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Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung · 1895-12-11 · Heft 29 (11.12.1895) · p. Seite 7

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Journal
Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung
Volume
15 (1895)
Issue
Heft 29 (11.12.1895)
Date
1895-12-11
Page
Seite 7 (sequence 7)
Language
German
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Nr. 29 Gesterreichisch-ungarische Lantoren-Zeitung. Seite 7. Vorstandsmitglied, Herr Heinrich Steif, eine warme Ansprache an die Gäste und an die bekleideten Kinder und schloß mit einem dreifachen Hoch auf Se. Majestät den Kaiser, in welches die Anwesenden begeistert einstimmten. Nach Absingung der Volkshymne sprach eines von den bekleideten Kindern in herzlichen Worten den Dank im Namen Aller fiir die erwiesenen Wohlthaten aus. Wien. Der humanitäre Verein ״Zum Armenvater" nahm Sonntag, den 8. Dezember in Sachers ״Hotel Central" die Bekleidung von 50 armen Kindern vor. Um das Gelingen des Wohlthätigkeitsactes hat sich der Obmann, des Vereines, Herr -> Josef Neu mann, besonders verdient gemacht. Auf das Bekleidungsfest folgte ein animirter Geselligkeitsabend, dessen Erträgnis dem wohlthätigen Zwecke zufloss. Wien. Sonntag, den 8. d. M. fand in der Israel. Kinderbewahranstalt eine Gedenkfeier für die verewigte Präsidentin .׳Freifrau Sophie v. Todesco statt. Unter den Anwesenden bemerkten wir Frau Komp er t, Herrn Baurath Stiaßny, Landesschnlrath.Dr. Ko h n, Director v. I aun er, Dr. Lieben, Chacham P a p o und Obercäntor Baue r von der türk. Gemeinde, DircctorH ell er vom Blindeninstitute rc. Nach einem stimmungsvollen Präludium hielt Institutsdirektor Fis ch er die Gedenkrede und zum Schlüsse sangen die Zöglinge einen der Feier entsprechenden Chor. Nach der Gedenkfeier wurden die Zöglinge mit Winterkleidern betheilt. Wien. Der Kranken- und Unterstützungsverein ״Montfiore", der seine humanitäre Wirksamkeit nach verschiedenen Richtungen erfolgreich ausdehnt, bekleidete Sonntag, den 8. Dezember 95Kinder mit Winterkleidern. Dem Bekleidnngsfeste, bei welchem Obercantor G o l d st e i n mit dem Chorpersonale des Leopoldstädter . Tempels ein deutsches Lied zum Vortrage brachte, wohnten viele Honoratioren des zweiten Bezirkes an. Für ihre rührige Thätigkeit im Interesse der Humanität verdienen der Obmann des Vereines. Herr Armenrath Kö ni g s b erger sowie der Schriftführer, Herr Bondi, besondere Anerkennung. Wien. Der humanitäre Geselligkeitsverein ״Rudolfsbund" veranstaltete Sonntag, den 1. Dezember ein Kinderbekleidungsfest, bei welchem 70 arme Kinder ohne Unterschied der Confession mit warmen Winterkleidern beschenkt wurden. Unter zahlreichen Festgästen befand sich auch der Reichrathsabgeordnete Professor Dr. Eduard Süß. Nach einem stimmungsvollen Choral, welcher von Obercäntor Bauer und dem Chorpersonal der türk. Gemeinde vorgetrageu wurde, richteten Herr Armenrath Josef Pollak, . als Obmann des Vereines, sowie Hof- und Gerichtsadvokat Dr. Pisk und Nedacteur Schuster Ansprachen an die Kinder und die versammelten Festgäste. Lemberg, 6. December. Bei der Reichsrathsersatzwahl im Städtebezirke Kolomea-Sniatyn-Buczacz winde Dr. Tr achte nb e rg mit überwiegender Majorität gegen Dr.. Blo ch gewählt. Lrmbrvg 6. December. Die Reichs r ah twahl in Kolomea ist in vollständiger Ruhe abgelanfen. Die Niederlage Dr. B l o ch's wird hauptsächlich dem Umstande zugeschrieben, dass Dr. Bloch keine entschiedene Erklärung abgab, ob er dem Polenclub Wieder beitreten werde. Budapest. Wie das ungarische Amtsblatt meldet, hat Se. Majestät der König über Vorschlag des Ministers 8. latere dem Präsidenten des leitenden Comites des Budapester israelitischen Knaben-Waisenhauses, Jakob Deutsch, in Anerkennung seiner gemeinnützigen Wirksamkeit das Ritterkreuz des Franz Josephs- Ordens verliehen. GroMuardein. In der hiesigen orthodoxen Gemeinde ist gegenwärtig Herr Obercäntor Hartman, früher in Bistritz, angestellt und erfreut sich derselbe in Folge seiner prächtigen Stimme und seiner vorzüglich geschulten Meschorerim allgemeiner Beliebtheit. — Anlässlich einer Erdaushebung wurde in Groß- Wardein ein silberne^ Becher mit folgender Inschrift gefunden: ״Moses ben Szofer der Gryßwardeiner jüdischen Gemeinde 1450". Dieser Fund beweist, dass in Großwardein schon -vor fünfthalbhundert Jahren eine Judengemeinde bestanden haben