Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung
- Journal
- Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung
- Volume
- 13 (1893)
- Issue
- Heft 25 (21.10.1893)
- Date
- 1893-10-21
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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Oesterreichisch-ungarische Pränumerations-Preis. J FürL'ankoienn.LttltllsbramtL! in VesterrriUz-Ungarn | Ganzjährig,.fl. -L.— j Halbjährig.fl. 2.— j FürCanloren n.<£nltn»bcamte | im Ausland Ganzjährig.8 Mark oder 4 Rubel. Für Private und Inftiknte Ganzjährig.fl 6.— jj Central-Organ Redaktion ־׳. m ■ für dir Interessen der Cantoren und und Admimjlratwn Cultnsbeamtrn. Wien!!., Novaragasse Nr. 27. Erscheint jeden zehnten Tag. Begründer: Obercantor Jacob Bauer. Inserate werden billigst berechnet. Mannscripte werden nicht rctonrnirt. Rüynnementsu. Insertion».!! betrage sind in Wien zahlbar-!׳ Pik 25, Wien, 21. Oetvbee 1693. 13. Jahrgang. 21. Ortober. Der vornehme Ton und die streng vbjeetive Darstellnngsweise, mit welcher der Präses des österr.-ungar. Cantoren- Vereines, Herr Ober-Cnntvr I. Singer, in voriger Nummer׳ der ״Cautoren-Zeitnug" die separatistischen Bestrebungen einiger Collegen in Ungarn und die des jüdischen Cultnsbeamtenstandes unwürdige Kampfesweise ihres pnblieistischen Vertreters kenni zeichnete, haben in den Fachkreisen lebhaften Anklang und vollste! Anerkennung gefunden. Wir gedenken auch, hiermit die säst schon > zum Ueberdrnss breitgetretene Polemik abgeschlossen zu haben, i und sind darum nicht Willens, ans die weiteren Auslassungen! in dieser Angelegenheit, mögen sie von welcher Seite immer j kommen, fernerhin zu reagiren. Sv verlockend es auch rväre, die - Zuschriften, die wir in den jüngsten Tagen von zwei Anhängern I der ״Bewegung", den Collegen Berufeld in Preßbnrg und! Weiß in Tapolya erhielten, der Deffenttichkeit zu übergeben, da I namentlich Letzterer den rüden Ton des ״Palyazat" vernrtheilt, j müssen wir dennoch 1ms und unseren Lesern dieses Vergnügen > vorenthalten. Die geehrten Einsender haben, trotzdem in ihren! Auslassungen manches beachtenswerthe Moment zu Tage tritt,! es auch diesmal nicht verstanden, Sache und Person von einander j zn trennen, und zum Tummelplatz persönlicher Angriffe wollen! wir die ״Cantoren-Zeitung" nicht herabwürdigen. Als ein offener Sprechsaal für alle jüdischen Cantoren und Cultusbeamten ist dieses Blatt ins Leben gerufen worden, und fürwahr an Stoff für sachliche Diseussionen haben wir keinerlei Mangel. Namentlich im gegenwärtigen Zeitpunkte, da Vorbereitungen für den allg e 11t e i n e n Cant v r e n t a g in Wien getroffen werden, ist es vor allem Anderen nothwendig, : über jene Fragen schlüssig zu werden, deren Lösung unserem! Stande von Nutzen sein kann, und dort, wo das Wohl der Ge-! sammtheit auf dem Spiele steht, müssen persönliche Interessen : in den Hintergrund treten. In einer besonderen Rubrik, ״Zum Cantorentag" betitelt,! wollen wir von nun ab jedem Collegen und Fachgenossen ohne l Unterschied der Parteistellnng, möge er Cantor, Chase!! oder Vorbeter sich nennen, im Rahmen sachlicher Erwägungen und j Vorschläge die freieste Meinungsäußerung gewähren und hiermit z die Grundlagen der Berathungen des ״all g e m e i n e n C a n t o r e n t a g e s" zur öffentlichen Kenntnis bringen. Indem wir nun heute nachstehend zwei ״Eingesendet", die formellen Vor fragen des Cantorentages betreffend, wiedergeben, hoffen wir, dass die gesammte Cvllegenschaar an der hier angeregten Tiscnssivn lebhaften Antheil nehmen wird: ״L ö b l i ch e R e d a c t i o n! Ans der letzten Nummer Ihres geschätzten Blattes habe ich mit Freuden vernommen, dass die Abhaltung eines ״allgemeinen Ca n t o r e n 1 ag es" in Wien bereits beschlossen, und 1 Uu noch der Zeitpunkt zu be stimmen sei, an welchem derselbe stattfinden soll. Ihrer Auf fordernng gemäß, sich über Letzteres zn äußern, erlaube ich mir meiner Ansicht dahin Ausdruck zn geben, dieses für alle Cantoren nach vielen Richtungen hin so bedeutungsvolle Ereignis nicht wieder gar so weit hinanszuschieben, sondern: je eher, desto besser! Meiner Ansicht nach, wären die Weihnachrsfeiertage hier für zn wählen. Sie würden dadurch auch jenen Herren College!! Rechnung tragen, die, wie Sie richtig erwogen, auch als Lehrer thätig sind. Wohl wird der ״Cantvrentag" voraussichtlich mehrere Tage in Anspruch nehmen, aber ich glaube, dass es allen Herren Collegen, wenn sie nur die Bedeutung dieser wichtigen Ver sammlung ihren Vorständen klar machen, gelingen wird, eine Urlaubsverlängerung von 2—3 Tagen zn erwirken. Ich bin selbst als Lehrer an der hiesigen öffentlichen Volksschule thätig, bin aber fest überzeugt, dass mir eiu eventuelles Ansuchen um einen 6—3tägigen Urlaub zn diesem Zwecke gerne gewährt werden!vird. Gewiss, so werden es auch die anderen Gemeinden thnn! Im Uebrigen möchte ich Vorschlägen, gedruckte Exemplare an sämmtliche Cantoren zu versenden, in welchen sie die Fragen auszufüllen hätten, ob sie überhaupt kommen werden, und welcher Zeitpunkt ihnen am besten paffen würde! Und daun — holeku acher horow!" S. ״Löblicher V v r st and! Als Mitglied des österr. nngar. Cautoren-Vereines erlaube ich mir meiner Ansicht dahin Ans druck zu geben, dass der Cant o r e 11 t a g noch im Laufe dieses Jahres stattfinden möge. Wer jetzt die Zeit nicht entbehren kann, wird es auch im Frühjahre nicht können, und wem der Wille und das Verständnis fehlt, der wird überhaupt nicht kommen. Auch diejenigen Cantoren, welche gleichzeitig