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Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung · 1895-11-11 · Heft 26 (11.11.1895) · p. Seite 7

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Journal
Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung
Volume
15 (1895)
Issue
Heft 26 (11.11.1895)
Date
1895-11-11
Page
Seite 7 (sequence 7)
Language
German
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Nt. 26 Gesterreichisch-ungclrWe Lankoren-Ieittmz. . Seite 7 ־ ־ ־־ ־.־.;.45 § - —. ' Iler Cantor .(Boxbeter) ist verpflichtet, bei dem GottesdienstefMd der Thoralesung gemäß seiner Dienstesinstriiktionen, desgleichen bei. rituellen, Funktionen, als Trauungen- Leichenbegängmßen u. s.'w. zu fungiren.. 5 "' ' § 46. Der Lehrer-hat den Anforderungen der Schulbehörden zu Entsprechen, und wenn ihm der Religionsunterricht obliegt, deMMn in dem vereinbarten Zeitausmaße und nach dem LehrDane pünktlich und gewissenhaft zu ertheilen. 'E/-. 8 47. --־.־׳ Die Ernennung des Schächters erfolgt durch den CultusgtzmeiUdevorstand nach -Einvernehmung des Rabbiners oder dessen .Stellvertreters, und ist diese Ernennung dem Rabbiner schriftlich. mitzutheilen. Erhebt der Rabbiner binnen 14 Tagen hincHen Einsprache. ׳ so entscheidet hierüber der'verstärkte CultusgenHudevorstand. 1. " In jedem Falle muß der Schächter seine rituelle Befähigung durch ein vor ׳höchstens fünf Jahren ausgestelltes Zeugnis,, eines österreichischen - Rabbiners Nachweisen. ]. iDie Schächter sind besoldete Gemeindefnnktionüre, erhalten demgemäß ihren vertragsmäßigen Gehalt ans der Gemeindekassa und dürfen von den Parteien keine Gebühren einhebeir. Sie ׳unterstehen in Bezug auf ihren rituellen Dienst der Aufficht des Rabbiners. .48 § ־ .־־ - - : Die Dienstesobliegenheiten der übrigen Funktionäre und Angestellten der Cultusgemeinde ergeben sich aus dem Wesen ihres Dienstes und der bisherigen Gepflogenheit. (Forts, folgt.) Kleine Chronik -- Wien. Dem verantwortlichen Redacteur unseres Blattes wurde vor Kurzem die .hohe Ehre zu! Theil, von dem Herrn Erzherzog Otto empfangen zu werden, bei welcher,Gelegenheit Se. kaiserl. Hoheit dem Herrn Knlka die vollste Anerkennung über die von demselben in einigen Tagesblättern veröffentlichte Notiz betreffs des an anderer Stelle dieses Blattes besprochenen Werkes ״Drei Wochen auf der Halbinsel Sinaj" ausdrückte. Der Herr Erzherzog geruhte auch, unserem Redacteur ein Exemplar dieses Werkes in prachtvollem Einbände als Geschenk zu überreichen? . Wien. Freitag, den 1 d. M. wurden die nenenrolirten jüdischen Soldaten im Stadttempel feierlich beeidigt. Herr Obercantor Singer eröffnete den solennen Act mit einem stimmungsvollen Choräle. Herr Oberrabbiner Dr. Güdemann hielt sodann an die jungen Soldaten eine schwungvolle Ansprache, ermunterte und ermuthigte dieselben zur Pflichttreue im Dienste für Kaiser und Reich, wobei er ihnen Heldengestalten und Heldenthaten aus unserer reichen Volksgeschichte als Muster und Vorbilder patriotischer Opferwilligkeit vorführte. Die Gottesstütte war dicht gefüllt. Rede und Gesang hatten auf alle Gemüther erhebend gewirkt. Wien. In voriger Nummer wurde in diesem Blatte unter dem Titel ״Aus Böhmen" an leitender Stelle das Verhalten der Cultusgemeinde Patzau in Böhmen anlässlich des 40-jährigen Dienstjubiläums ihres Lehrers charakterisirt. In einer Fußnote war hiebei die Bemerkung enthalten, dass die Gemeinde trotz ursprünglicher Weigerung den Jubeltag ihres. Funktionärs festlich begangen hat. Wie wir nun erfahren, bericht diese-Bemerkung auf einem Jrrthum, da die Gemeinde wöl vor-15 Jahren das 25-jährige Jubiläum gefeiert, aber Heuer anlässlich des 40-jährigen Jubiläums sich, vollkommen passiv verhalten hat. Budapest. Wie erinnerlich, hat die jüngst stattgehabte Räbb.inen-Coilferenz sich mit allen Stimmen gegen zwei dahin ausgesprochen, dass die jüdischen Seelsorger sich der Einsegnung gemischter ׳Ehen zu. enthalten haben. Wie ״Egyenlössg" meldet, hat^ jetzt der Präsident, der Raaber Cultusgemeinde sich an Zadok Kahn, den,-französischen Grandrabbin, mit der Anfrage gewendet, ob der Üebertritt zur jüdischen Religion