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Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung · 1894-12-21 · Heft 30 (21.12.1894) · page 1

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Journal
Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung
Volume
14 (1894)
Issue
Heft 30 (21.12.1894)
Date
1894-12-21
Page
– (sequence 1)
Language
German
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Oesterrerchisch-ungarische Cantoren - Zeitung Pränumerations-Preis. FürCsntorenu.CuHusbrarnIr in Vrfirrrririz-Angarn Ganzjährig.fl. 4.— HalbMrig.fl. 2.— FürCankorrn u.TuUusbrrnntr im Ansland Ganzjährig ..... 8 Mark oder 4 Rubel. Für Private und Institute Ganzjährig.fl. 6.— Central-Organ für die Interessen der Cantoren und Cutlusbeamten. Erscheint jeden zehnten Tag. Begründer: Obercantor Jacoi) Bauer.! Redartion;! und I Administration j Wien j II., -lovaragasse Nr. 27.! In lernte werden billigst berechnet. | Mannscripte werden nicht j retournirt. Abonnementsu. Insrrkions-! betrage stnd in Wien zahlbar.! Nr. 30. Wien, 21. Derrmber 1894. 14. Jahrgang. An unsere geehrten Hrrrerr Abonnenten. Mit dieser Nummer beschlicht die östrrr.- ungar. Cantoren-Zeitutlg den 14. Jahrgang ihres erfolgreichen Wirkens. Die geehrten Herren Eollegen, sowie dir geschätzten Freunde unseres Blattes werden hirrnit gebeten, uns auch fernerhin in unseren Bestrebungen materiell und geistig %\x unterstützen und den Abonnrmentsbetrag für , für dir Verbreitung unseres Blattes, welches vermöge seines reichen Inhalts auch^ür Nichteantorrn von grohenr Intereste ist, nach Kräften thätig zu sein. Die Redartion der österr.-ungar. Cantoren-Zeitung. das tlscheinzusenderr ' wrr den Appell Ein Wort an unsere rrnstdenkenden Fachgenoffen von Cantor I. Fürnberg, Neuhaus. - Als wir im Sommer d. I. im Sitznngssaale der. Wiener Cnltus-Gemeinde über das Zustandekommen einer Pensionscasse beriechen, da war Jeder von uns von dem einmüthigen Wunsche beseelt, dieselbe auch baldigst verwirklicht zu sehen. Viele gute Anregungen wurden gegeben, und der Vorstand des Oesterr.-Ungar. Cantorenvereines konnte den Eindruck gewinnen, dass sein Bemühen endlich von Seite der übrigen Fachgenossen gewürdigt wird. Seit jener Zeit ist hübsch Ruhe in unserem Lager eingezogen und viele, sonst an und für sich indifferente Elemente geben nun — in Folge der eingetretenen Ruhe — schon dem Gedanken Raum unsere Action als gescheitert zu betrachten. Ich fiir meine Person schwelge zwar auch nicht in Optimismus, aber zugegeben muß werden, dass - ״gut-Ding Weile braucht", und dass der Vorstand nicht, über Nacht ^etwas Fertiges bieten kann. Das hieße Versprechen und —' nicht halten. Hier muß ich das in Rede stehende Thema auf einige Augenblickeverlassen und mich mit dem Vereinsorgane, der Oesterr.-ungar^ Cantoren-Zeitung, beschäfügen. Vor . Kurzem besuchte mich ein sehr mtelligenter Mann, dem ich unter anderen Büchern und Zeitschriften auch die ״Cantoren-Zeitung" borgte. Mit dem Ausdrucke des Dankes und der Verehrung erhielt ich nach einigen Tagen alles Geborgte zurück,- jedoch mit dem Unterschiede, dass diesmal die stehende Rubrik ״Die geehrten Herrn Abonnenten werden ersucht, den Abonnementsbetrag" u. s. w. r o t h unterstrichen war. Neugierde ergriff mich, und ich versiigte mich in die Wohnung des mir befreundeten Mannes, um zu erfahren, warum der Rothsüft in dieser Rubrik herumbalancirte. ״Weil es mich eigenth ümli ch, ich möchte -sagen, w-rd er Li ch b e eüchrt^, M^kmkete die יי Antwort auf meine Frage, ״wenn Ihr fortwährend, jahraus, jahrein von Seite der Redaction gemahnt werden müsst, um 1 fl. Abonnementsbetrag zu bezahlen. Wahrlich Euere Autorität und die Heiligkeit Eueres Berufes wird dadurch nicht gehoben. Wenn es Ihnen möglich ist, dazu beizutragen, diese hässliche Rubrik verschwinden zu machen, dann haben Sie das Verdienst, bei mir wenigstens eines der Vorurtheile den Cantoren vis-ä-vis ausgemerzt zu haben." Ich kam nicht in Verlegenheit, denn eingedenk des Wahrwortes: ״Thue Recht und scheue Niemand," erwiderte ich sofort, dass wahrscheinlich nur ein verschwindend kleiner Percentsatz unserer Collegen hier in Betracht käme, während der größere Theil derselben die Vereinsfahne schlitzt. ״Zugegeben", sprach der Mann, ״aber wissen Sie denn nicht, dass V'X אהד יחטא ועל כל העדה הקצף wenn bei uns Juden auch nur ein verschwindend kleiner Bruchtheil Unrecht begeht, doch immer wieder die Gesammtheit gehängt wird. Also schaffet Wandel!" Ich schwieg; wir unterhielten uns noch längere Zeit, endlich empfahl ich mich und gieng weg. Sofort aber reifte in mir der Entschluss, dieses Vorkommnis im Vereinsorgane zu veröffentlichen. Ich will hier nicht weiter darüber reden und glaube, diejenigen Elemente unter uns, welche es mit der Heiligkeit unseres Berufes Ernst nehmen, werden wohl dazu beitragen, um die Jeremiaden verschwinden , zu machen und> dem Vereinsorgane sein Dasein zu. erleichtern. , Was die Journalistik bis jetzt für ein großes Stück Culturarbeit vollbracht hat, weiß Jeder. Wo gibt es Heute einen Culturmenschen, der nicht mit-Interesse nach der Zeitung greift? Gibt es heute ein Gewerbe, das nicht seine Fachzeitung besäße? Hätten wir Letztere nicht, so würden viele unserer Collegen die Rippenstöße übermüthiger Glaubensgenossen noch mehr zu fiihlen bekommen. Der Umstand, öffentlich, also in der Zeitung, ge-

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