Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung
- Journal
- Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung
- Volume
- 15 (1895)
- Issue
- Heft 16 (28.6.1895)
- Date
- 1895-06-28
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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Qesterreichiseh-ungarische Central-Organ K. k. Postsparcassen-Amt Chrrtr-Conto Central-Organ PränumerationS-PreiS Nr. 835,240. Redaetion u Administration für die Interessen der Cantoren »nd FürTantorerrn.LuUusbramtr in Vestrrreütz-Nngarn Vien II., Novaragasse Nr. 27. Cultusbeamten. Ganzjährig.st. 4.— Halbjährig ..... st. 2. FürEnntorrn u. Lultusbesmto Inserate Erscheint jeden zehnte« Tag. irn Bimlan» werden billigst berechnet. Ganzjährig.8 Mark Manuscripte werden nicht, retournirt. oder 4 Rubel. ' Jür Vrioat» und Institut» Abonnementsu. Insertion«- . brtrsgr sind'in Wien ratzlbsr. Begründer: Qbercamor Jacob Bauer. Ganzjährig . ... P.L— Nr. 16. Wien» 28. Juni 1893. 13. Jahrgang. Abonnements-Einladung. Indem wir die geehrten Herren Abonnenten zur Erneuerung des Abonnements für das mit heutiger Nummer beginnende HL Quartal ergebenst einladen, machen wir die Mittheilung, dass die ״Oesterr.-ungar. Cantoren-Zeitung" bei dem k. k. Postsparcassen-Amte das Check-Conto Nr. 83S.24« eröffnet hat. Die Abonnementsbeträge können von nun ab aus allen Theilen der österr.-ungar. Monarchie portofrei eingesendet werden, indem sich die geehrten Abonnenten der ihnen in den letzten Tagen mittelst Circulärs übermittelten Postchecks bedienen. Wir hoffen, für dieses Entgegenkommen unsererseits durch umgehende und pünktliche Einsendung des PMNUmerativnsdetrages entschädigt zu werden. Die Redaktion. Zur Gründung des Pensionsfondes für die ifrael. Cultusbeamteten. Vor einigen Tagen ist, wie an anderer Stelle dieses Blattes berichtet wird, in Prag eine Versammlung von Vertretern der israelitischen Cultusgemeinden in Böhmen abgehalten׳ worden, die sich mit der Schaffung eines gemeinsamen Organes unter dem Titel ״Gemeindebund der israel. Cultnsgemeinden in Böhmen" beschäftigte. Jedermann, dem nicht der Sinn für jüdische Angelegenheiten völlig entschwunden ist. muß diese Nachricht sympathisch begrüßen, und nur das eine ist hiebei zu bedauern, dass die geplante Organisation blos auf ein einziges Kronland beschränkt bleiben' soll. Fm Interesse des Judenthums wäre es höchst wünschenswerth, dass auch in den anderen Theilen der Monarchie das Gleiche angestrebt und dann ein geivisser Connex zwischen den einzelnen Organisationen, gleichgiltig ob auf centralistischer oder föderalistischer Basis, hergestellt würde. Es ist jedoch nicht unsere Absicht, heute auf diese Frage näher einzugehen, sondern unter den bei der Constituirung des böhmischen Gemeindebundes aufgestellten Gesichtspunkten jenem unsere Aufmerksamkeit zuzuwenden, welcher die Interessen der jüdischen Cultusbeamten am meisten berührt und auch mit der von uns angeregten Gründung eines allgemeinen Pensionsfondes in Zusammenhang steht. Die Thätigkeit des Gemeindebundes soll sich auf ״Förderung der Verwaltung, Bildungs- und Wohlthätigkeitsangelegenheiten der israelitischen Cultusgemeinden Böhmens" erstrecken und unter den Mitteln zur Erreichung dieses Zweckes wird unter Anderem., auch ״die Altersversorgung vou Gemeindebeamten und Fürsorge für dererrHrnterbliebene" angeführt. Es entsteht nun die ebenso wichtige als zeitgemäße Frager ist es für die jüdischen Cultusbeamten in Böhmen angezeigt. Eihre Hoffnungen bezüglich der Alters- und WitwenversorguyU anß den Gemeindebund zu setzen, oder ist es für ffe zweckdienlicher, einem selbständigen Pensionssonde sich anzuschließen und den Beitritt ihrer Gemeinden zu demselben zu erwirken? Bei Beantwortung dieser Frage müssen wir im Vorhinein betonen, dass uns eitle Voreingenommenheit sowie jedwede, persönlichen Motiven entspringende Propaganda fiir den von uns geplanten Pensionsfond vollkommen fern Liegen; für uns ist einzig allein die aufrichtige Wahrung und Vertretung der Interessen unserer Standesgenoffen maßgebend. Es ist uns also vollkommen gleichgiltig, von welcher Seite die Zukunft der jüdischen Cultusbeamten sichergestellt wird, Haupfache bleibt, dass nach dieser Richtung etwas Zweckdienliches, Lebensfähiges und Dauerhaftes geschaffen werde. Aber gerade aus diesem Grunde müssen wir mit aller Entschiedenheit für die Gründung eines selbständigen Pensionsfondes eintreten, weil wir der Ueberzeugung sind, dass nur auf diesem Wege dem Elende der jüdischen Cultusbeamten gesteuert werden kann. Der Gemeindebund in Böhmen hat sich eine große Anzahl anderer, höchst wichtiger Ausgaben gestellt, bei deren Durchführung er all seine Kräfte wird anspannen müssen, wie ist es da mögliche dass im Rahmen einer so vielseitigen Bethätigung noch Raum bleibe für die Lösung der Pensionsfrage? Die Erfahrung hat ja bei dem bereits in Deutschland seit Jahren bestehenden israelitischen Gemeindebunde gelehrt, dass er in Bezug auf Alters- und Wittwenversorgung der Gemeindebeamten nicht Genügendes leisten kann, da seine Kräfte nach anderen Richtungen allzusehr absorbirt werden. Nicht als Nebenzweck einer noch so ausgezeichneten Organisation kann ein Pensionsfond gedeihen, nur als