Mannheim
Compact Memory

Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung · 1894-01-01 · Heft 1 (1.1.1894) · p. Seite 7

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung
Volume
14 (1894)
Issue
Heft 1 (1.1.1894)
Date
1894-01-01
Page
Seite 7 (sequence 7)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
89% known words query
IRI
…/1304829-3453304-3453305--3900-3458304
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

Nr. 1. Gesterreichisch-vngarische Lantoren-Zeitung. Seite 7. den: vom Erblasser za gemeinnützigen 1111b Humanitären Zwecken kumulativ gewidmeten Legate von einer Viertelmillivn Gulden zu Partizipiren haben werden, die für sie reservirten Beträge bekannt zu geben. Das Ausmaß der einzelnen Universalerben Hermann Freiherru von Königswarter festgestellt. Nach dieser Aufstellung werden erhalten: Je 10,000 fl.: 'Die Genossenschaft der bildenden Künstler Wiens, das Jsraelitische Seminar, das Spital der Cultusgemeinde, das Haus der Barmherzigkeit in Währing, das Asyl ״Stefanie-Stiftung" in Biedermannsdorf, die israelitischen Armenanstalten und das Blindeninstitut auf der Hohen Warte, sowie der Seehospizverein. — 7 000 fl.: Das israelitische Mädchenwaisenhans.— 6000 fl.: Der Jnrnälisten und Schriststellerverein ״Concvrdia" in Wien. —Je 5000 fl.: Die k. k. Academie der bildenden Künste, das Krankenhaus der Barmherzigen Brüder, die Gesellschaft vom Weißen Kreuz, die Heilanstalt für Brustkranke, Z,Tuberculinum"), die Spar- und Borschnßabtheilung der k. k. Staatsbeamten, der Rudolfinerverein, die israelitische Beerdignngsbruderschaft und das Taubstummeninstitut, der Erste Wiener Feriencotonieverein, der Centralverein zur Verköstigung armer Schulkinder, das Reconvaleszentenheim für arme Wöchnerinnen in Gersthof, der israelitische Frauen-Wohlthätigkeitsverein, der Verein gegen Verarmung und Bettelei, der Allgemeine Studentenunterstützungsverein, der Schulverein für Beamtentöchter, die Wiener Freiwillige Rettungsgesellschaft, die allgemeine Poliklinik in Wien. — Je 3000 fl.: Das Maria Theresien-Frauen- Hospital, das Kinderspital zu St. Anna, die Uuterstütznngs- Societät der Polizeibeamten in Wien für bereit Witwen und Waisen, das Kinderspital der Allgemeinen Poliklinik, der Waisenverein der Cultusgemeinde. — Je 2 5 00 sl.: Der Allgemeine niederösterreichische Volksbildungsverein (Zweig Wien und Umgebung), der Verein Ferienhort für bedürftige Gymnasiasten. — Je 2000 fl.:. Die Aushilfscasse für entlassene Kranke im israelitischen Spital, der Frauen-Wohlthätigkeits-Verein Providentta, Badeeurfonds der Aerzte, Erstes öffentliches Kinder- Krankeninstitut, Witwen- und Waisenunterstützungsverein des medizinischen Doctorencollegiums, Asylverein für Obdachlose, Oesterreichische Gesellschaft vom Rothen Kreuz. — 15 00 sl.: Wiener Schutzverein zur Rettung verwahrloster Kinder. — Je 1000 sl.: Der Pensionsfonds Rudolfinerhaus, Wiener Frauenheim, das Unterstützungsinstitut der Sicherheitswache in Wien, Veteranen-Unterstützungsverein ״Tegetthoff", Verein der Wiener Börsebesucher zur Unterstützung hilfsbedürftiger Mitglieder, Erzherzogin Sosien-Spital, Kranken- und Unterstützungsverein ״Nächstenliebe", Verein zur Unterstützung entlassener'Sträflinge, das Kinder-Asyl ״Humanitas" in Kahlenbergerdorf, Prediger Mannheimer-Verein. Frauenerwerbverein, Verein zur Errichtung eines Spitals in Gleichenberg. — Je 500 sl.: Der Verein des Administrations-Personales der Wiener Journale ״Eintracht", der Verein ״Caritas" zur rationellen Ernährung für Kinder und Kranke, Mariahilfer Ambulatorium, Verein der Lehrerinnen und Erzieherinnen in Wien, Unterstützungsverein ״Frauenhort", Zentralverein für Krippen, Verein zur Errichtung von Dienstbotenasylen, Verein ״Kinderschutz", Verein zur Errichtung von Suppen- und Theeanstalten, humanitärer Verein ״Einigkeit", Medizinischer Unterstützungsverein, Verein für Arbeitsvermittlung, Wiener Hausfrauenverein, Musikerverein ״Nicolai", Unterstiitzungsverein ״Schröder", Pensions-Unterstützungsfonds der k. k. Briefträger. — Je 3 00 sl.: Erster niederösterreichischer Feuerwehr- Unterstützungsverein, Leopoldstädter Kinderschutz, Verein für die Knabenbeschäftigungsanstalt, Wiener Säuglingsbewahranstalt, Witwen- und Waisenversorgungsverein der Tonkünstler (״Haydn"). — Je 2 0 0 fl.: Erster Wiener Scontistenverein, Unterstiitzungsverein für herrschaftliche Diener, Israelitischer Frauen-Wohlthätigkeitsverein Wien (Josefstadt), Kranken-Unterstützungsverein ״G־omle chesed". — Je 100 fl.: Wohlthätigkeitsverein ״Kinderliebe", Militärveteranenverein Erzherzog Karl, Verein zur Bekleidung armer Schulkinder und kaufmännischer Unterstiitzungsverein ״Osten". — Eine Reihe von anderen Wohlthätigkeits- Jnstitrtten, zum ׳Beispiel der Wiener Würmestubenverein, der j Studente'nconvict, der israelitische Handwerkerverein n. 