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Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung · 1894-05-21 · Heft 14 (21.5.1894) · page 1

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Journal
Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung
Volume
14 (1894)
Issue
Heft 14 (21.5.1894)
Date
1894-05-21
Page
– (sequence 1)
Language
German
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Oesterreichisch-ungarische Prämuncrations-Preis. FürCantvrrnn.Lnlkusbeamte in VLstrrrririi-Angnrn Ganzjährig.fl. 4.— Halbjälirig.fl. 2.— FiirCrlntorrnu.Cttlknsbramle im Ausland Ganzjährig.8 Mark oder 4 Rubel. Für Vrioalr und' Injlitutr! Ganzjährig 6.— Nr.1'4 \ Central-Organ für dir Interessen der Cantoren und Cultusbeamten. Erscheint jeden zehnten Tag. Begründer: Obercantor laeod Lause. Kedartron und Administration Wien j! II., Aovaragasse Nr. 27. \\ Inserate j! werden billigst berechnet.! Mannscripte werden nicht > retournirt.! Abonnementsu. Insertions. i betrage sind in Wien zahlbar- Wien, 21. Mai 1894. 14. Jahrgang. Vor dem Cantvrentage. Nur mehr lucui^c Tage trennen uns von dem Cant o r e ritage, der am 28. und. 29. Mai in Wien abgehalten werden wird. Der Zweck und die Aufgaben desselben sind in diesen Blättern schon so vielfach erörtert worden, dass wir uns heute des abermaligen Hinweises auf die hohe Bedeutung des Cantorentagesenthobeu glauben. Nichtsdestoweniger müssen Nur neuerdingsbetonen, dass jeder Cantvr es als Ehrensache betrachten möge, seine Zugehörigkeit zn der Gesammtheit der Collegenschaar durch persönliche Theilnahme zu bekunden, und dass, je zahlreicher der Besuch des Cantorentages sich gestaltet, desto gewichtiger und bedeutsamer die Beschlüsse und Kundgebungen desselben erscheinen werden. Die bisherigen Anmeldungen lassen auch nach dieser Richtung hin das Beste erwarten. Der Beginn der Berathnngen ist für Montag 2 Uhr Nachmittags in Aussicht genonnnen, und zwar in der Weise, dass zunächst in der offieiellen Generalversammlung des österr.- nngar. Cantoren-Vereines die internen Vereinsangelegenheiten zur Verhandlung gelangen. Nach Erledigung derselben beginnt die Disenssion der allgemeinen Standesfragen im Rahmen der jüngst veröffentlichten Tagesordnung, die an! nächstfolgenden Tage fortgesetzt wird. Anträge jeder Art müssen bis längstens Donnerstag, den 24. Mai beim Präsidium des Cantorenvereines I-, Seitenstettengasse 4 angemeldet werden. Das vorbereitende Comits hat anch sein Augenmerk darauf gerichtet, dass die Besucher des Cantorentages nach dem Ernste der Berathnngen auch einige Stunden der Erholung in künstlerischer Anregung und collegialer Geselligkeit genießen können. Den in Wien eintreffendeu Collegen wird die Redaction der ״Cantoren-Zeitung" H.,Novaragasse 27, Sonntag und Montag Vormittag über die näheren Details des Programmes bereitwilligst Auskunft ertheilen. Wir wünschen und hoffen, dass recht viele Collegen der Einladung des Cantorenvereines Folge leisten werden, und in dieser Erwartung rufen wir ihnen ein herzliches ״Willkommen!" entgegen. Neber Lhafonus und Steiger. L-on Cnnlcr Isidor Schwarz, üi?u°::. Der Winter des Jahres 1881 brachte dem Cantorenthum eine sinnige Ueberraschung in der ersten Nummer der österr.-ungar. Cautoren-Zeitung. Mit Hellem Jubel wurde diese glückverheißende Erscheinung allenthalben begrüßt, als wäre sie der Vorbote einer freundlichen Morgendämmerung, die für den Cantorenstand nunmehr anzubrechen sich anschickte. Auch ich war der Enthusiasten Einer, die sich dem Rausche dieses Freudentanmels Hingaben. Allein während sie dem Einen pikante Abwechslung in der Eintönigkeit und Einförmigkeit des beruflichen Alltagslebens däuchte, dem Andern ein erwünschter Anlass schien, die innerhalb des ganzen Reiches zerstreut lebenden Standesgenossen durch einen lebendigen Contact näher aneinander zn bringen, regte sie bei mir nebst diesem auch ein anderes, sonst nie empfundenes Bedürfnis an, einen Gefühlsdusel, als hätte auch ich der Welt, und insbesondere der engeren Cantorenwelt eine Botschaft zn verkünden. Ties durchdrungen von dieser sonderbaren Idee, gönnte ich mir nicht Ruh' und nicht Rast, stöberte den Restvorrath meiner nicht verschwitzten Schul- Weisheit aus, schrieb und strich mit unnachsichtlicher Selbstkritik und brachte unter Ach und Krach ein Elaborat zn Stande, von dem ich innerlichst überzeugt war, dass die Welt noch niemals zuvor ein Besseres gesehen. Diese köstliche Geistesblüthe stellte ich der Cantoreu-Zeitung zur Verfügung, in Hangen und Bangen der Dinge wartend, die da kommen werden, lind was das Merkwürdigste ist: ich reussirte! Behaglich und breit, mit jener ausladenden Pracht, welche das Entzücken eines Vater- Herzens bildet, sah ich meine Schmerzenskinder tummeln; zwei Spalten lang und darüber standen sie da, Schulter an Schulter, Glied an Glied, um kämpfend und ringend meinen ״Ruhm" zu begründen. Wer niochte es ihnen anmerken, dass sie auf dem Wege von der Redaction zur Oessentlichkeit die Ecken und Kanten ihrer absonderlichen Weltmanieren sglattgeschlissen, und wer ahnen, dass sie die Noth und Pein eines durchgreifenden Wandlungsprozesses durchzumachen hatten? Nichtsdestoweniger hatte ich Grund, mich ob meines ersten Erfolges kannibalisch zn freuen.

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