Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung
- Journal
- Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung
- Volume
- 15 (1895)
- Issue
- Heft 1 (1.1.1895)
- Date
- 1895-01-01
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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Pränumerations-Preis. FürCaniorenn.CilHusbramLe .in Vrsterreirl;-Nngarn Ganzjährig ..... p. 4.— Halbjäürig . . . . . fl. 2.— FnrCaniorrn n.CnUnsbranrtr im Ausland Ganzjährig.8 Mark oder 4 Rudel. Für Private und Institute Ganzjährig . . . .. fl.6.— Nr. 1. Cöntral-Organ für die Interessen der Csntorrn und Cultusbesmten. E v f che int jeden zehnte Begründer: Obercantor Jacob Wien, 1. Jänner 1890. Krdartion und Administration Men II., Uovaragaffe Nr. 27.! - j Irrferate werden billigst berechnet. Manuscripte werden nicht i retournirt.! Abonnementsu. Inlertions-! brträsr sind in Wien, rahlbae. An unsere geschätzten Leser! Mit dem heutigen Tage tritt die ״Oesterreich.-ungarische Cantoren-Zeituug" in den 15. Jahrgang ihres Bestandes. Der erfreuliche Umschwung zum Bessern, der sich in diesen anders halb Jahrzehnten in unserer Berufssphäre vollzogen hat, ist in hervorragendem Maße ihrem aufopfernden publicistischen Wirken zuzuschreiben, denn von unserem Blatte sind die Anregungen zur gedeihlichen Lösung vieler wichtiger Standesinteressen gegeben worden. Im Hinblick auf diese unleugbare Thatsache richten wir einen eindringlichen Zlppell an unseren geschätzten Leserkreis, unseren Bestrebungen die nöthige materielle Unterstützung in wirksamer Weise angedeihenzu lassen, welche in der pünktlichen Einsendung des ohnehin geringen Abonnements-Betrages ihren Ausdruck findet. Gleichzeitig bitten wir jeden einzelnen Berufsgenossen, für die Verbreitung der ״Oesterr.-ungar. Cantoren-Zeitung" nach Kräften thätig zu sein und hiemit einen kleinen Dankeszoll für unsere Wirksamkeit ababzustatten. Die Redaction. Wien, 1. Jänner 1895. Eine tiefbegründete und in allen Lebenssphären vielgeübte Gepflogenheit ist es, am Abschlüsse eines Jahres auf die bedeutsamen Vorfälle und Ereigniße, die sich in diesem, wenn auch kurzen Zeitabschnitte abgespielt haben, mit objektivem Auge einen Rückblick zu werfen, um aus den angestellten Betrachtungen und den gesammelten Erfahrungen heilsame Lehren zu ziehen und einen sicheren Wegweiser für die fernere, erfolgreiche Thätigfeit zu gewinnen. Wenn wir nun von diesem Gesichtspunkte aus in dem uns gegebenen Wirkungskreise Umschau halten und die verschiedenen, im abgelaufenen Jahre in der ״Oesterreich.-ungar. - Cantoren-Zeitung" angeregten Berufsfragen Revue Passiren lassen, ist keine so sehr geeignet, unser Interesse, so wie das der uns nahestehenden Kreise in solch' hohem Grade zu fesseln, wie die Gründüng einer Pensionscasse. Darum wollen wir auch die ersten Betrachtungen in dem neuen Jahre dieser hochwichtigen Frage zuwenden und zur Orientirung der hiebeibetheiligten Factoren die Richtung angeben, in welcher die bisher eingeleiteten Schritte zur Realisirung der Pensionscasse sich bewegt haben. Durch den einmüthigen Beschluss des letzten, in Wien abgehaltenen Cantorentages wurde der Vorstand des öfterr.-ungar. Cantorenvereines ermächtigt und beauftragt, die nöthigen Vorbereitungen zu treffen, damit eine baldigst einzuberufende General- Versammlung an die definitive Gründung und ^nstiLmrungr diefep segensreichen Institution schreiten könne. Doch kaum waren die ersten Schritte gethan, so gelangte das vom Vorstande eingesetzte engere Comite, dem sümmtliche Vorarbeiten übertragen wurden, zur Erkenntnis, dass Eile und ungestüme Hast in einer so hochbedeutsamen Angelegenheit nicht am Platze wären, sondern jedes Moment mit Bedacht und Ruhe erwogen werden müsse. Wenn dem Einem dieser Weg zu langsam schien, Andere wieder die ganze Action als gescheitert berachteten und dies der Lässigkeit des Vorstandes zuschrieben, so können wir uns mit dem Bewusstsein trösten, dass gerade in der ruhigen und bedächtigen Entwicklung der sichere Erfolg gelegen ist. Eine der ersten Aufgaben des Comites war es, einen gewiegten Fachmann in's Einvernehmen zu ziehen, da dem ganzen Plane eine streng mathematische Basis zu Grunde gelegt werden sollte. Es geschah dies, nebst der allgemeinen Erwägung, dass hier für Utopien und unerfüllbare Wünsche kein Feld sei, aus zwei weiteren gewichtigen Gründen. Zunächst haben die bisherigen Erfahrungen, so z. B. bei dem Pensionsfoude des israelitischen Lehrervereines in Böhmen, gezeigt, dass oberflächlich und optimistisch angestellte Berechnungen sehr bald jede Action lahmlegen, und weiters bestätigt die Regierung, gemäß, den gegenwärtigen gesetzlichen Bestimmungen, eine Vereinigung,.welche den Mitgliedern Pensionen, Altersversorgungen rc. in.Aussicht stellt, nur dann, wenn die ausgesetzten Prämien- und Pensionsquoten, mit versicherungstechnischem Maßstabe gemessen, als richtig befunden werden. Durch den Hinweis auf diese Thatsache glauben wir uns auch auf kurzem Wege der Widerlegung jenes Artikels überhoben, in welchem seinerzeit Herr Cantor Schwarz in Wien ׳dieversicherungstechnische Basis als ftir unsere Verhältniße unpassend bezeichnet^ Ja, wer Utopien nachjagt, wird; sich hiebei leicht über die mathematische Formel hinwegsetzen,