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Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung · 1893-12-01 · Heft 28 (1.12.1893) · p. Seite 7

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Journal
Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung
Volume
13 (1893)
Issue
Heft 28 (1.12.1893)
Date
1893-12-01
Page
Seite 7 (sequence 7)
Language
German
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Nr. 28. Gesterreichisch-ungarische Lantoren-Aeitung. Seite 7 über 14 Jahre alten eigentlichen Lehrlinge haben tagsüber 10 Stunden Gelegenheit, sich unter Anleitung eines tüchtigen Gärtners in der Gärtnerei auszubilden, und werden außerdem in den Fächern und Grenzen der Fortbildungsschulen unterrichtet. Andere Handwerke, z. B. die Schlosserei, Tischlerei und Bäckerei,; sind für die Zukunft ebenfalls vorgesehen, und es sind in dem zweiten Hause geeignete Räume dafür bereits eingerichtet. Im Haupthause befinden sich die beiden Classenzinuner der Schule, ’ ferner der an einen geschlossenen Glas-Vorban, den Weingarten 1 grenzende nette Esssaal, eine geräumige Kirche, ein Brausebad, J das im Sommer täglich von jedem Zögling benutzt wird, eine? andere Badevorrichtung, eine Turnhalle, Bureau- und Wohn-! räume für den Anstalts-Vorsteher, Zimmer für das übrige! Personal und zwei luftige, nach Osten, Süden imb Westen frei j liegende Schlafsäle. Die Einrichtung aller dieser Räumlichkeiten erscheint angemessen und zweckmäßig. Man gewinnt den Eindruck, dass die Knaben hier gut untergebracht sind. Die Hausordnung ist dem Muster des Lebens in einer ländlichen Familie möglichst angepasst. Es ist kein Zweifel, dass sich auf solche Art am leichtesten der in so vielen Kreisen gehegten Wunsch, die israelitische Jugend auch bei uns wieder mehr dem Handwerke und der Landwirthschaft zuzuführen, der Erfüllung entgegengeht, und jedenfalls ist die Anlage ein Unternehmen, das viel Segen wirken kann und den Schöpfern mid Förderern zur Ehre gereicht. Litteratnr. Die Musikalienhandlung von Otto Maaß in Wien, VI., Mariahilferstraße 91, hat soeben einen neuen mit Probetacten versehenen Katalog über die hervorragendstell Novitäten auf dem musikalischen Markt erscheinen lassen. Dieser Katalog wird Jedermann auf Verlangen von oben genannter Handlung gratis und franco zugesandt. Jüdische M n s i k e r a m H o f e von M a n t u a von 1542—1628 von Eduard Birnbaum, Königsberg, mit 2 Musikbeilagen. — Als Separatabdruck eines vor Kurzem erschienenen Aufsatzes liegt uns ein kleines, aber hochinteressantes Büchlein unter obigem Titel vor. Der Autor, als Forscher auf dem Gebiete jüdischer Musikgeschichte bekannt, zeigt uns an der Hand reicher Quellenangaben die überaus rührige Theilnnhme jüdischer Musiker an dem mittelalterlichen Musikleben in Italien, bereit Glanz- Periode in die Regierungszeit der mantuanischen Fürsten, Ende des 16. und Anfang des 17. Jahrhundertes fällt. Neben dem berühmten Salomon de Rossi erscheinen die minder bekannten Namen Abramo dall' Arpa, Abramino dalll Arpa, Jacchino Massarano, ferner Madame Europa und Auselmo Rossi und Davit da Civita, die theils als ausübende Musiker, theils als Componisten am mantuanischen Hofe eine bedeutende Rolle spielten.. Von besonderem Interesse für die Fachkreise dürften die einleitenden Bemerkungen des Autors und dessen Stellungnähme zu dem jüdischen Traditionsgesange sein. Das Thema ist in diesen Blättern von verschiedenen Seiten behandelt worden und hier tritt uns wieder eine andere Anschauung entgegen, die, wissenschaftlich begründet, jedenfalls Beachtung verdient. Im Ganzen wollen iuir nochmals die Aufmerksamkeit der Fachkreise auf die interessante und lehrreiche Arbeit des Obercantor Birnbaum gelenkt haben. Die von hervorragenden Fachmännern bereits gewürdigten Tempelgesänge ^Lol Elialm“ von Obercantor Lebovitsch in Moor, Ungarn, sind bereits in mehreren Gemeinden mit vielem Beifall aufgeführt worden. Es wäre angezeigt, den noch jungen und talentirten Componisten zu fernerer Arbeit aufzumuntern, indem die Herren Collegen sein Streben durch Ankauf des Werkes (Preis 1 si. ö. W.) das auch in ganz kleinen Gemeinden benützt werden kann, unterstützen. Uni Versal-Agende