Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung
- Journal
- Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung
- Volume
- 15 (1895)
- Issue
- Heft 8 (21.3.1895)
- Date
- 1895-03-21
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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Pränumerations-Preis. FürTantorrn ir-EultusbramtL in Vrfirrrrich-Nngarn Ganzjährig . . . . . fl. 4.— - Halbjährig . . . fl. 2.— FürCaniorrn «.CuliusbramLe - im Ausland Ganzjährig. . . . . . 8 Mark oder 4 Rubel. Für Private und Institute Ganzjährig .- ... fl. 6.—•־ Oesterreichisch-ungarische Central-Organ für die Interessen der Cantoren und Cuüusbramten. Erscheint jeden zehnten Tag. Begründer: Obercantor Javob Lause. Wedartivn und Administration Wien II., Novaragasse Nr. 27. werden billigst berechnet. Manuskripte werden nicht retournirt. Abonnementsu. Insertion»- beträte find in Wien ratztb«?. - Nr. 6. Wien, 21. Mär; 1893 13. Jahrgang. Zur Gründung der Pensionsraffe. -Im Laufe der letzten Tage sind an den Vorstand des Cantorön-Vereines über die Organisation der Pensionscasse mehr-׳ fache Anfragen gerichtet worden, die bereits in den Nummern 4/- 5,-6׳und '7 des Heurigen Jahrganges der Cantoren-Zeitung eingehende Erörterung geftmden Haben. So erfreulich einerseits das -Interesse ift^Mlches״ durH״jede ׳ Anfrage sirr die^Pensions- ׳ casse bekulldet wird, so wäre es anderseits unnütz, ein und dieselbe Frage zum Gegenstände wiederholter Erörterungen zu niachen. ׳ Indem wir nun die betreffenden Fragesteller auf die erwähnten Nummern verweisen, richten.wir gleichzeitig an die löblichen Cultusgemeinden, sowie-an die geehrten Cultusbeamten die dringende Bitte, -den jeweiligen Publicationen über den PeNsionsfonö anhaltende Aufmerksamkeit zuzuwenden, um sich dadurch jederzeit über den Stand der eingeleiteten Action im Laufenden -zu -erhalten. ‘ - Der Vorstand des Cantoren-Vereines und die Redaction dieses Blattes sind über Wunsch gerne bereit, etwa fehlende oder abhanden gekommene, frühere Nummern der Cantoren- Zeitung zur Verfügung zu stellen, wobei wir betonen, dass die Tarife des Pensionsfondes, in welchen sowohl über die. Höhe der jährlichen Einzahlungen als auch über die Höhe der Pensionen Aufschluss gegeben wird, in Nummer 6 der Cantoren- Zeitung vom 1. März 1895 veröffentlicht worden sind. _Die Redaction. Vergangenheit und Zukunst des; rsntoralen Amtes ., Den Wenigsten dürfte es bekannt sein, dass unser Altmeister׳ S.alomon S u l z e r anlässlich des 50-jährigen Jubiläums der Seitenstettensynagoge eine Denkschrift verfasst und in derselben seine Anschauungen über die weitere Gestaltung des synagogalen Gottesdienstes sowie über die Bedeutung des cantoralen Berufes niedergelegt hat. Dieses höchst interessante und lehrreiche Elaboratwollen wir nun im Nachstehenden veröffentlichen: Es Ist. nicht. blos ein Recht, welches hier ein Mann im vorgerückten Alter für 7 sich in Anspruch nimmt-, indem er zu einem-.eminent historischen Feste das Wort ergreift, ,um -Erinnerungen den Ausdruck zu verleihen. Vielmehr scheint es Pflicht der ״Alten, dass sie reden, wo man früherer Tage gedenkt", damit sie Zeugnis geben von den Kämpfen, die aufgeboten worden, um jenen Errungenschaften, deren die spät-- geborenen Enkel wie eines überkommenen. Erbes sich erfreuen, Begründung und Dauer zu sichern. Wbev nicht nitr das Verdienst der. Heimgegangenen, der Dankbarkeit der "Nachwelt zu empfehlen, - sondern noch in einem anderen Sinne find die Greise berufen, das Vermächtnis verstoffener Tage dem jüngern und aufstrebenden Geschlechte zu überliefern, damit dieses fortentwickeln, was die Altvordern vorerst nur gepflanzt, den Bau ergänzen und vollenden möge, den jene im Vertrauen auf eine verständnisinnige Nachfolgerschaft unfertig hinterlassen haben. In noch höherem Grade jedoch als das Lebensalter, welches eine gnadenreiche Vorsehung den Schreiber dieses erreichen ließ, berechtigen und verpflichten ihn sein Beruf wie seine Beziehungen zu der Institution, deren Gründungsfeier wir begehen, zur Niederschrift dieser Mck- und Vorschau auf Vergangenheit und.Zukunft des heiligen Amtes, das er seit mehr als einem halben Jahrhundert in Treue und Hingebung verwaltet. Als Mandatar der betenden Versammlung (Schaliach Zibbur) war er Dolmetsch andächtiger Herzen und schmückte das ״Opfer der Lippen", das wir auf den Altar Gottes niederlegen, damit es im ״weihevollen Dufte" der Klänge ״zum Wohlgefallen vor dem Herrn" emporsteige. Weihevollen. Stimmungen Ausdruck und Fürsprache zu geben und den idealen Regungen der Gemüther tönende Erscheinung zu verleihen, war ja seines ganzen Lebens einzige Aufgabe, an deren Ausführung er all seine Kraft verwendet. Wann hätte es aber jemals dringender eines redenden Anwaltes bedurft, als gerade in diesem festlichen Momente, wo es gilt, das Wort zu flihren für die Todten, denen der Mund verschlossen ist, für die Mauern einer . gottgeweihten Halle, die nur alsstumme Zeugen der hier aufgebotenen Thätigkeit aus. der Zeit ihrer Gründung übriggeblieben find. Mich allein hat von den milstrebenden Männern, die zu heiligen Aemtern berufen waren, die schützende Hand.des . Allgütigen diesen׳ Tag erleben lassen und mir, als ״dem Aeltesten; seines Hauses", (S’ kan betho) liegt es oh. den Inhalt der, 5!