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Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung · 1895-09-15 · Heft 21 (15.9.1895) · p. Seite 7

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Journal
Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung
Volume
15 (1895)
Issue
Heft 21 (15.9.1895)
Date
1895-09-15
Page
Seite 7 (sequence 7)
Language
German
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Nr. 21 Gesterreichisch-ungarische Lantoren-Zeitung. Seite 7. Gemeinde, wo der Sitz ihres Amtes ihnen zugewiesen ist, die Gemeindeangehörigkeit. Auf diesen Paragraph reagirte die h. k. k. Statthalterei nicht, für sie gab es blos jenen Wortlaut, der Rabbiner hat da kein Plätzchen gefunden: Das geschieht zu einer Zeit, wo man dem Arbeiter in der Fabrik u. s. w. das Wahlrecht Zuerkennen will, aber dem Rabbiner nicht. Mit der Steuerzahlung ist es auch eigenthümlich. Im Monate März 1894 erhielt er und der Cultusrath einen Bogen zur Einbe- Kenntnis des Gehaltes. Allein keine Antwort darauf. Erst am 20. August d: I. bekam er drei Bogen pro 1893,1894, 1895 und mit Erlaß vom 23. August ׳wurde ihm der abweisliche Bescheid der h. k. k.Statthalterei vom 27. Juli d. I. intimirt. Die Wahl soll jetzt vorgenommen werden— ohne den Rabbiner. Ich richte nun än die geehrten Leser dieses Blattes die freundliche Bitte, mir 'anzugeben, in welchen Stand der bürgerlichen Gesellschaft der Rabbiner gehört; Handwerker, Bürger, Bauer, Kaufmann, Industrieller ist er doch nicht —was dann? v■ Brody. (Ein Legat für das Wiener Rabbiner-Seminar.) In Brödy starb nach längerer Krankheit im 81. Lebensjahre der bekannte'Hebraist und Alterthumsforscher Hosias Schorr. Derselbe vermachte sein gesammtes, etwa 140.000 st. betragendes Vermögen' in Ermangelung directer Erben dem Rabbiner- Seminar in Wien, welchem auch die werthvolle Bibliothek und die Handschriftensammlung des Verstorbenen zufallen. Biala. Am 28. v. M. überreichten Bürgermeister Dr. Rosner und Magistratsrath Wenzelis als Deputirte der Gemeindevertretung von Biala dem Statthalter Grafen Casimir Badeni in Lemberg das Diplom eines Ehrenbürgers der Stadt Biala. Graf Badeni wiederholte seinen bereits telegraphisch ausgesprochenen Dank und äußerte seine Befriedigung seine Verwaltungsthätigkeit auch von der Bürgerschaft von Biala anerkannt-zu sehen. Auf das Ersuchen der Deputation, dev deutschen Bürgerschaft von Biala seinen Schutz gegen chauvinistische. An- und Uebergriffe angedeihen zu. lassen, entgeguete der Statthalter, die Herren möchten beruhigt sein; an welchen Platz immer ihn der Ruf Sr. Majestät stelle, werde er darauf halten, dass in Biala Niemandem wegen seiner Nationalität oder Confession Unrecht geschehe. Estrg, 9. September. Die heutigen Gemeinderath sw ah len, welche in Folge antisemitischer Bestrebungen mit Spannung erwartet wurden, ergaben einen glänzenden Sieg der liberalen Partei, deren zwölf Candidaten mit erdrückender Majorität gewählt wurden. Die jüdischen Candidaten Adolf Kraus jun. und Oskar Weißmayer erhielten von 70 abgegebenen Stimmen 66. Berlin. Am 27. August feierte der zweite Cantor der Synagoge an der Potsdamer Brücke, Herr Salomon Köttner, das seltene Fest des 80. Geburtstages und das 50-jährige AmtsjubiläNm. Zahlreiche Glückwunschschreiben und Telegramme legten Zeugnis ab von der Liebe und Achtung, deren sich der rüstige Greis auch in weiteren Kreisen erfreut. י׳ Berlin. Dem Antisemitismus hat das brandenburg'sche Provinzial-Schulcollegium Concessionen gemacht, wie sie — die Freisinnige Zeitung hebt dies besonders hervor — weder unter Goßler's noch selbst unter des Grafen Zedlitz Ministerschaft den Antisemiten gemacht worden. Das genannte Schulcollegium hat nämlich eine Verfügung an