von Lion Wolfs (Verlag I. Kauffmann, Frankfurt a. M.) Das vielbewährte Werk, das jedem Cultusbeamten als Führer und Wegweiser in allen Füllen seines amtlichen Wirkens willkommen sein muß, ist in seiner Restauflage von obiger Verlagsfirma erworben worden. Jenen Collegen, welche neben dem Cantorat auch die Functionen eines Rabbiners versehen, sei die Universal-Agende besonders warn! anempfohlen. Die Geschichte des jüdischen Volkes. Im Berlage von I. Kauffmann, Frankfurt a. M., ist das rühmlichst bekannte Buch: ״Die Geschichte des jüdischen Volkes und seiner Litteratnr. vom babylonischen Exile bis auf die Gegenwart", von Dr. S. Bäck, in zweiter Auflage erschienen. Das genannte Buch hat schon bei seinem Erscheinen allgemeine Anerkennung gefunden und hat sich als ein nach allen Seiten hin geeignetes Buch bewiesen, die Kenntnis der jüdischen Geschichte in weitere Kreise zu tragen, und dem Lehrer wie dem Schüler für den Religionsunterrichtan höheren Lehranstalten gute Dienste zu leisten. D e r W e r t h., dieses Buches liegt v 0 r n e h m l i ch d a r i n, d a s s es i 1t, knapper, aber klarer und durchsichtiger Form, parteilos und objectiv ein anschauliches Bild der Geschichte und der geistigen Entwicklung des jüdisch en Volkes, sowie seiner Litteratnr gibt. Obgleich nun der überreiche Stoff in einem Band von 48 Bogen zusammengedrängt ist, so sind doch die inneren Gesetze, welche die Entwicklung des jüdisch religiösen Lebens erklären, klar dargelegt, d ie h e r v o r r a g e n d e n P e r s ö n l i ch k e i t e n* zu deren Darstellung die biographische Fornt" gewühlt ist und um welche sich die anderen minderbedeutenden grupp iren, scharf und klar gezeichnet,: und, um das Interesse des Lehrers oder namentlich des Lchülers׳ höherer Lehranstalten zu wecken, der Zusammenhang der jüdischen Geschichte mit der allgemeinen Weltgeschichte gewahrt. Alle diese Vorzüge treten in der zweiten Au flage: noch mehr hervor und konnte durch die Vermeid un g aller entbehrlichen Namen und Zahlen manchen Partien größere Abrundung verliehen werden. — D i e werthvollste Bereicherung hat die zweite Auflage durch den Anhang erhalten, der Proben der jüdischen Litteratnr enthält vom Abschlüsse des biblischen Canons bis auf die Gegenwart. Dieselben, schließen sich an die Paragraphen der Geschichte an und pervollständigen also das Bild, welches dort von den vielen Geistes- Heroen, deren sich das jüdische Volk allezeit rühmen durste,/ entworfen ist. Fußnoten geben in knappster Form, was in der, Geschichte über die einzelnen Denker und Dichter nicht gebracht werden konnte, und ergänzen also das die Literaturgeschichte Betreffende. Durch diese Litteratnrproben erfährt der Leser erst, welche stattliche Zahl von Denkern und Dichtern das jüdische Volk nicht nur zu allen Zeiten hatte, sondern wie dieselben auch dem Bildungsstrom der Völker gefolgt sind, in deren Mitte sie gelebt, und wie es wenige Gebiete des Denkens und Empfindens giebt, in denen sie nicht Bedeutendes geleistet Hütten. Dadurch wird ht dem Leser die Achtung vor seiner Litteratnr und die Werthschätzung seines eigenen Bekenntnißes gehoben und dadurch nicht minder der religiöse Sinn geweckt- und gefestigt. Dieses Buch dürfte in keinem Hause fehlen, es müss te ein r e ch t e s F ami l ienb uch werde n. Der außerordentlich billige Preis bei vortrefflicher׳ Ausstattung macht dasselbe auch als Prämie, Fest- und Con firmationsgeschenk besonders geeignet. HrMcaiioneir fo# österr.-mgar. Hanioren-AeremeS. Diejenigen Collegen, welche an dein für beu 25. resp. 26. Dezember projectirten Cantorentage theilnehmen wollen, werden dringendst ersucht, ihre diesbezüglichen Anmeldungen umgehend an das Vereinspräsidium I., Seitenstettengasse Nr. 4 zu richten. Der Borstand des österr.-ungar. Canroren-Bereines. In Folge plötzlich eingetretener technischer Hindernitze in unserer Druckerei musste Pie Rnmmer vom 2i. November der,.Cantoren-Zeitung unterbleiben. Bon nutt ab erscheint die Zeitung wieder regelmäßig. Die Redaktion Wir erfuhren tzöflichst um Einsendung der restlichen Abonnemrntsbeträge für das Hl. und IV. Luartal.. Die AdininistrMvn.

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