Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung
- Journal
- Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung
- Volume
- 15 (1895)
- Issue
- Heft 17 (15.7.1895)
- Date
- 1895-07-15
- Page
- Seite 7 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 92% known words query
- IRI
…/1304829-3453335-3453352--4323-3458772- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
Nr. 17 Gesterreichisch-ungarische lLantoren-Aeitung. Seite 7. -ausgenommen wurde. -Hierauf hielt David Schön (Budapest) einen Vortrag unter dem Titel: ״Probleme des gegewärtigen -׳Religionsunterrichtes". In einer mit lebhaftem Applaus aus- . genommenen Rede entwickelte Dr. Armin Perls (Fünfkirchen) seine den Religionsunterricht betreffenden Ansichten. Zur Frage sprach noch Samn Deutsch (Szegedin). Nachdem noch der Bericht der Censurirungscommission/ laut welchem das Cassegebühren in Ordnung befunden worden, zur Kenntnis genommen wurde, schloss Vorsitzender die Sitzung, die Nachmittags 4 Uhr fortgesetzt wurde. —. Unter dem Vorsitze des Vicepräsidenten Reif referirte Philipp C s u k a s i in Angelegenheit des Waisenfonds. An der Debatte nahmen theil: Säsvari (Fünfkirchen), ..Kuthy (Drbreczin), Löwy (Iglo) u. A. — Barna (Budapest) beantragte eine ausgiebigere Unterstützung kranker und hilfsbedürftiger Vereinsmitglieder und deren Witwen. Zur Sache sprachen noch Reif (Budapest), Jakob Bänyai (Groß-Besskerek), -auf dessen Antrag die Angelegenheit dem Central-Ausschusse be- Hufs Antragstellung zugewiesen wurde. — Ueber die Betheiligung -an der Millenniumsfeier referirte Bernhard Schun (Raab), dessen Propositionen, dass der Verein aus Anlass des Millenniums die Entwicklungsgeschichte der israelitischen Volksschule herausgebe, eine Festversammlung abhalte und sich schließlich an der Ausstellung durch Exposition sämmtlicher Jahrgänge seines Vereinsorganes betheilige, einstimmig zum Beschlüsse erhoben wurden. — Auf Antrag Kuth i's (Debreczin) spricht die Versammlung den Wunsch aus, dass der ungarische israelitische Landesschulverein ins Dasein gerufen werde und weist den -Central-Ausschuss an, die erforderlichen Schritte behufs Realisiruug dieser Idee einzuleiten. -- Weiß (Galgocz) beantragt die Urgirung der Entscheidung in Angelegenheit der Quartiergeld- Abzüge bei Pensionirung der Volksschullehrer. — Wird zum Beschlüsse erhoben. — Das Szänto-Stipendium für litterarische Thäügkeit wird an Bernhard Schön ausgefolgt. — Der Pester israelitischen Religionsgemeinde, in deren Berathungslocal der Verein tagte, votirte die Versammlung protokollarisch Dank, ebenso allen jenen Gemeinden, welche ihren Lehrern einen Beitrag zu den Reisekosten bewilligt hatten, endlich auch jenen Bahnen, welche Ermäßigung gewährten. Unter Führung des Vereinspräsidenten Julius Kornfeld begab sich heute um 1 Uhr eine zahlreiche Deputation des isr. Landes-Lehrervereines zum Cultus- und Unterrichtsministers Dr. Wlassics, um demselben das Diplom über seine Heute erfolgte Wahl zum Ehrenmitglied des Vereines zu überreichen. Minister Wlassics empfing die Deputation aufs freundlichste und antwortete auf die Ansprache des Deputationsführers beiläufig Folgendes: Er selbst sei vom Professorenstuhl zu diesem hohen Amte berufen worden, ec sehe somit in den Lehrern seine Collegen, die im Dienste der jüdischen Confession stehen, die bei jeder Gelegenheit unerschütterlichen Patriotismus bekundet hat. Nach Vorstellung der Deputationsmitglieder entließ der Minister die Herren. Von hier begab sich die Deputation zum Staatssecretär Michael Zsilinßky, dem ebenfalls Kornfeld als Sprecher das Ehrenmitglieds-Diplom überreichte. Auch hier ward der Deputation ein freundlicher Empfang zutheil. Staatssecretär Zsilinßky dankte ffür die Auszeichnung und forderte die Lehrer auf, im Interesse der vaterländischen Cultur auch weiterhin thätig zu sein. Eingesendet. Löbliche Redaction! Mit tieferschüttertem Herzen theile Ihnen die traurige Botschaft mit, dass unser vielgeliebter und allseits hochgeachteter Vater, die Stütze und der Haupt der Familie, Obercantor Weiß in Eperies, am 29. Juni nach langem Leiden selig ent- -schlafen ist. Nun stehen wir da, eine kranke Mutter und drei Waisen, ganz unversorgt und noch unfähig zur Aufrechterhaltung der Familie beitragen zu können, da ich, sowie meine jüngere Schwester, die Landes-Musik-Academie besuchen und erst den zweiten Jahrgang beendet haben. Ich bilde mich im Gesänge aus und genieße zwar all die Bevorzugungen, welche einer fleißigen Schülerin zu Theil werden, wie auch meine Schwester, die im -Klavierspiele zu den besten gehört, trotzdem musste mein armer Papa sehr große Opfer bringen, um das übrige Nochwendigste uns senden zu können. Nun aber traf uns der unerwartet harte Schlag, rathlos schauen wir in eine hoffnungslose Zukunft, da wir ohne eine