Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung
- Journal
- Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung
- Volume
- 15 (1895)
- Issue
- Heft 5 (13.2.1895)
- Date
- 1895-02-13
- Page
- Seite 2 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 92% known words query
- IRI
…/1304829-3453335-3453340--4210-3458647- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Seite 2. Gesterreichisch-ungarische Lantoren-Zeitung Nr. 5. ,K die Anforderungen an die Vereinscaffe Wirklich hochgespannte waren. Bei dem-gleichen Stande der Mitglieder ergaben die Jahresbeiträge fast die gleiche Summe wie im vorigen Jahre, doch Mffjy! wir,'dringendst wünschen, dass die Einzahlungen uät mchr Pünktlichkeit erfolgen, damit die zahlreichen Mahnungen überMsfig und dem Vereine unfruchtbare Arbeiten und unnöthige Auslagen erspart werden. Zwar waren die Mitglieder durch die wiederholten Pflichtbeiträge mehr in Anspruch geuommen, allein dieses Moment allein rechtfertigt" "nicht das bedenkliche Anwachsen der Rückstände. Gerade jetzt sollte eine Lässigkeit in den Einzahlungen nicht platzgreifen, da der Vorstand in Voraussicht der zu gründenden Pensionscasse mit größter Strenge in Bezug auf Constatirung der Mitgliederschaft vorzugehen gezwungen ist. Die Zinsen des Vereinsvermögens ergaben eine unwesentüche Steigerung, .aWu mit^ besonderer Freude coustatiren wir,; dass im heurigen Jahre die Spenden in viel reicherem Maße unserer Casse zugeflossen sind. Dank den Bemühungen unseres Vereinspräses, dem hiefür öffentliche Anerkennung gezollt werden möge, haben wir folgende namhafte Spenden zu verzeichnen: Von Herrn Herrman Königswart er, Wien, 300 fl., von Herrn Alfred Straffer Wien, 150 fl., von Herrn Baron Popp er, Wien, 300 st. Den edlen Spendern sprechen wir hiermit im Namen des Vereines unseren tiefgefühlten Dank aus und möge ihr edles Beispiel baldigst anderweitige Nachahmung finden. Oeffentlicher Dank gebührt auch jenen Gemeinden und Gemeindevorständen, welche schon seit einer Reche von Jahren unseren Verein mit Jahresbeiträgen bedenken. Es sind dies die Gemeinden Tobitschau, Strakonitz, Hump o letz, Kuttenpl an und Tescheu. Hoffentlich werden sie uns auch bei Gründung unserer Pensionscasse chre Unterstützung angedechen lassen. Im Ausgabenconto heben wir in erster Reihe die gewährten Jnvaliditätsmrd Witwenbeiträge hervor. Es wurden ausgezahlt. Jnvaliditätsbeitrag Mssbaum-Holleschau 150 st.; Witwenbeitrag Klein-Budweis 100 st.; Witwenbeitrag Krämer-Freudenchal 200 st.; Witwenbeitrag Blau-Esseg 200 st.; Witwen^ beitrag Pollak-Vlaschim 200 st., in Summa 850 fl.,, eine Leistung, die im Verhältnis zu den bescheidenen Mitteln des österr.-ungar. Cantoren-Vereines eine gewiss beachtenswerthe ist. Durch anderweitige Unterstützungen in der Höhe von 30 st. wurde unsere Casse im heurigen Jahre nicht besonders in Anspruch genommen. An Unterstützungsgesuchen, und oft sehr berücksichtigungswürdigen, hat es wohl nicht gefehlt, die meisten mussten jedoch abgewiesen werden, da sie von Nichtmitgliedern oder deren Hinterbliebenen eingebracht wurden. So sehr oft collegiales Mitgefühl für ein solches Ansuchen eintreten würde, so find wir dennoch an die Bestimmungen der Statuten gebunden, die Unterstützungen nur für Mitglieder oder deren Hinterbliebene zulassen. Mögen sich die Herren Collegen darum an unseren Verein erinnern, so lange sie noch in Amt und Stellung sind, nicht aber erst, wenn Noch und Elend an ihre Thüre klopfen. Durch den Ankauf einer 1000-Kronen-Rente waren wir in der angenehmen Lage, den Stammfond des Vereines zu