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Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung · 1894-07-01 · Heft 17 (1.7.1894) · page 1

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Journal
Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung
Volume
14 (1894)
Issue
Heft 17 (1.7.1894)
Date
1894-07-01
Page
– (sequence 1)
Language
German
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Oesterreichisch-ungarische Canioren - Zeitung Pränumerations-Preis. FürLsnkoirnn.Cnltnsbrrnnte in Vefirririch-Nngarn Ganzjährig.fl. 4.— Hnlbjälirig.fl. 2.— FürCklntorrn n.Cnltnsbrrnnle im Ausland Ganzjährig.8 Mark oder 4 Nudel. Für Private und Institute Ganzjährig.fl. 6.— Central-Organ für dir Interessen der Cantoren und Eullusbeamtrn. Erscheint jeden zehnten Tag. Begründer: Obercantor iavob Bauer. Redaktion und Administration Wien II., Novarag asse Nr. 27. Inferatr werden billigst berechnet. Manuscripte werden nicht retournirt. Abonnementsn. Insertion«, betrüge sind in Wien zatzlbar- Nr. 17. Wien- 1. Juli 1894. 14. Jahrgang. Pränumerations-Einladung. Mit der heutigen Nummer beginnt das UI. Quartal dieses Jahrganges und wir ersuchen die geehrten Herren Abonnenten um umgehende Er- Neuerung des Abonnements und Einsendung des Pränumerations-Betrages. Indem wir versichern, auch sernerhin sür die Wahrung der Standesinteressen thätig zu sei», erbitten wir Uns die freundliche Unterstützung der geehrten College«. Die Redaktion der ״Oesterr.-ungar. Cantoren-Zeitung." Wien, 30. Juni. Der imposante Verlauf des jüngsten, in Wien abgehattenen Cantorentages, die Wichtigkeit und Bedeutung der auf demselben gefassten Beschlüsse haben in der gesanunten Collegenschaft Oesterreich-Ungarns und auch außerhalb der Monarchie lebhafte Anerkennung gestmden, und noch immer laufen bei der Redaction dieses Blattes sowie bei dem Vorstande des österceich.-ungarischen Cantoren-Vereines begeisterte Znstimmungserklürungen ein. Den hohen Werth dieser Kundgebungen wissen wir wohl zu schätzen, doch mit Begeisterung allein ist noch kein großes Werk geschaffen worden. Wir stehen vor der Lösung eines schwierigen und bedeutungsvollen Problemes. Durch die Gründung einer Pensiouscassa soll die Zukunft der Berufsgenossen materiell sichergerstellt und dadurch auch ihre gegenwärtige Stabilität gefordert werden. Da bedarf es vor Allem ernster, zielbewusster Arbeit und des einmüthigen, selbstlosen Zusammenwirkens aller Factoren. Jeder Schritt muss genau überdacht und erwogen, jedes Mittel vorsichtig geprüft werden, und zwischen überstürzender Hast und zögernder Langsamkeit ist der richtige Mittelweg zur Erreichung des Zieles zu finden. Weit noch stehen wir ab, allein der Anfang ist bereits gemacht worden, und mit Gottes Hilfe werden wir auch glücklich das Ende erreichen. Gemäß der am Cantorentage abgegebenen Erklärung ist der Vorstand des vsterr.-ungar. Cantorenvereines sofort in die Berathung über die Gründung eines Pensionsfondes .eingetreten. Zur Klärung der bisher noch verworrenen Anschauungen wurden mehrere Pensionsstatuten durchgegangen und einige allgemeine Gesichtspunkte über den Aufbau der Pensionscaffe ausgestellt. Die Ausarbeitung derselben in's Detail bleibt zweien erprob ten Fachmännern Vorbehalten, die, wie in der vorwöchentlichen engeren Borstandssitzung beschlossen wurde, schon im ersten Stadium zu Rathe gezogen werden sollen. Diesen fällt die Aufgabe zu, zu berechnen, ob die Gründung eines Pensionsfondes das Vorhandensein eines׳ gewissen Grundcapitalszur -Voraussetzung haben muß, oder nicht; wie hoch die jährlichen Ein- Zahlungen der Mitglieder und die Beiträge der Gemeinden anzusetzen sind: nach wieviel Jahren die Pensionscaffe leistnngsfähig wird; und schließlich in welcher Höhe Pensionen zugesichert werden können. Schon die nächsten Wochen werden eine Lösung aller dieser Fragen bringen und dann erst wird sich ein klares Bild entwickeln von dem, was wir anstreben und erreichen können. Der Aufruf an die jüdischen Cultusgemeinden sowie alle übrigen Schritte zur materiellen Sicherstellung und Förderung der Pensionscaffe sind die nächste Etappe. Der Vorstand des Cantorenvereines lässt sich von der ganz ricbtigen Erwägung leiten, dass er an die Cultusgemeinden sowie an jene Factoren, von denen eine Unterstützung unseres Unternehmens zu erwarten ist, nur mit bestimmten Vorschlägen herantreten kann. Nicht durch leere Versprechungen und inhaltslose Schlagworte, sondern nur durch concrete Thatsachen werden wir uns Freunde und Gönner erwerben, und darum ist es vor allem Anderem nothwendig, dass wir uns und Jenen, deren Beihilfe wir in Anspruch nehmen wollen, wenigstens über die Grundzüge unseres Pensionsstatutes, aufgebaut auf genauen mathematischen Berechnungen, volle Klarheit verschaffen. Für die hier angedeutete Reihenfolge der einzuleitenden Schritte spricht noch ein weiteres, beachtenswerthes Moment. In den heißen Sommermonaten wird es, wie bekannt, auch in den jüdischen Gemeinden gewöhnlich etwas stiller, und eine jetzt nach dieser Richtung eingeleitete Action könnte leicht an der Theilnahmslosigkeit der Vorsteher und Gemeindemitglieder scheitern. Während der sogenannten todten Saison können aber die Borarbeiten erledigt werden und im Herbste sei dann Jedermann auf . seinem Platze.

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