müsse. Nrio-Hork. (Heine-Denkmal-Bazar.) Was Künstlergeist nur ersinnen .Und gestalten konnte, um für eine kurze. Spanne /Zeit' ein strählend schönes Feenreich zu schaffen, das fand man am 16. November Abend bei der Eröffnung des Heine-Denkmal-Bazars in den weiten Räumen des Lenox Lyeeum zu einem harmonischen Ganzen vereinigt. Der Eindruck derselben war ein bestrickend schöner, und dem Besucher erschien es wie .,ein Märchen aus alten Zeiten", wie ein Zauberpalast, belebt von den reizenden Elfen, wie es ihr Großinütterchen dereinst so oft am Heimatlichen Heerde erzählt hatte, das unvergessene Märchenland mit seinem trauten ״Es war einmal!" Der große Saal des bekannten Etablissements war einfach, aber sehr geschmackvoll decorirt; auf der Bühne erhob sich, von mächtigen Palmen -umschattet, der Loreley-Brunnen, von welchem, wie im Traum befangen ob der vielen Herrlichkeiten, dis sich vor ihr ausbreitete, die ״schönste Jungfrau" saß. Die Hauptzierde bildeten aber die in der Rotunde errichteten,, reizend verzierten Verkaufsstände, auf welchen sich eine Unzahl der werthvollsten Gegenstände befanden, die von den fleißigen Damen gesammelt waren. In der Mitte des Saales erhob sich ein prächtiger Blumentempel, reichlich versehen mit den zarten Kindern Floras, in welchem wie an den Verkaufsständen die vornehmsten Damen New-Dorks als anmuthige Verkäuferinnen walteten. Im unteren Speisesaal, welcher ebenfalls einen sehr geschmackvollen Schmuck erhalten hatte, befand sich eine Restauration, ferner eine sehr gemächliche altdeutsche Weinstube und der Stand für Zuckerwaaren und Chocolade. Ueberall hatten sich Damen als Verkäuferinnen in den Dienst der guten Sache gestellt. Unter den vielen Gaben, die besondere Aufmerksamkeit erregten, befand sich auch ein Bild des Clavier-Virtuosen Paderewski mit musikalischem Motto und eigenhändiger Widmung des Künstlers, welches derselbe auf Veranlassung von Frl. Unger für den Bazar gestiftet hat. Wenn auch in der ersten Abendstunde der Besuch nur schwach war, so begannen sich die glänzenden Räume bald nach 9 Uhr mit einem zahlreichen und eleganten Publicum zu füllen. Nach einigen Concertpiecen der Knaben-Capelle des Hebrew Orphan Asylum, welche lebhaften Beifall fanden, betraten die Beamten des Central-Auschusses, des Bazar-Ausschuffes und des Damen- Ausschusses die Bühne im Hauptsaal, und nachdem die Ruhe einigermaßen hergestellt war, begrüßte Präsident Richard Katzenmayer die Gesellschaft. Hierauf trat Herr Gallus Thoman vor und hielt, von häufigem Beifall unterbrochen, eine zündende und und schwungvolle Festrede. Sobald sich der Beifallssturm, welcher dieser Ansprache des begeisterten Redners folgte, gelegt hatte, eröffnete Herr Heinrich Binder dann den Bazar mit dem von ihm verfassten poetischen Prolog. Nach dieser erhabenen Eröffnungsfeier entfaltete sich sogleich in allen Räumen das regste Leben; mit Eifer, unwiderstehlicher Liebenswürdigkeit und größter Beredtsamkeit widmete sich der anmuthige Damenflor nun dem Geschäfte und schien auch an allen Ständen große Erfolge zu haben. Kurz, das finanzielle Resultat des ersten Abends hat weit die Erwartungen der Ausschüsse übertroffen. Der Bazar dauerte 8 Tage, und da täglich für ein genußreiches Programm gesorgt war, war der Zudrang ein sehr großer. Das Reinerträgnis betrug 10.000 Dollars, der Rest von 12.000 Dollars, welcher zur Deckung der Kosten des Denkmals noch fehlt, soll im Wege der Snbscription aufgebracht werden. Von -Obercäntor Josef Helter in Brünn sind soeben 3 Lieder für Sopran o d. Tenor mit C l a v i e rb e <ן f ct tun cj im Berlage von Emil Berts & Cie., Wien und Leipzig, erschienen. י-— Der bekannte Chordirigent A. Dunajewsky an der Haupt-- synagogc zu Odessa veröffentlicht 25 T e m P e l c o m P o s i t i o n en für den S a b b a t h, Preis 6 Rubel. In dem vorliegenden Merkchen sind edle Motive zu schönen Melodien künstlerisch verarbeitet, die wohl geeignet sind, auf empfängliche Hörer erhebend einznwirkcn. Chordirigcnten, resp. Cantoren, die über leistungsfähige Chöre verfügen, werden das Buch mit gutem Erfolge verwenden. T. ״Hadras Koifescf»“ leichtemelodiöse Ghöre.-Solis^ Recitative״ •für. den Cantor,־ Lieder und Gebeteliturgische Notizen etc., also derganze Caltn&nebst Casualienr Gegen ^Einsendung von 5 2. ö. W; oder' per Nachnahme za beziehen־ to» Herausgeber Eff. Lintner Cantor und Lehrer in Banzlau.

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