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Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung · 1895-05-01 · Heft 11 (1.5.1895) · p. Seite 7

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Journal
Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung
Volume
15 (1895)
Issue
Heft 11 (1.5.1895)
Date
1895-05-01
Page
Seite 7 (sequence 7)
Language
German
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Nr. 11. Gesterreichisch-ungarische Lantoren-Zeitung Seite 7. gelehnt. Dafür stimmten nur die Nationalpartei und die Secessionisten. Dagegen wurde der Beschlußantrag des Cultusminifters Dr. Wlassics, betreffend die unveränderte Rücksendung der Vorläge an das Oberhaus, mit an Einstimmigkeit grenzender colossaler Majorität angenommen. Es blieben im Ganzen vier oder fünf Abgeordnete auf ihren Plätzen sitzen, sonst erhob sich das ganze Haus für den Beschlußantrag. Klrinr Chronik Wien. Der Commandant des 14. Landwehr-Regimentes, Oberst Alerander Ritter von E iß, wurde in der Wiener Hofbürg vom Kaiser in Audienz empfangen, wobei Ritter von Eiß dem Monarchen den Dank für die ihm jüngst verliehene Ordens-- auszeichnung abstattete. — Der Kaiser hat zu gestatten geruht, dass der Reichsraths- und Landtags-Abgeordnete, Dr. Arnold Rapoport, Edler von Porada in Wien, den kaiserlich ottomanischen Medschidje-Orden erster Elaste; der Director der k. k. priv. Allgemeinen österreichischen Bodencredit - Anstalt, Theodor Ritter von T a u s s i g in Wien, den fürstlich montenegrinischen Danilo-Orden erster Claffe und der a. o. Universttäts-Professor, Dr. Adam Politzer in Wien, das Osficierskreuz des königlich rumänischen Kronen-Ordens annehmen und tragen dürfen. Wien. Herr Dr. Emil Adler, Vice-Secretär der Wiener israel. Cultusgemeinde, hat sich mit Fräulein Lina Hacker, Tochter des Wein-Großhändlers Simou H acker in Erlach a. d. Aspangbahn, verlobt. Wien. (Der Taufschein.) Vor einem Monat wurde im Abgeordnetenhause vom Abg. Krona wett er interpellirt, ׳warum entgegen der Bestimmung des Staatsgrundgesetzes bei staatlichen Coneursausschreibungen von den Bewerbern der Taufschein verlangt werde. Minister Dr. v. Plen er erklärte in der Beantwortung dieser Interpellation, dass künftig in allen staatlichen Coucursausschreibungen blos der ״Nachweis des -Geburtsjahres" verlangt werden wird. Inzwischen ist vor einigen Tagen die Concursausschreibung für die Aufnahme in die k. k. Landwehr-Cadettenschule in Wien erschienen. Dieselbe verlangt unter den Documenten, welche der Bewerber um die Aufnahme in diese Staatsanstalt vorzulegen hat, als erstes den Taufschein. Diese Concursausschreibung ist in sämmtliehen amtlichen Provinzblättern publicirt worden. Abgeordneter Dr. Kronawetter hat in Folge dessen im Vereine mit anderen Abgeordneten die Regierung neuerdings interpellirt. Trvzipau, den 24. April. (Warnung!) Vor einigen Tagen kam ein Herr zu mir, der sich als der Bruder des Obercantors Freisinger in Pilsen und als Aufseher der Schechita bei der Wiener Cultusgemeinde ausgab, und es gelang ihm, durch diese falsche Vorspiegelungen mich um einige Gulden zu prellen. Dann gieng er zu einem zweiten Herrn hier, einem Neffen des Dr. Taglicht in Wien, bei dem er sich als Verwandter des Rabbiner Dr. Taglicht ausgab, und hat auch diesem einige Gulden herausgeschwindelt. Der Mann ist mittlerer Größe, mit schwarzem Vollbart und trägt eine Brille. Er dürfte einige 50 Jahre alt sein. Ich warne die Collegen vor diesem Schwindler und bitte, falls er ertappt wird, mir oder der Redaction der Cantoren-Zeitung, von dessen Herausgeber Obercantor Bauer er in lügnerischer Weise Empfehlungen zu besitzen angiebt, mitzutheilen, damit ich diesen Schwindler gerichtlich verfolgen kann. Obercantor Singermann. Görz. Die Meldung, dass der hiesige israelitische Tempel durch das Erdbeben gelitten habe, ist eine irrige. Das 200 Jahre alte Gebäude ist sehr solid gebaut, ruht auf Pfeilern und Wölbungen und hat ungefähr l‘/4 Meter dicke Mauern; weder im Innern noch außen wurde der Tempel durch den ׳ziemlich starken Stoß beschädigt. Bern. (Das Schächten von Tauben.) Eine antisemitische Strömung wusste es im Jahre 1893 dahin zu bringen, dass nachstehende Bestimmung in die schweizerische Bundesverfassung ausgenommen wurde: ״Das Schlachten der Thiere ohne vorherige Betäubung