's. w.! haben׳ bereits zu Lebzeiten des Baron König Smarter so! namhafte Summen erhalten, dass bei der obigen Bertheilnng! von ihnen zu Gunsten anderer Institute, denen gleiche Wohl: j thaten nicht zutheil geworden sind, Umgang genommen werden! mußte. Der von dem großen Legate nicht zugewiesene Rest betrag gelangt unter v o r z n g s w e i s e b e r ü ck si ch t ig ungs b edürsti g e W i tw en u nd Waisen im nächsten Jahre zur Bertheilnng. Es sind diesfalls bereits definitive Verfügungen getroffen und wird der Abhandluugspsleger Tr. Heinrich S t e g er der Abhandlungsbehörde demnächst Bericht! unb Allsweis erstatten. j Wtcn, 22. Dezember. ( I u b 11 ä «11t d e s B a u r a t h es! Stiaßny.) Gestern Mittags erschien eine Deputation des j Vorstandes der israelitischen Cultusgemeinde, bestehend aus dem j Präses-Stellvertreter Gemeinderath Gustav Simon und dem j Bethausvorstande Brandeis, beim Banrathe Wilhelm! Stiaßny, um denselben zu seiner silbernen Hochzeit zu be-! glückmüuschen. Tie Deputation überbrachte eine Glückwunsch-! adresse des Gesammtvvrstandes. Der Jubilar dankte voll Rührung i für die Ehrung. In den Abendstllnden fanden sich zahlreiche Notabilitäten in der Wohnung des Baurathes Stiaßny ein, um demselben ihre Glückwünsche darzllbringen. Tie vorgestern Abends im Hotel ״zur Stadt London" abgehaltene Vollversammlung des Ersten niederösterr. Fenerwehr-Unterstütznngsvereines gestaltetesich gleichfalls zu einer großen Ovatiorl für den Banrath Stiaßny. j)rag. Sonntag beit 24. d. M. fand im israelitischen Waisenhaus" ein Gründungsfest verbunden mit dem Geburtsseste der Kaiserin statt. Aus diesem Anlasse erschienen Vertreter des Cnltnsvvrstandes, die Präsidentin des Waisenhauses, Frau Panline von Dormitzer, und viele Gäste. 'Nach Absingnng mehrerer Chöre, welche unter der bekannten tüchtigen Leitung des Musikdirektors D. Rubin exakt ailsgesührt wurden, hielt Prediger Dr. Kaminka die Festrede. Pstiladolpsiia. Vor einigen Tagen starb zu Whitehall John H. '׳Müller, im festen Glauben an seinen Vater Bernhard Maximilian Joses Müller, genannt Prolt (nach dem Syrvchaldäischen Lur-Oli—Broli, Sohn Gottes», oder Gras Leon, der in den dreißiger Jahren in Deutschland ein derartiges 'Aussehen erregte, dass man ihn als den ״Wnndermann des Jahrhunderts" bezeichnete. Müller-Prolt war seinerzeit eine der interessantesten Erscheinungen aus dem Gebiete der Thevsophie. Er war von seiner göttlichen Mission, das ״Tausendjährige Reich" zu gründen, in einer Weise erfüllt, dass er in einem großen Erlass die Fürsten aussvrderte, ihre Kronen und Szepter niederzulegen und sich mit ihren Völkern um ihn zu schaaren. Ten Widerspenstigen und Ungehorsamen drohte er mit dem dreimaligen Fluche Gottes. Tie betreffenden Erlässe waren von dem Seeretär des ״Großimperators", den sich Müller-Prolt beigelegt hatte, Dr. Gontgeü unterzeichnet und mit einem Siegel von über vier Zoll Durch messer untersiegelt. Ties Ziegel enthielt sinnbildlich die Eigenschaften Gottes in einem Widder, einem liegenden Löwen, einer Schlange, einem Adler und dem gezackten Blitze. Die einzige Antwort, die der arme Grvßimperator von den Fürsten erhielt, war, dass man ihn in Offenbach, wo er lebte, hinter Schloss und Riegel brachte und ihn schließlich im Jahre 1830 auswies. Müller gieng hieraus nach Amerika, befreundete sich mit Rapp, der in der' Nähe von Pittsburg im Staate Ohio nach socialistischen Ideen das Tors ״Economy" gegründet hatte, trennte sich indessen sehr bald wieder von diesem. 300 Anhänger mit sich ziehend. Letztere nahmen meist ein sehr klägliches Ende. Enttäuscht und bis aufs Höchste heruntergekommen, suchte und fand Müller-Prolt schließlich den Tod in Missouri. Mit dieser Nummer beginnt die ,,Oesterreich.- Ungar. Cantoren-Zeitung" den 14. Jahrgang Wir erlauben uns demgemäß unsere geehrten Herren Abonnenten zur baldigen Ernenernng des Abonnements ergebenst einzuladen «nd haben znr Beqnemlichkeit derselben Postanweisungen beigelegt. Die Administration.״

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.