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Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung · 1895-10-01 · Heft 22 (1.10.1895) · page 1

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Journal
Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung
Volume
15 (1895)
Issue
Heft 22 (1.10.1895)
Date
1895-10-01
Page
– (sequence 1)
Language
German
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Oesterreichisch-ungarische I , Redaktion u. Administration Wien, 2. Novaragasse 27. K. k. österr. Pojifparcaffe Lheck-Lonto Nr. 885,240. . K. ungar. Postsparkasse Lheck-Lonto Nr. 4026. Inserate werden billigst berechnet. Manuskripte werden nicht retournirt. Central-Organ für die Interessen der Cantorrn und Cultusbeamten. Erscheint jeden zehnten Tag. Begründer: Obercantor Jacob Bau8r. Pränumerations-PreiS. FürCantorerru^Tuttusdramtr irr VLfisrrsirtz-ArrgLrrr Ganzjährig . . . . . fl. 4.— Halbjährig . ■ ff. 2.— | jffür<Eautor*n u.©uttu0b*snnte |j im Auslänb f Ganzjährig . 8 Mark jf oder 4 Rubel. •j 2?nr prioatr imtr Inflttut- I! Ganzjährig . ... fl. 6.— i! Sbonrr-rnrntsrr. Insrrtio,»«-!! brträgr sind in Wien zahlbar. Nr. 22. Wien, 1. Orlvbrr 1895. 15. IshrgMg. Kn unsere geehrten Herren Monnenten! Die heutige Nummer, mit welcher wir allen Freunden und Lesern, sowie den geschätzten Mitarbeitern unseres Blattes für die uns übermittelten Glückwünsche zum neuen Jahre herzlichst danken, beschließt daH III. Quartal 1895. Indem wir nun um rechtzeitige Erneuerung des Abonnements für das IV. Quartal ersuchen, können wir es nicht unterlassen,/ einige beherzigenswerthe Worte an die geehrten Herren Abonnenten zu richten. Die österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung ist stets bemüht gewesen, den Wünschen ihrer Leser gerecht zu werden, und der Herausgeber hat zu diesem Behufe niemals ein Opfer gescheut. Ein Beweis hiefür ist auch die Einführung von Post-Checks für unsere Abonnenten in Oesterreich und Ungarn, wodurch dieselben das Porto für die Einsendung der Pränümerationsgebühr ersparen. Die Nummern der Check - Conti sind an der Spitze des Blattes, sowie auf jedem einzelnen Check ersichtlich. Auch in Zukunft sei es unser StreNn, die Cantoren-Zeitung auf der Höhe der Zeit zu erhalten und sie zu einem unentbehrlichen Freunde und Berather unserer Standesgenossen zu machen. Soll jedoch das uns vorschwebende Ziel erreicht werden, so bedarf es der thätkräftigsten Unterstützung unserer Collegen. Diese Unterstützung muß eine zweifache sein. Zunächst in materieller Beziehung. Jeder Abonnent möge sich daran gewöhnen, die Pränumeration rechtzeitig anzumelden und den Abonnementsbetrag zu Beginn eines jeden Quartals pünktlich, einzusenden. Im gegenwärtigen Momente kann es Niemandem beschwerlich fallen, diese wirklich minimale Gebühr zu entrichten, und Diejenigen,. welche mit Rückständen belastet sind, mögen wenigstens zu einem Theile auf die Tilgung derselben bedacht sein. Die Geldopfer, die der Herausgeber dieses Blattes in Folge her Unpünktlichkeit der Herren Abonnenten bereits gebracht, überschreiten ohnehin schon die Grenzen der Möglichkeit. Es ist daher die Pflicht eines jeden Cantors, sein Schärflein zur Erhaltung dieses den Interessen, unseres Standes gewidmeten Blattes beizutragen. In zweiter Linie müssen wir unsere Standesgenossen zu regerer geistiger Thütigkeit aufmuntern. Zahlreiche wichtige Fragen harren ihrer Lösung, und Jeder setze einen Stolz darein, seine geistigen Kräfte den gemeinsamen Bestrebungen unseres Standes zu widmen. Nur einige Wenige sind es, deren Schaffenskraft bisher nicht erlahmt ist, und diese nrögen allen Uebrigen als leuchtendes Vorbild dienen. Wir hoffen, dass dieser Apell nicht erfolglos verhallen und in den Herzen unserer Standesgenoffen ein mächtiges Echo Dis Redartion finden wird. der österreichisch-ungarischen Cantoren-Zeitung. Die ernst erhabene Stimmung, die zur Zeit der hohen Festtage über ganz Israel sich ausbreitet, ist so recht dazu geeignet, den Weg zu überschauen, den wir im abgelaufenen Jahre durchschritten, und uns zugleich die Frage vorzulegen, ob wir auch in Allen! und Jedem unsere Pflicht gethan gegenüber der Menschheit, gegenüber unseren! Volke und unserem Stande. Düster und trübe ist der Ausblick, der sich uns in ersterer Beziehung darbietet. Immer größer wird die Zahl unserer Widersacher, von allen Seiten drohen Gefahren, Racenhass und religiöse Unduldsamkeit erfassen immer breitere Volksschichten. Wie kann da eigentlich von der Erfüllung unserer Pflichten gegenüber der Menscheit die Rede sein? Und doch erfüllen wir diese, wir erfüllen sie schon dadurch, dass wir festhalten an unserem Votksthume, dass wir dienen unserem Glauben, dass wir gedenken unserer alten, glorreichen Geschichte und hiemit unsere Kräfte den allgemein menschlichen Interessen widmen. Allein nicht im starren Festhalten an veralteten Aeußerlichkeiten. auch nicht im Pietätlosen Niederreißen und Vernichten schöner und sinniger Gebräuche ist das Heil des Judenthnms zu suchen. Die Mittelstraße, die zwischen diesen beiden Extremen durchführt, muß von Allen, muß insbesondere von den jüdischen Cultusbeamten betreten werden, wenn wir unserem Volke von Nutzen , sein, wenn wir uns nach Innen kräftigen und stärken wollen, um, wie einst in der finsteren Nacht des Mittelalters,

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