Unterstützung mit dem Studium aufhören müssten, was für uns das größte Unglück bedeuten würde. Ich wende mich in diesem verzweifeltem Augenbicke an die löbliche Redaction mit der Bitte, uns Schutzlosen mit freundlichem Rache beistehen zu wollen und die edeldenkenden collegialen Kreisen, die das Streben talentirter Mädchen zu würdigen wissen werden, auf das Elend der Familie eines Collegen aufmerksam zu machen. Hochachtungsvoll Malvine Weiß, Kovacs utca 6. Eperies, 4. Juli 1895. Der Jammer und das Elend, welches aus den vorstehenden Zeilen spricht, bedarf wohl keines weiteren Commentars und wir hoffen, dass auch in diesem Falle das collegiale Mitgefühl sich glänzend bewähren wird. (Die Redaction.) (Dreiperrentigr steuerfreie Goldanleihe) des Königreiches Ungarn im Nominalbeträge von 45,000.000 Kronen in Goldmünzen der mit G.-Art. XVII v. I. 1892 festgesetzten Währung — 38,250.00a Mark Deutsche Reichswährung — 47,250.000 Francs — 1,875.000 Livres Sterling. Ausgegeben zum Zwecke der Geldbeschaffung für die Beseitigung der Schiffahrthindernipe bei dem Eisernen Thore an der unteren Donau und den dortigen Katarakten. Zinsen und Capital zahlbar in Gold. Profperkus. Die r. ung. Regierung hat auf Grund der G.-Art. XXVI v. I. 1888 und XVI v. I. 1895 zum Zwecke der Geldbeschaffung für die Beseitigung der Schiffahrthinderniße bei dem Eisernen Thore an der unteren Donau und den dortigen Katarakten eine von jeder Steuer freie Anleihe im Nominalbeträge von 45,000.000 Kronen in Goldmünzen der mit G.-Art. XVII v. Jahre 1892 festgesetzten Währung — 38,250.000 Mark Deutsche Reichswährung — 47,250.000 Francs — 1,875.000 Livres Sterling aufgenommen. Diese Anleihe ist in 3750 Serien (Nr. 1—3750) von je fünfundzwanzig Schuldverschreibungen, jede zu 480 Kronen iu Goldmünzen der mir G.-Art. XVII v. I. 1892 festgesetzten Währung — 408 Mark Deutsche Reichswährung — 504 Francs — 20 Livres Sterling eingetheilt und wird in 8000 Abschnitten von Einer, 12.6 0 Abschnitten von fünf und 900 Abschnitten von fünfundzwanzig Schuldverschreibungen, auf den Ueberbringer lautend, ausgcfertigt. Auf diese Staatsschuldverschreibungen wird der ungarische Staat bis zur Fälligkeit 3 Percent Zinsen für das Jahr in Gold bezahlen, welche in nachträglichen halbjährigen Raten am 1. Januar und am I. Juli jeden Jahres fällig werden. Diese Staatsschuldverschreibungen, sowie die Zinsencoupons derselben sind in Gemäßheit des G.-Art. XVI v. I. 1895 von allen bestehenden Stempeln, Gebühren und Steuern befreit und wird die vollkommene Stempel-, Gebühren- und Steuerfreiheit denselben auch für die Zukunft zugesichert. Budapest, am 5. Juli 1895. Lukücs m. p., königl. ungarischer Finanzminister. Auf Grund des vorstehenden Prospects wird hiedurch der Gesammtbetrag dieser Anleihe im Nominale von 45,000.000 Kronen in Goldmünzen der mit G.-Art. X VII o. I. 1892 festgesetzten Währung — Mark 38,250.000 D. R. W. — Francs 47,250 000 — Livres Sterling 1,875.000 zur Subscription aufgelegt. Die Subscription findet statt: Montag den 15. Juli d. I. in Berlin bei dem Bankhausc Mendelssohn & Co.; bei der Berliner Handels-Gesellschaft: in Frankfurt a. M-, bei der Deutschen Effecten- und Wechsel-Bank, in Hamburg: bei der Norddeutschen Bank in Hambnrg: in Amsterdam bei dem Bankhause.Hope & Co.: in London bei Loyds Bank, Liinited, zu den an diesen Plätzen zu veröffentlichenden Bedingungen, in Wien bei der Union-Bank: in Triest bei der Filiale der Union-Bank; in Budapest bei der Ungarischen Escompte- und Wechsler-Bank, während der bei jeder Stelle üblichen Geschästsstunden zu nachfolgenden Bedindungen: Der Subscriptionspreis beträgt 87 Procent vom Nominalbeträge, sohin für je Kronen 2400 — Livres Sterling 100 Nominale 87 Livres Sterling zuzüglich der vom 1. Juli 1895 bis zum Abnahmetage der Stücke laufenden dreipercentigen Stückezinsen in Livres Sterling, umgerechnet zu dem am Vortage der Einzahlung an der Wiener Börse notirten Geldcourse für die Devise London. Bei der Subscription ist eine Caution von 5 Procent des gezeichneten Nominalbetrages in Baar oder in solchen Effecten zu hinterlegen, welche, die Subscriptionsstelle als zulässig erachten wird. Die Abnähme der zugetheilten Obligationen kanu vom 23. Juli d. I. an gegen Zahlung des Preises geschehen: sie muss spätestens am 29. August d. I. erfolgen. Anmeldungen auf bestimmte Abschnitte können nur so weit berücksichtigt werden, als dies nach dem Ermessen der Subscriptionsstelle init den Interessen der anderen Zeichner verträglich ist. Wien, Budapest, Berlin, im Juli 1895. Union-Bank. Ungarische Escompteand Wechsler-Bank. Mendelssohn & 60. Wir erlauben uns die geehrten Leser auf den der heutigen Nummer beiliegenden Prospect der Musik-Instrumenten-Fabrik <J. A.. Müller in Sehonbach. bei Eger in Böhmen besonders aufmerksam zu machen.