Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung
- Journal
- Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung
- Volume
- 14 (1894)
- Issue
- Heft 23 (28.9.1894)
- Date
- 1894-09-28
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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i’eichisch-ungarfeohe Pränumerations-Preis. FiirCaniorrrrir.CnltnsbrrlNikr in Vrfirrreirlr-Ungarn Ganzjährig.fl. 4.— Hnlbjälirig.fl. 2.— FürC«ntorrn u.Culkusbrrnnte im Ausland Ganzjährig.8 Mark oder 4 Rubel. Für Private und Institute Ganzjährig.fl. 6.— Gentral-Organ für die Interessen der Cantoren und Cultusbeamten. Erscheint jeden zehnten Tag. Zeitung Begründer: Obercantor Jacob Bauer. Krdarlwn und Administration Wien U.» Aovaragasse Ar. 27. Infrrste werden billigst berechnet. Manuskripte werden nicht retournirt. Abonnementsu. Insertion«- betrage stnb in Wien!»hlbar. Nr. 23. Wien, 28. September 1894. 14. Jahrgang. Einladung zur Pränumeration auf die Oesterreichifch-ungarische Cantoren-Zeitung Vierzehnter Jahrgang. — Viertes Vuartal. mit Gctober beginnt bas 1Y. Quartal dieses Jahrganges und wir ersuchen die geehrten Herreir Abowrenten u»r1״mrgch-end^Ernenernng des ^tbvnnements und LinsendkÜrz des j^ranumeratfons-Mtrages׳ Indern wir versichern, auch fernerhin für die Wahrung der ^tandesinteressen thatig zu sein, erbitten wir uns die freundliche Unterstützung der geehrten Lollegen. Die Redaktion der ״Oesterr.-nngar. Cantoren-Zeikmg." Ein kaiserlicher Neujahrsgruß. Wenn der scheidende Sommer die letzten Grüße ins Land sendet und das allmalige Absterben in der Natur den Eintritt des Herbstes verkündet, rüstet sich das Judenthum zu einer Reihe von religiösen Festen, deren Reigen mit den Neujahrstagen eröffnet wird. Für unsere Glaubensgenossen in Oesterreich- Ungarn erhält die ernst erhabene Stimmung dieser Feste im heurigen Jahre eine freudige Verklärung durch die anßerordentlichen Beweise der huldvollen Gnade, welche Sr. Majestät der Kaiser seinen jüdischen Unterthanen in unzweideutiger Weise zu Theil werden ließ. Zweimal in kurzer Aufeinanderfolge, in Lemberg und Balassa-Gyarmat, hat unser gnädiger Monarch die Deputationen der Bekenner jüdischen Glaubens, die sich in ehrfurchtsvoller Hilldigung seinem Throne nahten, mit besonderer Auszeichnung ausgenommen. Die jüdischen Deputationen wurden nicht wie bisher in der Reihe der Vereine und Corporationen, sondern als Vertreter einer staatlich anerkannten Confession im Anschlüsse an die katholische und evangelische Geistlichkeit empfangen. Doch abgesehen von dieser formellen Auszeichnung, welche wohl an und für sich schon hochgeschätzt werden muß, da sie der Initiative des Monarchen. entsprungen ist, sind die Worte,"die Se. Majestät der Kaiser an die Deputation richtete. von..g'anz besonderer Bedeutung. - ״Ich bin von der Treue und Anhänglichkeit Ihrer Glaubensgenossen überzeugt und rechne stets auf dieselben", sagte der Kaiser der Deputation der Lemberger israelitischen Cultusgemeinde. Enthalten schon diese Worte eine offene Anerkennung unseres Patrioüsmus und unserer stets bewiesenen Opferfreudigkeit für Kaiser und Vaterland von Seiten des ebenso gerechten als gnädigen Monarchen, so muß die Erwiderung in Balassa-Gyarmat noch als eine . Steigerung derselben aufgefasst werden. ״Die Versicherung der Huldigung und unverbrüchlichen Treue der israelitischen Csltusgemeinden nehme Ich dankend entgegen. In MeinemHerzen bildet der Unterschied der Religion Meinen Völkern gegenüber keine Sach ei dewand, auf Meine königliche Gnade und Meinen Schutz können daher auch Sie jederzeit rechnen". Mit diesen herrlichen Worten, die von wahrer Frömmigkeit und reiner Menschenliebe eingegeben sind, hat der Kaiser die Vertreter der Cultusgemeinden des Neograder Comitates angesprochen, und die Stunde, da dieselben seinem erhabenen Munde entströmten, bleibt ein ewig denkwürdiges Moment in der Geschichte unseres Vaterlandes. Konnte uns an der Schwelle des neuen Jahres ein schönerer, hoffnungsreicherer Neujahrsgruß werden? Er ist