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Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung · 1893-08-15 · Heft 20 (15.8.1893) · p. Seite 7

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Journal
Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung
Volume
13 (1893)
Issue
Heft 20 (15.8.1893)
Date
1893-08-15
Page
Seite 7 (sequence 7)
Language
German
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Nr. 20. Mesterreichisch-ungarische Lantoren-Aeitung. Seite 7 rischen Grenzstation Zaribrod erwartete eine Deputation, bestehend aus drei Vorstandsmitgliedern, das geistliche Oberhaupt der Juden Bulgariens. An! Perron war nicht nur der gesanunte Vorstand, sondern zahlreiche Herren und Damen anwesend, die sännntlich Glück und Segen den Neuankommenden wünschten. Der um die Judenheit Bulgariens hochverdiente Präsident der Gemeinde Sophia, Avraui Davitchon Lewi, hielt an den Herrn Großrabbiner, der im Ornate anlangte, eine Begrnßungsrnid Beglückwünschungsansprache in spagnolischer Rede, deren Schluss ein begeistertes Hurrah begleitete. Hieraus antwortete Herr Dr. M. Grünwald gleichfalls in spagnolischer Sprache und dankte für den freundlichen Empfang, indem er der Hoffnung Ansdruck gab, dass es ihm mit der göttlichen Hilfe getingen werde, das in ihn gesetzte Vertrauen zu rechtfertigen. Herr Avram Davitchvn L6vi sprach hierauf die Gattin des Herrn Oberrabbiners deutsch an nnd beglückwünschte sie und ihre Familie auf's herzlichste. In zahlreicheil Equipagen geleitete nun das Publikum die Familie des Großrabbiners in ihre Wohnung, verweilte eine kurze Zeit daselbst, nochmals Glück lvünschend und Begrüßnngs- Worte an sie richtend. Bunzlau. Ans der Zeitschrift des Herrn Dr. med. Robert Ostertag, Professor an der thierärztlichen Hochschule zu Berlin entnehme ich folgendes: In dem Verein der Schlachthausthierärzte des Regbz. Arnsberg, welche am 2. Jlcki d. I. die 7. ordentliche Versaunnluug zu Königsborn abhielt, erhielt der Referent,״ Herr Kreisthierarzt G o l d st e i 1t, zu Punkt 4 das Wort. ״Ü b e r das Sch ä ch t e n d e r T h i e r e". Dieser sehr interessante Vortrag soll separat zum Abdruck kommen. Dem Herrn Vortragenden wurde seitens des Vorsitzenden der Dank der Versammlung erstattet. In der hierauf folgenden Besprechllng wurde allseitig betont, dass dem Schächten als einer besonderen Schlachtart Hinderuiße nicht zu bereiten seien, dass hingegen dahin gestrebt werden möge, die Vorbereitungen zum Schächten und die damit verbundenen Gefahren für die dabei Hantirenden ans eür Minimum zu beschränken. Ganz besonders wurde hervorgehoben, wie vorzüglich der Jakob'sche Apparat zum Fixieren des Kopfes beim Schächten sich bewährt habe unb dass es buvd)a1t§ zu empfehlen sei, denselben in öffentlichen Schlachthäilsern zlw obligatorischen Benützung einzuführen. Die Erfahrung habe gelehrt, dass auch die Metzger sich mit Vorliebe dieses Apparates bedienen, da er völlige Sicherheit gegen Verletzungen durch das Schächtmesser und das Bespritzen mit Blut gewähre, Eine bezügliche Resolution wurde angenommen. Auf die Frage eines Collegen: ob das Gebot des Schlichtens als ausschließliche Tötungsart für zu Speisezwecken bestimmte Thiere zweifellos in der israelitischeil Gesetzgebung begründet sei? erklärte der Vortragende dieses ander Hand mehrerer biblische r A u s s p r n ch e i m bejahenden S i n n e und knüpfte daran die Bemerkungen, dass man den j üdischen Gesetz g eber Moses als ausgeprägten H u moralpat h olog e n z übet r achte 1t habe. Augenscheinlich neige sich die neuere medizinische Richtung iit der sogenannten Blutserumtherapie den älteren Ansichten wieder mehr zu, da auch örtliche Aderlässe wieder mehr angewendet würden. At. Tin tu er. Kvffmo. Zwei kleine Knaben, der eine 9, der andere 7 Jahre alt, haben hier gerechtes Aufsehen erregt. Die Synagoge war gestopft voll, wo sich die Kleinen als ganz