Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung
- Journal
- Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung
- Volume
- 14 (1894)
- Issue
- Heft 21 (1.9.1894)
- Date
- 1894-09-01
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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Uesterreichisch-ungarische Cantoren - Zeitung Priinum crntio iis-PrciS -STu־<i'ru1tor«t u.0I«lt1j»beamtc in jDi'jirrrctilj-Hngaru G!11!zjäi>rij1.fl- -t.— JÖnlbjälirig.fl. 2.— 3rüftC;uitrn nt li.Cnltusbramte im Buölanb ©üiiyä&rifl.8 Mark oöir 4 Nnbcl. Für private und InilitutL Ganzjährig.fl R.— Central-Organ für die Interesten der Cantoren und Cultusbeamten. Erscheint jeden zehnten Tag. Bvdrrrtion und AdurinUtration Wien If., Nooaragajse Nr. 27. Inserate werden billigst berechnet. Mannscripte werden nicht retournirl. Begründer: Obercantor Jacob Bauer. Abonnementsn. Insertion».!> betrage sind in Wien zatzlbarl Nr. 21. Wien, 1. September 1894. 14. Jahrgang. Cantorate Herzensangelegenheiten. Die am 28. und 29. Mai l. I. in Wien abgehaltene Cantorenversammlung bot den auswärtigen Fachblättern wieder einmal willkommene Gelegenheit, den sogenannten Missvergnügten behufs Prostituirung des jüdischen Cantorates ihre Spalten zur Verfügung zu stellen. Bezüglich der ״Moral" dieser Kundgebuugen wäre ja weiter nichts zu bemerken, als dass uns die Stylübungen dieser Gattung von Schriftstellern geradezu die Schamröthe ins Gesicht treiben und der an bessere Gesellschaft gewöhnte jüdische Cantor versucht wäre, dem Schicksale zu ftuchen, welches ihn an die Gemeinschaft solcher Individuen bannt. Individuen, die in Folge ihrer Talentlosigkeit und Unwissenheit es im Leben zu keiner bedeutsamen Stellung gebracht und beim Zusammenstürzen ihrer rechtlos und gewaltsam angestrebten Ideale nichts Besseres zu thun wissen, als an den Bestrebungen selbstloser und zielbewusster Männer — allerdings wie der Verbrecher an seinem Gefängnisgitter — vergebens zu rütteln. Die gellenden Töne dieses programmlosen Zänkers Hallen uns noch seit einer der früheren Versammlungen unseres Vereines zu kräftig in den Ohren, als dass wir nicht schon im ersten Absätze des in echt cavalier mäßig er Weise nicht gezeichneten Artikels sofort den stets unter ״s ch w arzer" Flagge segelnden Autor zu erkennen im Stande wären. Trotz der damaligen Angriffe hatten wir seit einer Reihe von Jahren Gelegenheit, diesem Ehrenmanne Wohlthaten, oftmals von hochwichtiger Bedeutung, zu erweisen, und wir stehen nicht an, unbeschadet der erneuten Angriffe ihm auch fürder unsere Mithilfe angedeihen zu lassen, insofern er es auch weiter verstehen wird, sein Visir ״wie ein echter Ritter von der traurigen Gestalt" regelrecht zu schließen und nur im Bedarfsfälle כעני בפתח sein mitleiderregendes Gesicht zur Schau zu tragen. Auf das Meritorische. der im ״jüdischen Cantor" veröffentlichten Artikel-Trilogie einzugehen, erachten wir nicht für opportun, indem der Autor, als cantoraler Handlanger, von künstlerischer Eignung und fachmännischer Qualification gerade so viel versteht, was eben für einen Handlanger ausreicht. Nur die lügenhaften Behauptungen persönlicher Natur, soweit dieselben unsere Thäügkeit, wie die Thäügkeit der anderen Factoren innerhalb des Vereines betreffen, müssen wir, so ungern wir auch dieses thun, einer Erwägung unterziehen. Der Herr Handlanger l ü g t, wenn er behauptet, dass der österr.-ung. Cantorenverein für die Bezahlung des Vereinssekretärs und der Cantoren-Zeitung jährlich 400 fl. verausgabt. Der Vereinssekretär erhält jährlich 100 fl. und die Cantoren- Zeitung für die Veröffentlichung unserer Vereinsangelegenheiten ebenfalls 100 fl.; bei der letzterwähnten Ausgabe vermeint der Vorstand noch etwas zu gewinnen, da es nicht möglich ist, die Auslagen für Rechenschaftsberichte, Veröffentlichungen, Zahlungsausweise, Todesanzeigen etc. etc. jährlich mit hundert Gulden zu bestreiten. Was den Vereinssekräter betrifft, so kann die Kundgebung des Herrn Handlangers nicht anders wie als purer Neid erachtet werden, und wir zweifeln sehr ernst daran, ob er, wenn er überhaupt die Qualification besäße, das Vereinssekretariat zu übernehmen, diese Obliegenheit graüs leisten, oder nicht noch mehr als 100 fl. verlangen würde. Der Herr Handlanger lügt mit der Behauptung, dass der selige Friedmann sich seinerzeit um einen Vorstandsposten des Vereines bewarb. Wie aus den Protokollen ersichtlich und wie die dazumal Anwesenden sich erinnern dürften, waren w i r diejenigen, die Friedmaun zur Annahme eines solchen Ehrenamtes veranlassen wollten, welcher Antrag jedoch von ihm entschieden zurückgewiesen wurde, weil er schon mit dem Programme nach Wien kam, in Budapest einen eigenen Verein zu gründen So lügt der Herr Handlanger lustig drauf los, bezüglich der Ehrenmitgliedschaft, bezüglich der Bertheilung der Eintrittskarten in die Hofoper, 2c. 2c. Der Herr Handlanger lü gt auch dort, wo er dem Schreiber dieser Zeilen Intelligenz und Correctheit zugesteht. Um keinen Preis möchten mir jenen Intelligenzgrad unser eigen neunen, den der Herr Handlanger als solchen erfasst und uns zuerkennt, und wenn wir, wie er sich in perffd-satyrischer Weise ausdrückt, ״alleweil correct" wären, so wäre es entschieden unmöglich gewesen, uns mit seinem Geistesabhube so lange zu beschäftigen. Zu unserer Rechtfertigung führen wir jedoch an, dass wir das Letztere lediglich deshalb thaten, weil der Herr Handlanger uns nach einer Richtung unumschränkte Anerkennung abgerungen, u. z. als grandioser Psychologe und Menschenkenner. Es ist wahr, der Schreiber