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Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung · 1895-05-11 · Heft 12 (11.5.1895) · p. Seite 7

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Journal
Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung
Volume
15 (1895)
Issue
Heft 12 (11.5.1895)
Date
1895-05-11
Page
Seite 7 (sequence 7)
Language
German
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Oesterreichisch-ungarische Lantoren-Zeitung Seite 7. Nr. 12. gasse 9, 1. Stock) einen Vortrag halten. Das Thema lautet: ״Religion der Moral". Gäste willkommen. Prerau. ״Rasch tritt der Tod den Menschen an, es Ist ihm keine Frist gegeben." Ein erschütternder Unglücksfall hat unsere Gemeinde getroffen. Unser allgemein geschätzter und beliebter Obercantor, Herr Moritz Grünberger, ist uns durch einen jähen Tod entrissen worden. Als er am 1. Mai-in Begleitung eines Knechtes in das eine halbe Stunde hinter der Stadt gelegene Schlachthaus fuhr, scheute das Pferd plötzlich und rannte in der Nähe der Skene'schen Zuckerfabrik mit der Wagendeichsel gegen einen eisernen Pflock an. Durch den Rückprall wurde Herr Grünberger aus dem Wagen geschleudert und stürzte mit dem Hinterhaupte so unglücklich aufs Straßenpflaster, dass ein Bruch des Schädelknochens erfolgte. Blutüberströmt und bewusstlos wurde der Verunglückte in seine Wohnung gebracht und starb am nächsten Tage, ohne das Bewusstsein wieder erlangt zu haben. Schmerzliche Bestürzung ergriff die ganze Stadt, und die allseitige Beliebtheit, deren sich der Verblichene bei Lebzeiten zu erstellen hatte, kam bei dieser Gelegenheit Zum Ausdruck. Es war ein imposanter Zug von Leidtragenden, die den Sarg an das von der Cultusgemeinde gewidmete Ehrengrab geleiteten. Herr Cantor I. Herz, ein langjähriger treuer Berufsgenosse des Verstorbenen, celebricte unter Assistenz des gemischten Chores in ergreifender Weise die Trauergesänge, -worauf Herr Rabbiner Dr. Jakob Tauber, ein Meister des Wortes, dem Todten einen ebenso ergreifenden als formvollendeten Nachruf widmete. Er hob dessen große Verdienste um die Einführung des geregelten Synagogalgesanges in Prerau hervor und wusste seine Sangessteudigkeit, seine Berufstreue, feine conciliante, liebenswürdige Art zu einem treffenden Charakterbilde zu verbinden. Anhaltendes Schluchzen gieng durch die ganze Trauerversammlung als er, es war am Eingänge des Sabbaths dem todten Sänger das לכה דודי לקראת כלה in die Grube nachsandte. Nachdem noch Herr Karl Löw, namens des -Cultusausschuffes, der durch volle 34 Jahre geleisteten treuen Dienste des Verblichenen gedacht hatte, nahm der greise Bürgermeister der politischen Jsraelitengemeinde, Herr Dr. Markus Rokotnitz, von seinem langjährigen Secretär und erprobten Freunde Abschied. Damit war die Trauerfeier zu Ende, und die Schollen fielen auf den Sarg des Mannes, der einer der besten seines Standes, ein selbstloser, edler Mensch gewesen. An feinen Grabe trauern mit der in armseligen Verhältnißen zurückgebliebenen Witwe sieben Kinder, darunter drei noch unversorgte Töchter. 'ת׳ב׳צ׳ב׳ה Fogaros, am 28. April 1895. Unser Cantor Herr Joses Rosengarten, der sich während seiner hierortig kurzen Amtsthätigkeit die Achtung und Werthschätzung der Gemeinde und die Liebe eines jeden Mitgliedes durch seine Tüchtigkeit er- Tungen hat, wurde von Seite des edelsinnigen Vorstandes aus Wunsch der ganzen Gemeinde in seiner sünsjährigen Wirkungszeit auf 4000 Kronen versichert. Ein solch' schöner Act kann nur dem Vorstande zu Lyb gereichen, der überhaupt anstrebt, die Lage der Beamten zu verbessern. Olmütz. An der von der hies. israel. Cultus-Gemeinde eröffneten Concurrenz, zur Erwerbung von Plänen für den Tempelbau, haben sich die Herren Architekten I. Gärtner, M. K a t s ch e r u. Carl Korn betheiligt. Die von der Gemeinde dargebotenen 2 Ehrenpreise wurden in folgender Weise vertheilt: der erste concursmäßig festgesetzte Ehrenpreis per 1000 Kronen wurde Herrn Architekten G ar tn er, der 2te Preis Per 600 Krön. Herrn M. Kätscher zuerkannt. Das Project des Herrn Architekten Korn wurde um den Preis von 200 Kronen zum Ankäufe empfohlen. Der von Prof. König überprüfte Plan Gartner's ist ein Kunstwerk des genialen Künstlers. Der Bau des Monumentalgebäudes wird schon im Juni l. I. in Angriff genommen werden und wird nach der Vollendung eine Zierde der Stadt sein. Publieajionen des österr.