ausgezeichnete Chasanim prodncierten. Mteratur. Xvl uitlL'tz. Im Verlage voll NvzZavölgyi^ Co. in Budapest ifi UVIII S Chormeistcr Ferd. Singer eine neue Bearbeitung des empfindungs-! vollen Kolnidre- Gesanges (für gemischtes Chor oder Pianosorte bearbeitet)! erschienen. Nach einem sehr stimmungsvollen und äußerst correct gearbeiteten i Anfang geräth der Componist im t3. Tacte auf das Gebiet der Oratoriumj musik, die wir bei einem specifisch jüdischen Gesänge gerne ansschließen! möchten. Der Chorsatz ist im Großen und Ganzen lobenswert, nur erscheint! uns die allzuhäusige Anwendung der Unisonos nicht vortheilhaft, ein gut! gesetzter Aceord wird immer mehr Klangfülle Hervorrufen. DieAufführung! der Composition muß namentlich bei guter Stimmenbesetzung von ergreifender Wirkung sein und darum sei dieselbe, angesichts der herannahenden Feiertage, bestens empfohlen. Preis 60 kr. S. T. ״Lol Snnagogal-Gesänge für Chor, Orgel und Cantor-Solo. Comp, von IH«s Lebovics in M o ׳'׳ r, im Selbstverlag. Preis 2 Lrona». — Die mir vorliegenden 4 Composinonen bestehen aus alloil olom, 1110 oscbif, mim’kom'cho, Ja'lt11־ und liajom harras olom. Diese Novität zeigt das Bestreben, alte Klänge den modernen Ansprüchen der musikalischen Kunstformen anzupassen. Besonderes Interesse rufen ino oschif und liajom harras olom. beide No. in (x moJi durch ihre Klarheit und Innigkeit hervor. Die Composirionen zeugen von Kenntnis nnd Gewandtheit des BerfasserS im Tonsatze. Die Ausstattung des Heftes ist geschmackvoll, der Preis von 2 Kronen nicht zu hoch. Möge das Streben des Herausgebers Annerkennung finden M. T. (Für Nachstehendes ist die Redaetion nicht verantwortlich.) Danksagung. Ich kann nicht umhin, Herrn Salomon Moor, Ober- Cantor in Prag, meinen öffentlichen, herzlichsten Dank auszusprechen für die aufopfernde Mühe, die er sich mit meiner Ausbildung als Cantor gab und die es mir ermöglichte, nach schon 6 monatlichem, gediegenem Unterrichte einen Posten als Cantor der Cultus-Gemeinde in Neubidschow zu erhalten. Alois Freund Cantor der Isr. Cultusgemeinde Neubidschow. Danksagung. Der Unterfertigte stattet seinem Collegen, dem Herrn Ober-Cantor Türk in Nl.-Osirau, für seine freundliche Bereitwilligkeit, mit der derselbe ihn während seiner dreimonatlichen Abwesenheit in der collegialsten und uneigennützigsten "Weise in seinen amtlichen Funktionen vertreten, sowie auch dem Herrn Cantor Kläger ebendaselbst für seine diesbezüglichen Bemühungen, auf diesem Wege seinen herzlichsten und wärmsten Dank ab. Friedek> am 30. Juli 1893. Salomon Weiss Ober-Cantor. 2 Hefte für ימים נוראים Recitative und Gesänge von Moritz Sonntag. Obercantor in Temesvar. 1. Heft vollständiges: מלכיות זבי־ונות ושופרות 9 ,ובתנה תוקף, ובשופר גדול׳ כבנךת, בראש השבה ־“ üelt: •ותשובה, כי כשמך In echt altjüdischem Style gehalten, für Cantor, Chor und Orgel arrangirt, und von den Fachkritikern in ehrendster Weise gewürdigt. Vom Verfasser zu beziehen: Jedes Heft ä 2 fl. — beide Hefte zusammen 3 fl. Concurs. In der israelitischen Cultusgemeinde Ung. Hradisch (Mähren) ist die Stelle eines H. Cantors, der guter Koreh, Schochet, Ubodek und Schames sein muss, zu besetzen. Gehalt 600 Kronen, Einnahmen aus der kleinen Schechita circa 600 Kronen und übliche Nebenemolumente. Praktisch erprobte Bewerber— österr. Staatsbürger— welche im Besitze von ״Kabbalot“ anerkannter rabb. Autoritäten sind, wollen ihre mit Verwendungszeugnissen versehenen Gesuche unter Bekanntgabe des Alters und Familienstandes an den hiesigen isr. Cultusgemeinde- Vorstand bis längstens den 25. August 1893 gelangen lassen. Bevorzugt werden solche Bewerber, die befähigt sind, event. den hehr. Lehrer zu suppliren. Zu Probevorträgen werden nur die Berufenen zugelassen und Keisespesen nur dem Acceptirten vergütet. Ung. Hradisch im Juli 1893. Der CuJtusgemeinde-Vorstand.

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