Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung
- Journal
- Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung
- Volume
- 15 (1895)
- Issue
- Heft 19 (15.8.1895)
- Date
- 1895-08-15
- Page
- Seite 7 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 19. Gesterreichisch-ungarische Lantoren-Zeitttng. Seile V. rmd ,.Hausfrau" genannt wurde, so ist die Erzählung von einer Trauung im Jahre 1634 einfach nicht wahr und folglich muß! bie Saskia, ebenso wie Rembrandt, jüdischen Glaubens gewesen sein." Auch hier bildet wieder die bodenloseste Unwissenheit die Grundlage der Beweisführung. Das Wort ״getraut sein" bezeichnete damals nichts Anderes als ״verlobt sein", wie auch ״Hausfrau" kurzweg für ״Verlobte" gebraucht würde. In dieser Weise geht es weiter, wobei Morary außerdem auch noch seine vollständige Unkenntnis des Lateinischen an den Tag legt. Dem Machwerk, dessen hier nur der Curiosität halber Erwähnung geschieht, wird kaum eine längere Lebensdauer beschieden "sein, als demjenigen seines Collegen in Breslau. ' Paris. (König Saul wahnsinnig.) War König Saul nervenkrank? Diese Frage ist schon verschiedentlich aufgeworfen worden, in Hinsicht auf die Thatsyche, dass dieser König der Juden in der Schlacht von. Gilboü, um nicht in die) Hände der Philister zu fallen, sich selbst mit seinem Äegen durchbohrte. Der bekannte Forschungsreisende"Dieulasoy trat in einer jüngst der Academie der Inschriften unterbreiteten Arbeit für die Bejahung dieser Frage ein. Seiner Meinung nach war Saul ein Prophet im wahren Sinne des Wortes, kein hervorragender Geist, aber eure sehr stolze Seele. Saul und die Propheten waren in der That nervenleidend, bei denen Neurose den Charakter jener Hysterie-Epidemien annahm, von denen sich in jedem Jahrhundert in gewissen Zwischenräumen Beispiele finden. Dieulafoy weist an der Hand der Bibel nach, dass zur Zeit Samuels die Hysterie in ansteckender Form unter den Juden herrschte. Sie war übrigens bereits abgeschwächt und die Folge einer religiösen Ueberreizung und einer seelischen und' moralischen Depression, die durch die Seuchen und die langen Entbehrungen verursacht war. Die den Krisen Saul's besonders gewidmeten Verse bestätigen die Schlüsse. Wir bemerken da der Reihe nach die Einweihung des Monarchen in die Bräuche des Prophetenthums, seine durch Härsenklänge beruhigten Wuthanfälle, seine seltsame Haltung nach dem Tode Goliath's, seinen hartnäckigen Wunsch, zuerst David und dann seinen ältesten Söhn Jonathan zu tödten, und schließlich die Verurtheilung und das Hinschlachten der Leviter von Nod, Das sind alles Kennzeichen des dämonischen Wahnsinns, der auch besonders durch die so seltsame und gut beschriebene Ansteckungsscene gekennzeichnet wird, der die königlichen Sendlinge und Saul selbst erliegen. Diese Krankheit ist heute unter dem Namen n^stsrodaernonoxathle bekannt: Es geht aus diesen Festsetzungen hervor, dass Saul zuerst kurzen Krisen in langen Zwischenräumen unterworfen war, dass das Nebel im Laufe der Zeit sich verschärfte und der König schließlich die Verant- Wörtlichkeit für seine Handlungen verlor. Die Gestalt David's nimmt dadurch eine besondere Größe an, indem er im Kampfe gegen einen unzurechnungsfähigen König alle seine Intelligenz und Charakterstärke aufbieten müsste, um sein Volk vor Unheil zu bewahren. sondern auch in der ganzen Stadt Gegenstand allgemeiner Achtung und Verehrung gewesen ist. Es ist-uns nicht gelungen, ihn mit denuns zu Gebote stehenden Mitteln an uns zu fesseln, so möge ihn denn unsere Dankbarkeit und