vor dem Blntentzüge ist bei jeder Schlachtart und Biehgattung ausnahmslos untersagt." Ein Aussührungsgesetz hiezu wurde nicht erlassen, so nöthig es auch wäre. In Basel hat letzthin der Sigrist der israelitischen Gemeinde zwei Tauben getobter, ohne sie vor dem Blntentzüge betäubt zu haben! Flugs wurde der Mann der Polizei angezeigt und vor Gericht gestellt. Das Gericht sprach ihn ftei, woraus die Baseler Blätter folgern, es sei gestattet, Wildpret, Hühner, Tauben, Fische rc. zu schlichten. (Die neue Anleihe der Budapester Straßenbahn.) Die Budapester Straßen-Eisenbahn-Gesellschaft hat bereits in ihrer General- Versammlung vom 28. März 1894 beschlossen, ihr ganzes Netz auf elecirischen Betrieb umznändern. Die hierdurch verursachten Investitionen, sowie die Beschaffung des Kapitales für die electrische Untergrundbahn und für die Nenpest-R.-Palotaer electrische Balm werden durch ein 4perzentiges Prioritäts-Anlehen gedeckt, welches durch die Pesterungarische Eommer-;ialbank und die Orsterreichische Ländrrbank emittirr wird. Der Gesammtbetrag des neuen Anlehcns ist 18 Millionen Kronen, von welchem Betrage 4 Millionen Kronen vorerst im Portefeuille der Gesellschaft bleiben und nur nach Maßgabe des Bedarfes für weitere Investitionen realisirt werden. Die Kundmachung über die Rückzahlung der noch im Verkehr befindlichen eirca 3.6 Millionen Gulden 4 l/2percentigerObligationen, ferner den Prospect der neuen Anleihe und die Subscriptions-Einladung, welche die Pester ungarische Connuerzial-Bank im Vereine mit der Oesterreichifchcn Länderbank für den Nominalbetrag von 14 Millionen Kronen der neuen Titres versendet, findet sich im Jnseratentheile der Tagesblätter. Von dem letzteren Betrage werden circa 7 Millionen Kronen den Inhabern der 4'/.,perzentigen Obligationen der Gesellschaft zur Converfion angeboten. Die Besitzer der alten Titres erhalten einen gleichen Nominalbetrag in neuen Obligationen und in Baarem 1/1 Perccnt als Conversions-Prämie. Die Conversions-Anmeldungcn werden vom 26. April bis 4. Mai 189.1 entgcgengenommen. Für den durch diese Conversion nicht in Anspruch genommenen Betrag von circa 7 Millionen Kronen findet am 4. Mai 189'» die Baar-Subscription zum Curse von 100 Percent statt Die neuen Titres sind mit 4 Percent verzinslich, werden im Wege derVerlosnng mit 105 Percent des Nominalwerthes zurückgezahlt und besitzen die Priorität vor allen Ansprüchen der Actien und etwaigen später zu emittirenden Obligationen. Die Budapester Straßen-Eisenbahugesellschaft ist bekanntlich ein völlig consolidirtes und gut prosperirendes Unternehmen. Die Actien der Gesellschaft haben in den letzten zehn Jahren eine Verzinsung von durchschnittlich 10 Percent und für das Jahr 1894 eine Dividende von 121/0 Percent geliefert. Die emittirenden Banken nehmen Vormerkungen für die am 4. Mai stattfindende Baar-Subscription entgegen. Corresxonden; der Kedartion. H. in T. Eingcsandter Artikel wird in einer der nächsten Nummern erscheinen. In Zukunft bitten wir die Quadratschrist deutlicher zu schreiben. Sp. in L. Für diese Nummer zu spät, wird nächstens veröffentlicht. Dr. F. in P. Für nächste Nummer Vorbehalten. Wir machen die geehrten Leser auf die bestbekannte Bankfirma Carl Leipziger in Berlin aufmerksam. An diejenigen Berrrn Abonnenten, welche pro 1895, also ab 1. Jänner mit dem Abonnementsbrtrage im Rnckstände sind, legen wir Postanweisungen bei, und ersuchen sowohl diese Brrren wir auch jene, welche für das 2. Lnartal noch nichts gesendet haben, den Abonnenrentsbetrag umgehend entsenden in wollen, damit sich nicht wieder die unliebsamen und peinlichen Reste anhausen. Die Administration. ״Handras Kodesch“ leichte melodiöse Chöre. 30118, Recitative für den Cantor, Lieder und Gehete, liturgische Notizen etc., also der ganze Cnltns nebst Casnalien. Gegen Einsendung von 5 fl. ö. W. oder per Nachnahme zu beziehen vom Herausgeber M. Tintner, Cantor und Lehrer in Bunzlau. Von der hohen k. k. Landesschulbehörde eoae. priv. MUSIK-SCHULE MORINI Wien, n., Taborstrasse 22. Schüleraufnahme täglich von 9—12 Uhr und von 3— 6 Uhr. Stimmtegabte Herren und Damen können in den Chor eintreten. — Monatab eitrag 1 fl. Prospecte, Lehrplan gratis and franco. Für Auswärtige auf Wunsch Pension im Instituts.

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