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Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung · 1895-03-11 · Heft 7 (11.3.1895) · page 1

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Journal
Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung
Volume
15 (1895)
Issue
Heft 7 (11.3.1895)
Date
1895-03-11
Page
– (sequence 1)
Language
German
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üesterreichisch-ungarische aniaren - Zeiinn Pränumerations-Preis. FürCankorrn u.Cultusbearnie in Vrstrrrrirlr-Angarn Ganzjährig . . . . . fl. 4.— Halbjäbrig.fl. 2.— FnrCsntorenu.Culk usö'-amtr im Ausland . Ganzjährig , 8 Mark oder 4 Rubel. Für Private nnd Institute Ganzjährig.fl. 6.— Central-Organ .-׳ .. für die Interessen derMantorrn und Cultusbramten. Erscheint jeden zehnten Tng. Begründer: Obercantor lavob Bauer. Rrdartron und Administration Wien II., ^llovaragasse Nr. 27. Inserate werden billigst berechnet. Manuskripte werden nicht retournirt. Abonnementsu. Insertion«- betrüge stnd in Wrrir zatzlbar. Nr; 7. Wien» 11. Mär; 1890. Io. Jahrgang. Wien, 11. Mär;. Seitdem in diesen Blättern die Gründung einer Penfionscasse für smmntliche jüdische Cultusbeamte angeregt wurde, beschäftigt sich auch die übrige jüdische Publicistik dies- und jenseits der Leitha mit dieser hochwichtigen Frage, und die Bestrebungen des österr.-ungar. Cantoren-Vereines werdet!, je nach dem Standpunkte des betreffenden Autors, bald sympathisch -begrüßt, bald abfällig beurtheilt.-Derlei Erörterungen,!!rügen sie. auch noch so strenge Kritik üben, können unserem Vorhaben, das die öffentliche Discussion nicht zu scheuen braucht, nur zum Nutzen gereichen, und wir werden es jederzeit^mst vollster Ruhe aufnehmen, wenn '■׳ hie und da ein gegentheiliger Standpunkt ernst und würdig vertreten wird. Aus dem Widerstreit der Meinungen-führt der Weg zur klaren Einsicht, und dahin zu gelangen, ist das aufrichtige Streben jener Männer, die zum Wohle ihrer Berufsgenossen die Gründung der Pensionscasse angeregt haben. Allein so gerne wir׳ aus diesem Grunde jedwede Belehrung und Aufklärung annehmen, so erachten wir es als unsere- Pflicht, haltlose Einwände zurückzuweisen und namentlich dort mit aller Entschiedenheit entgegenzutreten, wo die Ehrlichkeit unserer Bestrebungen angezweifelt wird. In diesem Sinne müssen wir heute einen in der jüngsten Nummer des ״Ungar. Israelit" erschienenen Artikel in den Kreis unserer Betrachtungen ziehen und, um die daselbst ausgestellten Behauptungen eingehender widerlegen zu können, denselben in seiner Gänze reproduciren. Der Autor, Dr. T. gefertigt, schreibt unter dem Schlagworte ״Cantorenvereine" folgendes: ״In Wien und Budapest besteht seit mehr als einem Jahrzehnt je ein Verein zu dem Zwecke, um die Berufsgenossen, als Cüntoren und andere israelitische Cultusbeamte oder deren Wilweii und Waisen in Nothlagen zu.unterstützen. Beide dienen Humanitären Zwecken und was sie bisher geleistet, verdient die Anerkennung und Würdigung von Seiten der Gemeinden hüben und drüben. Und doch prosperirt weder der ungarische, noch der österreichische Cantoren-Verein. Schuld hieran ist zumeist Äe an Apathie grenzende Gleichgiltigkeit derjenigen, für die die genannten Vereine eigentlich in's Leben gerufen worden sind. Der österreichische Cantoren-Verein unterlässt kein Mittel, um sich in die Höhe zu bringen. Zuförderst erstreckte er seine Wirksamkeit aus beide Hälften der Monarchie und trotz zahlreicher Aufrufe, die in kurzen Intervallen in seinem Organe ergehen, blieb die Anzahl der Mitglieder weit hinter den Er- Wartungen zurück. Speciell aus Ungarn konnte er kaum ein Dutzend israelitischer Cantoren unter seine Fahne bringen, das Letztere finden wir natürlich. . Warum sollte der in Ungarn wirkende Cultusbeamte sich dem Wiener Vereine 'anschließen, da doch der hierländische chm dieselben Beneficien bietet?. Das patriotische Gefühl mag; hiebei ebenfalls in die Wägschale fallen. Und der ungarische Cultusbeamten-Verein versucht es nicht minder sich auszubreiten, und zahlreiche Ausrufe wurden versandt, un! Mitglieder, ordentliche und unterstützende, zu erwerben. Umsonst! Die Gleichgiltigkeit der isr. Cultusbeamten für gemeinsame Interessen ist auch hierzulande kaum zu befiegen. Der ungarische Verein leidet ebenso, wie der österreichische an der Indolenz der Mitglieder des Cultusbeamten-Standes: Und das beweist der Jahres-Ausweis, welcher vom Präsidium versendet wurde, zur Genüge. Wohl wird ein Vermögen von 6872 fl. 81 kr. ausgewiesen, also eine Zunahme gegen das Vorjahr von 407 fl. 8 kr., aber unter den Einnahmen figuriren 233 fl. als eingezahlte Gebühren von ordentlichen Mitgliedern^ was einem Mitgliederstande von etwa 60 entspricht. Das sind׳ triste Verhältniße auch hier, und die Leitung macht kein Hehl, daraus, indem sie in ihrem letzten Berichte, auf diesen Umstand hinweisend, Maßnahmen in Anregung bringt, welche Abhilfe bringen sollen. .; Was uns aber veranlasst, auf die Registrirung dieser Um-' stünde einzugehen, erblicken wir in. der publicistischen Pflicht, die uns gebietet, die Interessen der israelitischen Cultusgemeinden, also auch ihrer Beamten wahrzunehmen. Warnen wollen wir Letztere vor dem neuesten Lockruf des österreichischen Cantoren-; Vereines, welchen er in jüngster Zeit in Form eines Aufrufes an sie ergehen ließ. In diesem Aufrufe verspricht er nichts weniger, als eine Pension von jährlichen 150 bis 400 fl. denjenigen, welche ihm: mit einem jährlichen Beitrage von mindestens 50 fl. beitreten.

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