freundschaftliche Gennung, gepaart mit unseren besten Wünschen auf seinen ferneren Wegen begleiten! Für die Veröffentlichung bestens dankend, zeichnen mit besonderer Hochachtung Franz Weiß & Co. LAeratur. Wie wir vernehmen, bereitet die bekannte Berlagsfirmn Jakob B. Br and eis in Prag ein großangelegtes litterarischeS Unternehmen unter dem Titel ״Jüdisch e Univ ersal-Biblioth ek", welche in zwanglosen Bändchen zum Preise von nur 20 Pfennige — 12 kr. 5. W. erscheinen wird, vor. Bedeutende Schriftsteller der Gegenwart, wie Barber, Herzberg-Fränkel, Dr. Gustav Karpeles, S.' Kohn, Ed. Kulte, Geh. Regierungsrath Prof. Lazarus, Nühidä Remi-Lazarus, Clara Schott, Pros. Dr? Steinschneider, Baurath -W? Stiaßny, Landtagsabgeordneter Dr. I Zalud ü. A.haben ihre Mitwirkung bereits zugesagt: Wir werden noch Gelegenheit haben, auf diese ״Bibliothek" zurückzukommen. Madras Kodesch. Wenn die Devise: ״Das Werk lobt den Meister" wirklich auf Wahrheit beruht, so muß das vor kurzer Zeit unter dem Titel ״Madras Lodesch" in neuer Auflage erschienene Werk dem Verfasser, Herrn Cantor M. Tintner, Bunzlau (Preußisch-Schlesien), un» geheucheltes und wohlverdientes Lob zuführen. Sehr treffend legt der Autor seinem Werke das Attribut ״Kol-Bo“ bei, denn dasselbe enthält nicht nur stimmungsvolle Gesänge mit und ohne Orgelbegleitung für alle Berhältniße der cäntoralen Thätigkeit, sondern auch geistreiche, Herz-- und gemütherhebende Reden, Betrachtungen über alle Sabbath- und Feiertage rc., durch welche namentlich der Cantor der Kleingemeinden in die angenehme Situation versetzt wird,.im Nothfalle den Redner substituiren zu können. Jg. Kellner, emer. Cantor, Sikkos. Israelitisckzer Volks-Kalender. Im Berlage von I. Kauffmann in Frankfurt a. M ist zu dem bevorstehenden jüdischen Neujahrsfeste der dreizehnte Jahrgang des ״Frankfurter israel. Bolks-Kalenders" nebst jüdischen Hotel-Adreßbuch erschienen. Bei reichem Inhalte und schöner zweckmäßiger Ausstattung ist der Preis von 20 Kreuzer ein staunend billiger zu nennen- Eine angenehme und unterhaltende Lectüre bietet die beigegebene Erzählung ״Mirjam" von Dr. I. Goldschmidt. Sfr für I Rabbinen, Canlaren und 6f10rן % verfertigt äusserst geschmackvoll und billigst D 34E. GoldberSchneidermeister j* Auch werden alle Gattungen lerrenkleider aus den R feinsten Stoffen nach neuester Pagon ausgeföhrf. i Holics, am 1. August 1895. Löbliche Redaction! Die ergebenst Gefertigten erlauben sich im Namen vieler Gemeindemitglieder um Veröffentlichung nachstehender Zeilen zu bitten: Der allgemein beliebte und geachtete Obercantor, Herr M.Balo gh, verlässt am 1. August a. c. nach Zjähriger allgemein befriedigenderWirksamkeit unsere Gemeinde, um einen neuen Posten in Csakatornya anzutreten, und wir erachten es als unsere Pflicht, dem aus unserer Mitte Scheidenden unsere besondere Anerkennung vor der Oeffentlichkeit auszudrücken. Herr Obercantor Balogh hat sich seinem heiligen Berufe mit rastlosem Streben und unermüdlichem Eifer hingegeben und sich auch außerhalb desselben, namentlich durch Gründung des interconsessionellen Männer-Gesaygs-Vereines, hervorragend verdient gemacht. In seinem Privatleben war er dieNüchternheit.Ehrlichkeitund Freundlichkeit selbst, so dass er nicht nur in der Culttlsgemeinde, —> Priimiirt Weltausstellung PARIS 1889. —?ABIS LOBSOS Fafar,k i51, Sandiingham und Hanptdepöt: «י**"**^^*»»» ' 1, me d’HauteTiUe ״^־ DALSTON. J. THEUMANN älteste bestrenommirte כשר Wurst־־ und Selchfleiscliwaaren-Fiabrik. 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