Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung
- Journal
- Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung
- Volume
- 13 (1893)
- Issue
- Heft 24 (11.10.1893)
- Date
- 1893-10-11
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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Oesterreichisch-ungarische Pränumerations-Preis. FiiEantvrcn u.Lnünsbramlc nr Prltrvrvirfj-Bnitaru Ganzjährig.fl. -l.— Smlbialivifl.fl. :׳.— 3?ür(lianft>tcn «.(tultussbcamtc int Ausland Ganzjährig.8 Mark oder 4 Rubel. Für private und Institute Ganzjährig.fl 6.— für dir Central-Organ Interessen der Cantoren und Redariion Administration Cultnsbramtrn. Wien ]!., Novaraga sse Nr. 27. ן Erscheint jeden zehnten Tag. Begründer: Obercantor Jacob Bauer. ן I nfer nie werden billigst berechnet.! Mannscripte werden nicht! retournirt. j Abonnements- 1t. Inseetions. ׳ beträte stitd in Wien;ahlbae- Nr. 24. Wien, 11. Orkobrr 1693. 13. Jahrgang. Zur Geschichte der Fachreitungen ן und Fachvereine. Bon Obercantor I. Singer, Wien. Die bedeutnngsvolle Stellung, welche die Herren Rabbiner j und Religionslehrer im Gemeindeleben, hauptsächlich jedoch dem ן Staate gegenüber sich errungen, ist lediglich der langjährigen, l tluverdrvssono'.l GorstvLctfvott ^tt^rtsctzvotbcrr, bro ,rrcht uüciu btc \ Berufsgenossen zu weiterem Schaffell anregte,' sondern auch die j fernstehenden kreise ans diese Schätze geistiger Arbeiten auf- ׳ merksam machen und dellselben Anerkennung und Würdigung verschaffen musste. Der Geistesschatz nuferer Altvordern lag allerdings Jahrhnliderte lang in Folianten begraben und nur wenigen Eingeweihten ward es gegönnt, sich an dein Borne dieser Wisseilsguelle zu laben; doch znm Ruhine des Judenthums muß es betont werden, auch der Nichtwissende (am liaarez) stand immerdar der ihln allerdings verschlossenen Geistesarbeit demuthsvvll und alidächtig gegenüber itub erachtete es als eine Krönung seines eigenen Lebens, wenn er mit dern Aufgebote schwererschwiilglicher Opfer, seinen Sohn zum Wissenden (ben thora) erziehen konnte. Die Acvrgensviine eines glücklichen Zeitalters, die auch ihre beglückenden Strahlen dem düsterll Ghettoleben zusalldte und dasselbe erleuchtete mid belebte, schuf gewissermaßen ein bis dahin im Schoße des Jndenthums unbekanntes Bildungsmittel, und zwar die publizistische Thätigkeit, die auch dem int Hebräischen minder Bewanderten in der ihn! geläufigen Muttersprache den reichen Born geistigen Wissens erschloss. Seit jenem denkwürdigen 2. Mai 1837, an welchem Tage die Philippsohn'sche ״Zeitung des Jndenthums", 4 kleine Druckseiten stark, in die Welt hinausflatterte, erstand dem Judenthum eine Legion von Zeitschriften der verschiedenartigsten Richtungen, in den meisten der lebenden Sprachen. Es ist nun erklärlich, dass diese in ihrer Tendenz von einander abweichenden Zeitschriften, in dem Bestreben für ihre Eigenart Propaganda zu machen, sich hie und da bekämpften, ja noch heute bekämpfen, und es trug öfters bedeutsam zur Klärung der schwebenden Fragen bei, dass die Kümpfe dieser Geistesheroen der Öffentlichkeit gegenüber geführt und ausgefochten wurden. Somit wurde die publizistische Thätigkeit zum Segen für das Jndenthnm, auch insoferne, dass bei der jetzt Platz gegriffenen, jndenfeindlichen Strömung dem Jndenthume eine stattliche Anzahl von Zeitungen, gleich einen! Arsenale von Waffen, zur Verfügung steht, um für die gerechte jüdische Sache zu ringen und zu kämpfen. Auch in das tief umnachtete Geistesleben jüdischer Cantoren, deren Wirke״ und Scbnrr»״׳ t״״b׳ Ju!t1u|1 {יו11ד,ו noch unbeachtet blieb, als das Streben und Arbeiten anderer Kreise bereits volle öffentliche Beachtung erfuhr, fiel endlich ein Strahl dieses befreienden Lichtes. Ein für das Wohl seiner Collegen warmfühlender Cantor in Deutschland schuf in Gemeinschaft gesinnungstüchtiger Mitarbeiter und mit dem Ans Opfer eine Zeitschrift für jüdische Cantoren, vrcctt uuu den jüdischen Cantoren beinahe der ganzen Welt mit wahrhaftem Jubel begrüßt wurde. Auch in Oesterreich-Ungarn fand das Blatt Anerkennung und vielfache Verbreitung, bis es den betheiligten Kreisen einleuchtete, dass das ausländische Blatt selbst bei der weitgehendsten Berücksichtigung der österreichischen Vorkonnnniße doch nicht im Stande sei, unsere specifisch vaterländischen Interessen in erschöpfender Weife zu vertreten. Von diesem Gesichtspunkte geleitet unternahm ein, gleichfalls für die jüdisch-eautvraleu Interessen wannfühlender Berufsgenosse, unterstützt von gleichgesinnten j College!!, das Wagnis der Begründung eines speeiell österreich.-; ungarischen Cantorblattes, der ״O e st e r r e i ch.-u!! g a r i s ch e!1! Cantoren-Zeitung."! Die Gründung eines zweiten Fachblattes wollte den be-! theiligten Kreisen nicht recht einlenchten, und es musste auch hier! zuförderst die Existenzberechtigung desselben im ehrlichen, öffentlichen : Kampfe nachgewiesen werden. Mit dem Jnslebentreten dieser I Zeitschrift fand auch die Gründung des österr.-ungarischen 1 Cautvren-Vereiues statt. An diesem Gründungstage, welcher sich! zu einem erhebenden Feste gestaltete, nah!!! auch eine stattliche! Anzahl ungarischer Cantoren, an ihrer Spitze der nun verewigte! Ober-Cantor Professor Friedman!!, Antheil — der beste Beweis! für die volle Berechtigung und Würdigung dieses Unteniehmens i auch seitens der ungarischen Collegen — und wir dürfen wohl die! Behauptung aufstellen, dass die einmüthige Stimmung eine! bleibende geblieben wäre, hätte man damals nicht den Fehler j begangen, den verdienstvollen Friedman!! von der Wahl eines j Mitvorstehers anszuschließen. — Das war!11111 geschehen, und