vermehren. Für das mit dem kleinsten Treffer gezogene Bodencredit-Los wurde gleichfalls eine Kronen-Rente angeschafft. Der Posten ״Kanzleiregie" bewegt sich auf. dem bisher niedrigsten Niveau von fl. 47.47, hingegen haben die ״Verwaltungskosten" trotz der größten Sparsamkeit durch die.Ab- Haltung des Cantorentages, die Vorarbeiten für den. Pensionsfond rc. eine Steigerung gegen: das Vorjahr erfahren. Wir haben nur den -Trost, ׳ dass -dio Auslagen^ so Gott will, keine unfruchtbaren waren. ' f Als alljährlich wiederkehrende Ausgabsposten finden wir noch die Besoldung des Vereinssecretärs, des Vereinsdieners und die statutarisch bestimmte Subventton an das Vereinsorgan. Bei diesen Ausgaben, müssen wir anerkennend hervorheben, dass das Secretariat im heurigen׳ Jahre eine besonders gesteigerte Arbeitsleistung zu bewältigen hatte und dass die österr.-ungar. Cantorenzeitung sich bei allen Bestrebungen des .Vereines als ein unentbehrlicher Factor und ein Förderer ׳unserer Actione!! erwiesen hat. ־ -;i , ׳/.'“' Die Uebersicht der Einnahnren und Ausgaben führt uns auch zu dem mühevollen Walten unseres Vereinskassiers, dem wir für.feine, aufopferudThötigkeit öffentlichen Dankuussprechen. Zum Schluffe unseres Berichtes sei uns noch die Erklärung"gestattet, dass der Vereinsvorstand jederzeit bereit ist, für die Interessen und das allgemeine Wohl der engeren und weiteren Berufsgenossenschaft mit allen ihm zu Gebote stehenden Kräften einzutreten und den Lohn für seine Thätigkeit nur darin sucht, von Jahr zu Jahr-auf immer größere Erfolge.-Hinweisen zu können. In diesem Bewusstsein soll uns kein Opfer zu groß sein, um es frohen Herzens und freudigen Sinnes auf den Altar der gemeinnützigen, collegialen Wirksamkeit niederzulegen. Der Vorst and ' des österr.-ungar. Cantoren-Vereines. Adolf Grünzweig Chor- und Gesangsmeister in Arad. ׳ Zu seinem 40-jährigen Amts-Jubiläum am 9. Februar 1895. 1829—1840—1848—1855—1895. Die angeführten Jahreszahlen bilden die Marksteine des bisherigen Lebensganges Adolf Grünzweigs. Der Inhalt derselben wäre würdig, in einem Buche niedergelegt und zum Heile aufstrebender Kunstnovizen veröffentlicht zu werden. 1829—40, welche Summe von Elend, Entbehrung und bitterem Leid zeigt uns die Etappe , von Szered bis Nachod; 1840—55, welche Opulenz von Arbeitskraft, Studium und Beharrlichkeit der Lebensgang von Nachod über Kolm, Triesch, Trebitsch. SteiuaManger; Wien nach Arad; 1855—95, welche Gnade Gottes, vierzig Jahre eines thatenreichen Lebens an einem Bestimmungsorte in erfolgreicher und segenspendender Arbeit verbringen zu können! Sicherlich ruht das geistige Auge des hochverehrten Jubilars angesichts des Marksteines 1895 auf all' diesen angeführten Punkten, die den Inhalt seines Lebens, eines thatenreichen biederen und menschenfteundlichen Lebens ausmachen. Der Raum gestattet uns nicht, an dieser Stelle all' diese Einzelbilder noch einmal auszuführen, dieselben fanden in den Fachaufsätzen Nr. 17 bis 23 des Jahrganges 1888 dieser Blätter umfassende Würdigung. Es erübrigt uns nur, am heutigen Jubeltage, den Gedanken zum Ausdruck gelangen zu lassen, dass die langjährige, emsige und bedeutungsvolle Arbeit des hochverehrten Jubilars auch in shnagogal-gesanglichen Kreisen voll und ganz geschätzt wurde und wir uns hocherfteut fühlen, an diesem, auch für uns bedeutungsvollen Tage unsere Dankesgefühle und Werthschätzung dadurch zu bekunden, indem wir dem hochverehrten Jubilar den redlich verdienten Lorbeer der Anerkennung für seine vortrefflichen Leistungen auf synägogalgesanglichen Gebiete reichen.