-ungar. Cantoren-Vereines. Unser Vereinsmitglied, Herr Moritz Grün berge r, Obercantor der israelitischen Cultusgemeinde in Prerau, ist in Ausübung seines Berufes durch einen jähen Unglücksfall aus dem Leben geschieden. Indem wir die geehrten Vereinsmitglieder hievon in Kenntnis setzen, ersuchen wir dieselben, den statutarischen Pflichtbeitrag per 1 fl. ö. W. umgehend an unseren Vereinscassier, Herrn Cantor MoritzBlatt, Wien, II., Tempelgasse 3, einzusenden, damit es dem Vereinsvorstande ermöglicht werde, der Familie des Dahingeschiedenen den in den Statuten vorgesehenen Witwenbeitrag baldigst zukommen zu lassen.*) Anknüpfend an diesen traurigen Fall müssen wir an dieser Stelle über die lässigen Einzahlungen Klage führen. Angesichts der großen Anforderungen, die von Jahr zu Jahr in gesteigertem Maße an unsere Vereinscaffe gestellt werden, erscheint es uns geradezu unerklärlich, dass die geehrten Mitglieder es mit den Vereinseinzahlungen, ja sogar mit der Zahlung der Pflichtbeiträge, so leicht hinnehmen. Es ist unsere Pflicht, die betreffenden Mitglieder in ihrem eigenen Interesse an die Erfüllung ihrer Leistungen dem Vereine gegenüber eindringlichst zu erinnern, da die Säumigen es sich nur selbst zuzuschreiben haben, wenn wir nach dem Wortlaute der Vereinsstatuten mit den strengsten Maßregeln vorzugehen veranlasst werden. Auf mehrfache Anstagen sehen wir uns ferner zu der Erklärung genöthigt, dass die Wirksamkeit des österr.-ungar. Cantoren-Vereines — ganz abgesehen von der projectirten GrL'mdung eines Pensionsfondes — sich in denselben Bahnen fortbewegt und demgemäß die Einzahlungen der Mitglieder in der gleichen Weise wie stüher zu erfolgen haben. In hohem Grade wünschenswerth wäre es, wenn jene Collegen, welche sich der Pensionscaffe anzuschließen bereit erklärten, in jedem Falle vorerst dem Cantoren-Vereine beitreten, was dann seinerzeit ihren Anschluss an die Pensionscaffe nur erleichtern würde. Die Activirung der Pensionscaffe ist vom Vorstande des österr.-ungar. Cantoren-Vereines nicht fallen gelassen worden, nur ist eine Verzögerung aus dem Grunde eingetreten, weil der Vorstand erst abwarten zu müssen glaubt, welches Project die vom mähr.-jüd. Landesmaffafond und von der Repräsentanz der Landesjudenschaft in Böhmen angekündigte Action zu Tage fördern wird. Dev Vorstand des österr.-ungar. Cantoren-Vereines. *) In Anbetracht der großen Nothlage, in welcher sich die Familie des dahingeschiedenen Collegen befindet, appelliren wir auch an die dem Cantoren-Vereine nicht angehörendcn Collegen, ihr Scherflein beizutragen, damit den Hinterbliebenen eine ausreichende Unterstützung zu Theil werden könne. Diesbezügliche Spenden werden sowohl vom Vereinscassier als auch von der Redaction dieses Blattes dankend entgegengenommen und öffentlich ausgewiesen. Die Ncdaction. Correfxondrn; der Bedaction. K. in Amfi. Bestätigen dankend den gesandten Betrag. Probeblätter versendet. Besten Grnß. PH. K. in loco. Wir bedauern sehr, Ihrem ״Eingesendet" die Aufnahme in unserem Blatte versagen zu müssen. Das Project halten wir derzeit für undurchführbar, da ein ähnlicher Versuch bereits gescheitert ist. Im Uebrigen nimmt eine viel ernstere und wichtigere Angelegenheit unsere ganze Aufmerksamkeit jetzt in Anspruch, und wir wundern uns, dass Sie, da Sie doch für das Gemeinwohl so sehr bedacht sind, dieser Frage bisher keinerlei Interesse zugcwendet haben. D. in N. Erscheint in nächster Nummer. B. in T. B. Bitte sich direct an die bekannte Buchhandlung I. Kauffmann, Frankfurt a M. zu wenden. Bei allfälligen Anfragen bitten wir urn Beilage eurer RrLourrnarke. Die Redaktion. Diejenigen Herren Abonnenten, welche sich bisher ohne Erfolg mahnen ließen, werden ersucht, die der jüngsten Nnnrmer beigeschlossene Postanweisung behufs Einsendung des rüU ständigen Abonnements-Betrages ab 1. Jänner t. I. ehestens zu benützen. Die Administration.

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