die städtische Schuldeputation in Berlin erlassen, welche es untersagt, künftig jüdische Lehrer und Lehrerinnen zu verwenden beim Unterrichte in Geschichte, Litteraturgeschichte und deutschem Aufsatz. Zugleich wird verboten, die Zahl der jüdischen Lehrer und Lehrerinnen zu vermehren, sofern nicht die Ertheilung des jüdischen Religions- Unterrichtes dies nöthig macht. Eine solche Nothwendigkeit sei nur dann anzuerkennen, wenn auf einen jüdischen Lehrer mehr als drei Curse Religionsunterricht und eine jüdische Lehrerin mehr als zwei solcher Curse entfallen. Diese Verfügung bildet den Abschluß der Verhandlungen, welche das Provinzial-Schulcollegium vor längerer Zeit eingeleitet hat in Folge der Nachricht, dass durch einen Rector eine jüdische Lehrerin aushilfsweise in einer Schule veranlasst worden sei, christlichen Kindern während etlicher Stunden Unterricht in der biblischen Geschichte zu ertheilen. Die Schuldeputation hat beschlossen, gegen diese Verfügung bei dem Cultusminister Bosse Beschwerde zu erheben. Das obengenannte liberale Blatt bemerkt dazu: ״Es ist kaum :anzunehmen, dass das Provinzial-Schulcollegium in einer so grundsätzlichen Frage Stellung genommen hat ohne vorheriges Einvernehmen mit dem Ministerium. Es ist unseres Wissens das erstemal, dass dem Unterricht in der Geschichte, der Litteraturgeschichte und dem deutschen Aufsatz ein derart specifisch confessioneller Charakter beigelegt wird." Amsterdam. Am 10. September findet in der hiesigen ״Neuen Synagoge" die Trauung des Franken Louise Heymann mit Herrn Julius Göttinger aus Berlin statt. Die anmuthige Braut, die Tochter unseres allverehrten Obercantors Jsaac Hey mann, ist eine gefeierte Eoncertsängerin, die unter dem Namen ״die holländische Nachtigall" zu den hervorragendsten Vertreterinnen ihres Faches gezählt wird. ׳ Stellrnvrraydrrungrn. Lagodzinsky, von Damboriz nach Eiwanowitz, (Mähren). Jellinek, von Mistelbach nach M.-Weißkirchen. Ab r a h a m so hn, von Kis-Cell nach Holics (Ungarn). Bein. von Czinkota nach Apostag (Ungarn). Klein von Wien, Rembrandtempel, nach Floridsdorf. Rosenberg, von B. Csaba nach Kronstadt. (Siebenbürgen). Die geehrten Herren Abonnenten werden hiemit in Kenntnis gesetzt, dass vom 1. October angesangen, auch für Ungarn der Po stche ck-B erkehr eingeführt wird, wodurch unseren Lesern bei Einsendung des Abonnements-Betrages die Portoauslagen erspart werden. Für dieses Entgegenkommen beanspruchen wir jedoch von nun ab die pünktlichste Einsendung der Abonnementsbeträge mit den am 1. October zugestellten Post-Checks. Die A d m i n i st r a t i o n. Men geehrten Hefern, Srennöen nnö Mitarbeitern unseres Glattes wünschen wir ans vollem Kerzen ein "שנת חיים ברכה ושלום" Oberrantor I. Bauer Herausgeber der österreichisch-ungarischen Cantoren-Zeitung. Wir maehen unsere geschätzten Leser auf die der heutigen Nummer beigelegte Broschüre der Laureol-Fabpik Julius Moll & Cie., Wien, XIV., Guglgasse 26, aufmerksam und können nach vorgenommener Probe dieses für rituelle Küchen vorzüglich geeignete Speisefett bestens empfehlen. Hie Redaction. In meinem Verlage erschien: בעל תפלה Baal TTilia oder Der practische Vorbeter von A. BAER. Dritte vermehrte und verbesserte Auflage. Ladenpreis fl. 18.50 Cantoren in kleinen Gemeinden und Seminaristen erhalten auf Verlangen Preisermässigung. Frankfurt a./M. J. Kauffniailll. Buchhandlung. 7) L’AIGLE“ 2 Französische Lebensjersictiernnäs-Gesellschaft. Gewährleistungsfonds: 22 IMZilllozxerL Francs. Versicherungen auf Ab- und. Erleben in allen Combinationen. LEIBRENTEN etc. Gewinnbetheilignng mit jährlicher Auszahlung. Direetion für Oesterreicli.: 'VsTUezi, X., S03a.0tterLrfb3.gr XTr- 1A.

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