streng objectiv und sachlich. . ־; Bon diesen Gesichtspunkten -geleitet, haben wir, abgesehen von den rein sachlichen Fragen, in erster Reihe den jüdischen Gemeindeangelegenheiten ein erhöhtes Augenmerk zuwenden müssen und gerade auf diesem Gebiete hat sich die Noth- Wendigkeit einer Cantoren-Zeitung eclatant erwiesen. Der Beruf des jüdischen Cantors hängt mit dem Gemeindeleben so eng zusammen, dass ihre Interessensphären sich fortwährend kreuzen. Unsere Ausgabe war es demnach, dartiber zu wachen, dass bei den fortwährenden Experimenten, denen das ganze Gemeindewesen und der jüdische Cultus, namentlich in den letzten.Jahren, unterworfen waren, die Interessen unseres Standes nicht ge- .schädigt und außer Acht gelassen werden. Nach dieser Richtung wurde unsere Aufmerksamkeit durch die Abfassung der neuen Gemeindestatuten besonders in Anspruch genommen, und fast jede einzelne Nummer des abgelaufenen Jahrganges brachte eine Anregung in dieser hochwichtigen Frage. Das Jahr 1890 hat uns bekanntlich mit dem neuen Gesetze zur Regelung der äußeren Rechtsverhältniße der jüdischen Religionsgenoffenschaft eine gewisse Fixirung und staatliche Ordnung der jüdischen Cultusverhültniße gebracht, die voraussichtlich den Ausgangspunkt weiterer, bessernder Reformen bilden wird. Wenn auch wir Cantoren, wie überhaupt alle jüdischen Cultusbeamten, in diesem Gesetze nicht allzugroße Errungenschäften zu verzeichnen haben, so ist dennoch dasjenige, was erreicht wurde, neben der anerkennenswerthen Thätigkeit des österr. ungar. Cantoren-Vereines, hauptsächlich nur dem Umstände zu danken, dass den berechtigten Ansprüchen und Wünschen des Cantoren- und Cultusbeamtenstandes in diesem Blatte unbeschränkte Publicität geliehen wurde. Die Wichtigkeit dieser energischen publicistischen Vertretung zeigte sich jedoch noch mehr bei der Abfassung der neuen