Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung
- Journal
- Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung
- Volume
- 13 (1893)
- Issue
- Heft 29 (11.12.1893)
- Date
- 1893-12-11
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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Öesterrelchisch-ungarische Caniores - Zeitung Pranümerations-Preis. ^ürCCatrf»rc«u.OI11ItusbeamtE in Vrstrrrrich-Nnsarn Ganzjährig.fl. 4.— Halbjäbrig ..... fl. 2.— FürVankorrn u.CuNusbearntr im Ausland Ganzjährig.8 Mark oder 4 Rubel. - Für Prioatr und Instttnir <Ganz)Shrig . . '. . . fl 6.— Central-Organ für die Interessen der Cantoren und Cultusbesmten. Erscheint jeden zehnten Tag. Begründer: Obercantor iavok kausr. Krdartion und Administration Wien II., Novaragasse Nr. 27. Inserate werden billigst berechnet. Manuscripte werden nicht retournirt. Ndonnrmrntsu. Insertion«, betrage find in Mir« zahlbar- ^MI29. Wien, 11. Decernbrr 1893. 13. Jahrgang. Zum allgemeinen Cantorentag. Trotz der zahlreichen Anmeldungen, welche zu dem für dem 25. Und 26. Dezember d. I. geplanten allgemeinen Cantorentag in Wien aus allen Collegenkreisen Oesterreichs und Ungarns eingelaufen, 'sind, sah sich der Vorstand des österr.-ungar. Cantoren-Vereines dennoch im letzten Momente veranlasst, von der Abhaltung desselben an dem obbezeichneten Termine abzu- . -sehen und den Cantorentag für einen späteren Zeitpunkt - anfzuschieben. Der Gesundheitszustand in Wien ist nämlich in Folge der gegenwärtig hier herrschenden Influenza kein besonders günstiger und die Gefahr der Erkrankung des einen oder anderen Collegen nicht ganz ausgeschlossen. So bedauerlich es erscheint, den allgemein laut gewordenen Wunsch, die collegialen Berathungen noch im heurigen Jahre stattfinden zu lassen, nicht befriedigen zu können, so muß der Beschluss des Vereins- Vorstandes trotzdem vollkommen gebilligt werden. Er liefert nur einen neuerlichen Beweis, wie sehr dem Vorstande daran gelegen ist, dm Cantorentag zu einem wirklich imposanten zu gestalten und kein Moment außer Acht zu lassen, das auf die Abhaltung des Cantorentages und auf das Wohl der Theilnehmer desselben von irgend welchem schädigenden Einfluss sein könnte. Der Zeitpunkt, der nunmehr in's Auge gefasst wird, die Woche nach den christlichen Pfingstfeiertagen im Monate Mai 1894, ist in mancher Beziehung viel günstiger. Erstens ist die Jahreszeit eine milde und die Collegen müssen sich nicht so großen Strapazen auf der Reise nach Wien aussetzen, und zweitens werden in den Sefiratagen keine Trauungen vorgenommen, so dass es jedem Cantor leichter wird, zu dieser Zeit einen Urlaub zu erlangen, ohne dass hierbei sein materielles Interesse beeinträchtigt wird. Bis dahin wird noch nahezu ein halbes Jahr verfließen; doch die Zeit darf uns nicht zu lange scheinen, sie soll vielmehr mit ernster Discussion ausgefüllt werden und der reiflichen Er- Wägung der obschwebenden Standesfragen dienen. Bier Punkte sind es namentlich, über die wir uns den Meinungsaustausch der Collegenschaar in der österr.-ungar. Cantoren-Zeitung etbitten. 1. Vereinigung sämmtlicher Cantoren Oesterreich-Ungarns in einem einzigen, großen Vereinsverbande und zweckmäßige Organisirung desselben unter Wahrung einer gewissm Selbstständigkeit der einzelnen Kronländer. 2. Auf welche Weise ist die Reziprozität für die Religions-, diener in Oesterreich und Ungarn herbeizuführen, so dass die Anstellung eines österreichischen Cantors in Ungarn und eines ungarischen Cantors in Oesterreich keinen Schwierigkeiten begegnet. Namentlich dieser Punkt ist von außerordentlicher Bedeutung für die Cantorenwelt, da zwischen Oesterreich und Ungarn von jeher ein sehr lebhafter Stellenwechsel besteht. 3. Wie kann mit gegründeter Aussicht für eine gedeihliche Entwicklung ein Pensionsfond angelegt werden? 4. Auf welche Weise ist die Unterstützung unserer Bestrebungen durch die löblichen Cultusgemeinden und deren Beitragsleistung zu dem Pensionsfonde zu erlangen? Neben diesen Cardinalpunkten sind noch viele andere Fragen und namentlich auch die für den Cantorentag bereits angemeldeten Anträge zu erörtern. Möge ihre Vorberathung eine ernste und allgemeine, und ihre endgiltige Lösung eine glückliche werden, dann können wir mit froher Zuversicht dem nächsten Cantorentag im Mai 1894 entgegensehen und an seine Abhaltung die schönsten Hoffnungen knüpfen. Das walte Gott! Sitten und Brauche der Juden im Orient. Bon Dr. M. G r ü n w a l d, Großrabbiner von Bulgarien. Das Veräußern ber Alijoth zur Thora heißt hier Sechus Sefer Thorah, das Verdienst des Thora-Buches, und wird dieses Veräußern unmittelbar nach dem Kaddisch, der der Amidali folgt, so heißt das 18. Spruchgebet hier, in spanischer Sprache vorgenommen. Derjenige, der dieses Sechus erworben, erhält einen Mischeberach; dann wird das Oeffnen der heiligen Lade, Peticliat schearim genannt, licitirt: hieraus das Anlegen des Ez chajim (Rimonim genannt),, Heben des Sefsr-Thora von dem Tische, llevar el sefer Thora, dann das Recitiren der Raftara, hierauf die Hagbaha, das Heben nach dem Verlesen,