auch ohne Vollzug der traditionellen׳ Formalität, der Circnmcision stattfindey könne, ferner, ob die französischen Rabbinen den Trauungsact'im Falle der Mischehen vornehmen. ׳Die Antwort lautet: ״Es ist überflüssig, hinzuzufügen, dass Hin Uebertritt zur jüdischen Consession nicht ohne die religiösen . FormMtäten (Circnmcision, rituelles Bad) stattfinden könne, imb dass eine Mischehe durch die französischen Rabbinen nicht eingesegnet wird?" Der Arader Oberrabbiner Dr. Roseuberg, der auf der Conferenz sich für die Einsegnung der gemischten Ehen ausgesprochen, handelt jedoch im Sinne seiner seinerzeit, ausgesprochenen freisinnigen Auffassung und er hat der Ehe eines Reformirten mit einer Israelitin den Segen ertheilt. Budapest.(Ob errab hinervonUngarn),Beideluiu Budapest stattgehabten Congress ungarländischer Rabbinen soll der Szegediner Oberrabbiner Dr.Jmanuel Löw den Antrag eingebracht haben, . es. solle 7 nach dem Muster des ״Grand, rabbin" in Paris, welcher der Höchstgestellte der französischen Rabbinen ist, auch ein ״Oberrabbiner von Ungarn" gewählt und die Wahl durch den Congress vollzogen werden. Arad. Die hiesige israelitische Gemeinde verhandelte heute unter Vorsitz Wilhelm Bings den vom hiesigen Oberrabbiner Dr. Alexander Rosenberg anlässlich der Landes- Rabbinenversammlung eingereichten Antrag bezüglichder Eins e g nu n g der Ehe vnn Brautpaaren gemischter Consession. Der Vorsitzende hob die liberalen Traditionen der Religionsgemeinde hervor, worauf der in Rede stehende Antrag mit Begeisterung einstimmig angenommen wurde. Der durch eine Deputation eingeholte Rabbiner Dr. Rosenberg, mit lebhaften Ovationen empfangen, wurde von Bing für seine in der Geschichte der Judenheit epochemachende Aktion begrüßt, worauf der Rabbiner in einer gehaltvollen Rede antwortete und dann von•: sämmtlichen Anwesenden nachhause geleitet wurde. Der erwähnte Beschluss wird allen Judengemeinden des Landes mitgetheilt werden.- Cfakaturn, 4. Nov. Alllässlich des Jnslebentretens des Receptionsgesetzes wurde Samstag den. 2. d. M. im hiesigen Tempel ein solenner Gottesdienst abgehalten. Nachdem der Herr Obercantor Moritz Balogh mit Chorbegleitung den 61. Psalm und einige patriotische Lieder abgesuugen hatte, bestieg Herr Rabbi I. Schwarz die Kanzel und setzte in einer formvollendeten Rede zuvörderst die hohe Bedeutung der Reception auseinander, sagte dann dem gütigen constitutionellen Monarchen, den Mitgliedern der vorigen und der jetzigen hohen Regierung und den freisinnigen Landesvertretern Dank für diese werthvolle Gabe und schloß mit der Mahnung zu feurigem Patriotisnurs, die Interessen des Vaterlandes mit Eifer fördern zu helfen, aber auch die Religion der Väter hoch und heilig zu halten. Der Cultusvorstand widmete aus diesem Anlasse 2000 fl. zu Tempelzwecken. Agram. Von dort wird uns gemeldet, dass die dortige israelitische Gemeinde das Erscheinendes Königs in ihrer Synagoge durch eine marmorne Gedenktafel zu verewigen gedenkt. Der Obercantor Josef Rendi, ein Ungar, der unter Orgelbegleitung den Königspsalm zur Begrüßung des Königs gesungen und dessen prächtiger Gesang vom König mit besonderem Lobe ausgezeichnet wurde, soll auch seitens der dankbaren Gemeinde einer Ehrung theilhaftig werden. Floren;. Im hohen Greisenalter ist Frau Mortara, deren Sohn 1857 gewaltsam getauft wurde, gestorben. Ihr Sohn, der Domherr ist, hat den! Begräbnis beigewohnt. NeM-Vorkr. (K etz e r v er b r e u n un g i m 19.1 ahrhundert.) ״World" veröffentlicht eine Depesche aus Pachuca (Mexiko), w o n a ch z e h n P e r s o n e n i m Gefängniße zu Texcapu auf Befehl desRichters alsKetzer lebendig verbrannt w o r d e n s e i e n. D e r R i ch t e r erklärte, er habe den Auftrag Gottes, ließ die O P f e r i n ihren B e t t e n v e r h a f t e n, i n d as Gefängnis bringen, schloss sie dasebst ei n und legte Feuer an dasselbe an. Das Gef ä n g u i s w u r d e z e r st ö r t. Die Bevölkerung ließ dies unter lwm-M n f l u s s e einer religiösen M a n i e z u. Zwanzig. Personen wurden verhaftet. D.ie Untersuchung, ist eingeleitet. - . -

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