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Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung · 1893-07-01 · Heft 17 (1.7.1893) · p. Seite 7

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Journal
Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung
Volume
13 (1893)
Issue
Heft 17 (1.7.1893)
Date
1893-07-01
Page
Seite 7 (sequence 7)
Language
German
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Nr. 17. Ocsterreichisch ungarische Lantoren-Aetlung. Seite 7. M!■־י -.~v2 1 Agram. (Eine Auszeichnung von Seiner Majestät.) Herr Edmund K o l m n r, Repräsentant der isr. Cultusgemeinde und Gemeinderath der Stadt Agram, wurde von Seiner Majestät dem Kaiser mit dem Franz-Josefs-Orden 1. Classe ausgezeichnet. Herr Kolmar ist in Croatien eine sehr beliebte Persönlichkeit, die sich um die Stadt Agram hervorragende Verdienste erworben hat. Wie wir vernommen haben, ist Herr Kolmar im Begriffe, der Gründung einer höheren israel. Schule durchzuführen. I). 8. BelvVar. Am.1. Juni fand im hiesigen Cultns-Tempel die Trauung des hiesigen Ober-Cantors, Herrn Leo M i r s k y, mit Fräulein Regina Tauber, der Tochter des hiesigen Bezirks- Rabbiners, statt. Der Trauung wohnte ein sehr zahlreiches und distinguirtes Publikum bei, so bemerkte man unter den Gästen den Cvmmandirenden der Garnison, Oberst Babiv nebst den Vertreten! des Offizierscorps, den Präsidenten des Gerichtshofes, viele Gerichtsräthe, den Landtagsabgeordneten Erzpriester Stekovio, den Vicegespan u. v. A. Die Trauungsrede, die alle Zuhörer zu Thränen rührte, hielt der Vater der Braut; als Cantor fungirte ein Onkel der Braut, Herr I. Rvsenzweig, Cantor in Gladenbach. Abends versammelten sich die Mitglieder der Gemeinde im Salon ״Stern" zu einem fröhlichen Hochzeitsmahle, bei welchem durch geistreiche Tischreden, durch musikalische Vorträge und das Verlesen einer vom Bruder der Braut verfassten humoristischen Hochzeitszeitnng die Festesfreude wesentlich erhöht wurde. Die Gemeinde-Mitglieder wetteiferten miteinander, das sympathische Brautpaar durch schöne und kostbare Geschenke zu erfreuen, unter denen das Geschenk des Frauen-Vercines besondere Erwähnung verdient. Berlin. Ein interessanter Fall beschäftigte jüngst die hiesige jüdische Gemeinde wie auch das Polizeipräsidium. Ein Kreisphysikus und Professor der Medizin hatte vor mehr als 20 Jahren sein totgeborenes Kind auf dem Friedhofe in der Schönhauser Allee beerdigen lassen. Vor einigen Jahren war derselbe ans dem Judenthum ausgetreten und wurde seine bald darauf verstorbene Gemahlin auf dem Kommunalfriedhof iq Friedrichsfelde bestattet. Vor kurzem verlangte derselbe von der Verwaltung des jüdischen Friedhofs in der Schönhauser Allee die Exhumierung des dort etwa vor 22 Jahren beerdigten Kindes, da dasselbe nachträglich neben seiner verstorbenen Gemahlin in Friedrichsfelde beerdigt werden solle. Die Friedhofskommission lehnte das Ansuchen ab und ließ, als der Professor sich bei dem Bescheid nicht beruhigte, ein Rabbinatsgutachten ansarbeiten, welches sich dahin erklärte, dass die Exhumierung eines Totgeborenen nach religiösen Anschauungen unstatthaft sei, weil eine derartige Ueberführnng der Gebeine nur zum Zweck einer besonderen Ehrung gestattet und vorgesehen sei. Der Betreffende hat sich an das Polizeipräsidium als die zuständige Aufsichtsbehörde gewandt; jedoch auch hier ist der Bescheid nicht in seinem Sinne ausgefallen. (Bei der Entscheidung des Rabbinates muß wohl der Nachdruck auf das nichtjüdische Grab gelegt worden sein, in welches die Leiche bestattet werden sollte. — Wenn es sich aber um Exhumirung und Ueberführnng in ein anderes Grab bei der Grabesstätte der Mutter auf jüdischem Gottesacker gehandelt hätte, so würde gar kein rituelles Hinderniß