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Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung · 1894-10-14 · Heft 24 (14.10.1894) · page 1

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Journal
Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung
Volume
14 (1894)
Issue
Heft 24 (14.10.1894)
Date
1894-10-14
Page
– (sequence 1)
Language
German
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Uesterreichisch-ungarische anlmn - Zeiiun! PränumcrcnionS-Prcis!1 FiirLantorcn u.tLullusbeLNnte i; in Drprrrctrfi-Hntjaru Ganzjährig.st. jj Halbjälirig.fl. 2.— jj JiirCanf otrn u.Lnlinsbernnle! iin Analnnd ji Ganzjährig.8 Mark I! oder 4 Rubel. j: Für private und Institute Ganzjährig.fl. 6.— jj Central-Organ für die Interessen der Cantoren nnd Cultusbeamten. Erscheint jeden zehnten Tag. Begründer: Obercanior laeok kaue»׳. ׳! Kedartion!! UNd 1 Administration! Wien; If., Aovaragajse Ar. 27. Inserate : werden billigst berechnet, j Manuscripte werden nicht jj rctournirt. j Nbonneinrntsu. Infrrtions- ■j betrüge find in Wien xahlbnr.!> li j ji jj Nr. 24 Wien, 14. Ortober 1894. 14. Jahrgang. Pränumerations-Einladung. Mit!. Dctober begann das I V. Quartal dieses Jahrganges nnd wir ersuchen die geehrten Herren Abonnenten um umgehende Erneuerung des Abonnements nnd Einsendung des Pränumerations- Betrages. Indern wir versichern, auch fernerhin für die Wahrung der Standesinteressen Mätig zn sein, erbitten wir uns die freundliche Unterstützung der geehrten Collegen. Die Redariion der ״Oejkerr.-ungar. Lantoren-Zertung." Ein Art der Geeechtntkeit. Ewig unvergesslich werden die Worte bleiben, mit denen jüngst unser vielgeliebter Kaiser den jüdischen Unterthanen seines Reiches seine landesvaterliche Huld zu erkennengab. Wie sein grosser Vorabn, der von uns die Bande der Knechtschast loste, hat er auch in der düsteren Zeit des Rassennnd Classenhasses erlösende Worte gesprochen, die als ein Denkmal hochherziger Gerechtigkeit mit goldenen Lettern in das Buch der Geschichte eingeschrieben, noch tu den spätesten Zeiten fortleben werden. Klar uiib deutlich gesprochen, können die Worte'des Kaisers von Niemandem missdeutet werden nnd offenkundig klingt aus ihnen der Wille des Monarchen, dass er die Rechte der jüdischen Staatsbürger nach keiner Richtung hin geschmälert wissen will. Für alle jene, welche fort und fort das Gegentheil anstrebten, wird dies eine unzweideutige Lehre sein, die in Zukunft beachtet werden muß. Doch auch die jüdischen Cultusgemeinden dies- und jenseits der Leitha, an deren Vertreter die Worte des Monarchen gerichtet wurden, dürfen den hohen Sinn derselben beherzigen. Würdigung und Anerkennung ist uns Inden ans kaiserlichem Munde geworden, und die Rechte, die brutale Gewalt uns entreißen wollte, sind uns durch den höchsten Factor im Staate neuerdings bestätigt worden. Dem Beispiele des gütigen Landes- Vaters sollten auch die jüdischen Cultusgemeinden folgen. Wie der Jude unter den übrigen Völkern und Nationen als minderwerthig betrachtet wird, so lebt der jüdische Cultusbeninte innerhalb seiner Glaubensgenossenschast als ein Paria, dessen Rechte von allen Seiten geschmälert werden. Und niuer den Beamten selbst ist es gerade der Cantor, der am meisten über jene Zurücksetzung in seiner Gemeinde klagen muß, die der Jude unter den übrigen Nationen tagtäglich empfindet. Ein verantwortungsvolles, heiliges Amt, ein strenger ausreibender Dienst obliegen dem jüdischen Cantor und trotzdem kann er von seuier Besoldung in den meisten Fällen kaum die nöthigsten Bedürsniße seiner Familie decken, geschweige denn, dass je ein Gedanke für die Versorgung seiner Zukunft in ihm anskommen kann. Wenn wir Juden für die uns zukommende Stellung nn Staate Würdigung und Anerkennung fordern und die befreienden Worte des Kaisers mit frohem Jubel begrüßt haben, dürfen wir uns selbst dem Gerechtigkeitssinne nicht verschließen und!licht dem Unrecht, das in unserem eigenen Kreise sich breit macht, eine Pflanzstätte gründen: die jüdischen Cnltusgemeinden dürfen es nicht dulden, dass ihre Beamten, deren Kräfte sie ausnütze!!, am Hungertuche nagen und fast durchwegs einer trostlosen Zukunft entgegengehen. Ihre heiligste Ausgabe ist es, alles Mögliche aufzubieten, um eine Besserung dieser Zustände herbeizuführen. Ans welchem Wege nun kann dies geschehe!:? Was uns Cantoren betrifft, wird die Antwort hieraus nicht zum ersten Male gegeben und wir appetliren neuerdings an die Vorstände und Mitglieder der israelitischen Cultusgemeinden, dem Pensionsfonde, welchen der österreich-ungarische Cantorenverein zu gründen beabsichtigt, thatkräftige Unterstützung und wohlwollende Fürderung angedeihen zn lassen. Mit Wenigem kann hier großes geschaffen werden und durch verhältnismäßig geringe Beiträge kann selbst die kleinste Gemeinde die Zukunft ihres Fnnctionürs einigermaßen sicherstellen. Als der Vorstand des österreich-ungarischen Cantoren- Vereines dem Präsidenten der Wiener Cnltnsgemeinde für die Ueberlassnng des Gemeinde-Sitzungssaales zn den Bcrathungen des letzten Cantorentages Dank sagte und über die einzelnen Berathungsgegenstände Bericht erstattete, war derselbe über die geplante Gründung des Pensionsfondes sichtlich erstellt und stellte auch eme namhafte Subvention der Wiener Cnltus-

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