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Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung · 1893-08-01 · Heft 19 (1.8.1893) · page 1

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Journal
Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung
Volume
13 (1893)
Issue
Heft 19 (1.8.1893)
Date
1893-08-01
Page
– (sequence 1)
Language
German
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N p; 1 Oesterreichisch-ungarische Pränunierations-Preis. FürCklrilvrrnn.CirltiisbriNntL in Vrstrrrrich-Ungarn Ganzjährig.fl. 4.— Halbjährig.fl. 2.— FürCsnkorrn u.Cnlt»sbeanrtr im Ausland 'Ganzjährig.8 Mark oder 4 Rubel. Für Prioatr und Jirfiitute Ganzjährig.fl 6 — Central-Organ für die Interessen der Cantvren und Cultusbramten. Erscheint jeden zehnten Tag. Begründer: Obercantor ^aeok Bauer. KedarLion und Administration Wien JL, Novaragasse Nr. 27. InsrrnLr werden billigst berechnet. Manuscripte werden nicht retonrnirt. Abonnementsu. Inserkionsbetrüge sind in Wien zatzlbar. Nr. 19 Wien, 1. August 1893. 13. Iahrgarrg. Cantorales aus Amerika. Es ist eine der schönsten und wichtigsten Aufgaben eines Fachblattes, die entfernter stehenden Kreise der Berufsgenossenschüft, die räumlich weitab von einander getrennt sind, in geistige Verbindung zu bringen, und jeder Bericht aus ferneren Ländern erscheint nicht so sehr als Befriedigung der Neugierde, sondern vielmehr als wichtiges Moment zur Förderung der Interessengemeinschaft. In diesem Sinne wird unserem Leserkreise der nachfolgende Auszug aus einem Briefe, den wir in den letzten Tagen von einem der hervorragendsten College!! jenseits des Oceans erhalten haben, doppelt willkommen sein. Herr Obercantor Kaiser aus Baltimore schreibt uns: ״Aus hiesigen cantoralen Kreisen ist zwar nicht viel, aber doch etwas zu berichten, und da ich Ihrem Ersuchen, für Ihr Blatt zu schreiben, leider nicht regelmäßig Nachkommen kann, so will ich doch in dem gegenwärtigen Briefe manches mittheilen, was vielleicht von allgemeinem Jnterresse ist. Die Columbus-Weltausstellung in Chicago, zur Feier der vor vierhundert Jahren erfolgten Entdeckung des westlichen Continents ninnnt natürlich in großem Maaße die Aufmerksamkeit der Amerikaner, und selbstverständlich auch die der amerikanischen Judenheit, in Anspuch. Wir haben ein noch tieferes Interesse daran als andere Racen und Naüonalitäten, erinnert uns doch dies Ereignis an Inquisition und Exil, zugleich aber auch an die göttliche Vorsehung, die hier der Freiheit und Gleichheit, wollen wir hoffen, eine dauernde Stätte gegründet hat. Um diesen Gefühlen der Dankbarkeit einen Ausdruck zu geben und zugleich zu nlanifesüren, dass der Jude der Menschheit das höchste Gut, den Glauben an einen gütigen Allvater, gegeben, und dass sie ihrer Höhen! Bestimmung stets eingedenk sind, haben die Israeliten Amerikas beschlossen, an dem Weltkongreß der Religionen in Chicago Theil zu nehmen und durch Vorträge über das Wesen und den Gehalt des Judenthums vor aller Welt darzuthun, dass heute, nach mehreren tausend Jahren die Söhne Jakobs noch immer treue Anhänger des Väterglaubens sind und dass sie bereit sind, nach wie vor fiir die Erhabenheit unseres religiösen Gedankens mit aller Wärme einzustehen. Die Töchter Israels, die hier zu Lande regen Antheil auch an den religiösen Vorgängen nehmen, haben auch zu jenem Congresse ihre Abgeordneten geschickt und beschlossen, als Souvenier eine Sammlung jüdischer, traditioneller Melodien herauszugeben, mit deren Zusammenstellung ich und Herr Cantor Wilhelm Sparger beauftragt wurden. Das Werk enthält in Quarto 200 Seiten Musik mit englischem Texte, und da es auch theilweise praktisch verwendet werden soll, so haben wir es stir angemessen erachtet, dasselbe in drei verschiedenen Abtheilungen zusammenzustellen und zwar: 1. Traditionelle Melodien. 2. Moderne Compositionen mit Unterlegung von traditionellen Melodien, und 3. Moderne Original-Compositionen. Ich werde mich bemühen, Ihnen, sobald das Werk erscheint, ein Exemplar zuzusenden. Dass seit beinahe zwei Jahren in Amerika ein Cantoren- Verein mit dem Namen ״Cantor's-Association of Amerika" besteht, dürfte Ihnen nicht unbekannt sein. Gegenwärtig zählt derselbe 52 Mitglieder, eine bedeutende Zahl, wenn man in Betracht zieht, dass die große Masse der amerikanischen Gemeinden, durch den veränderten und sehr vereinfachten Ritus keine Verwendung für Cantoren hat. Der Verein hielt am 27. Juni seine Jahresversammlung in New-Aork und wurden in derselben folgende Beamte erwählt. Präsident: Alois Kaiser von Baltimore, Vice-Präsident: Theodor Gumzburg, Secretär: Wilhelm Sparger und Schatzmeister: Edward Kartschmaroff, alle drei von New-Iork. Die Aufgabe des Vereines ist nicht so sehr, um den Mitgliedern im Nothfalle Hilfe zu gewähren, als vielmehr die Stellung des Cantors nach Außen hin zu heben und zugleich dahin zu wirken, dass Uebelstände, die. durch Nichtjuden in Gemeinden und besonders im Gottesdienste hervorgerufen wurden, nach Möglichkeit zu beseitigen. Da das eigentliche Ressort des Cantors die Musik ist, so hat der Cantorenverein auf meinen Antrag beschlossen, ein musikalisches Vierteljahresheft herauszugeben und in demselben Compositionen vorläufig zu hebräischen Texten zu veröffentlichen. Wir hoffen, dass Collegen im In- und Auslande, sowie andere, die den hebräischen Text zu behandeln verstehen und den Geist der jüdischen Musik kennen, uns gerne Beiträge zur Veröffentlichung einsenden werden. Nur das Gediegenste und

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