obgewaltet Haben. Die Red.) London, 4. Juni. In der heutigen General-Versammlung der Mitglieder der deutschen Synagoge (Spital Square Synagogue) wurde Herr Eduard Darewsky, ehemaliger Cantor zu Lemberg, einstimmig als Cantor der Gemeinde getvählt. Sophia, 14. Juni. Heute 5 Uhr Nachmittag empfing das bulgarische Fürstenpaar Ferdinand I. und Maria Louise die Deputation der Judenheit Bulgariens. Dieselbe wurde von dem Groß-Rabbiner Dr. M. Grünwald geführt. Nachdem derselbe das Fürstenpaar beglückwünscht und eine prachtvolle Adresse überreicht hatte, sprach der Fürst Folgendes: , Monsieur le grand rabbin! Veuillez transmettre mes remerciments ä la population israelite, de 1a Bulgarien dont vous avez ete si bien rinterprefce. Je suis convaincu de la fidelite et du patriotisme des Israelites de me Principaute. J’etais et je serais. toujours prote^teur des Israelites de mon pays. (״Herr Groß-Rabbiner! Wollen Sie der israelitischen Bevölkerung, deren trefflicher Dolmetsch Sie gewesen, meinen Dank übermitteln. Ich bin von der Treue und dem Patriotismu s der Israeliten meines Fürstenthums überzeugt. Ich war und werde stets ein Beschützer der Israeliten meines Landes sein.") Hierauf reichte der Fürst und die Fürstin dem Großrabbiner die Hand. — Sofia besitzt 5 Synagogen und 15 Lehrhänser (Bote Midrasebim); letztere sind reich an Jncunabeln und Manuskripten. ״Ich habe — schreibt uns der jüngst gewählte Oberrabbiner Dr. Grünwatd — bereits eine Handschrift des Jad bacbasaka von Maimonides (aus dem 13. JahrhO und einen auf Pergament gedruckten Pentateuch mit Targum, Raschi und Ramban versehen, entdeckt; ich lasse einen Katalog sämmtlicher Werke in hebr. Sprache abfassen. — Es giebt hier 3 jüdische Friedhöfe, der eine ist über 500 Jahre alt, wie aus dem städtischen Archiv zu ersehen, der andere über 200 Jahre alt, und der jüngste ist vor 25 Jahren angelegt. Sämmtliche Inschriften werden im Laufe des Sommers copirt und der Oeffentlichkeit übergeben werden. Dürrn» 14. Juni. Zur Einweihung der neue n Synagoge fanden im Torfe L ü x h e i m, Kreis Türen, am Freitag, Samstag und Sonntag Festlichkeiten statt. Am Freitag Nachmittag nahm der Festzug an der alten Synagoge Aufstellung. Von Mitgliedern der israelitischen Gemeinde wurden die Thorarollen nach dem neuen Gotteshause gebracht. Hinter den Trägern der Rollen schritt der Rabbiner Dr. Frank aus Köln neben dem Kantor der Gemeinde, es folgten die Ehrengäste, der Bürgermeister Kelle r, der Baumeister rc. und ihnen schlossen sich in fast unübersehbarer Reihe die Festtheilnehmer an. Angekommen an der neuen Synagoge, ging die übliche Schlüssel- Überreichung vor sich. Herr Dr. Frank öffnete das Gotteshaus und hielt eine Ansprache an die Versammelten, die ersichtlich tiefsten Eindruck auf die Zuhörer machte. '׳Nach einstündiger Pause begann der erste feierliche Gottesdienst, der durch Mit- Wirkung eines Chores noch besonders verschönt wurde. Am zweiten Tage wurde die Feier durch Gottesdienst wieder eröffnet, an dem die Ehrengäste vollzählig Theil nahmen. Nach Schluß desselben beglückwünschte der Herr Dechant aus Gladbach die israelitische Gemeinde zu dem neuen Gotteshaus. Am I. Juli 1893 " beginnt das Hi. Quartal. Wir ersuchen darum unsere geehrten Herren Abonnenten das Abonnement sosort zu erneuern und rechnen mit Bestimintheit, dass alle, selbst diejenigen, welche stch gerne oft mahnen lasten, den ohnehin kleinen Abonnementsbetrag diesmal Pünktlich einsenden werden. Alle Abonnenten, besonders diejenigen, welche uns gegenüber Pünktlich find, erhalten die demnächst erscheinende Gratis-Mustkdeilage, welche hauptsächlich Reeitative und Gesänge für die hohen Festtage enthalten wird. Die Redaktion der öfter r. nng. Cantoren-Zeitung. ___ Ich erlaube mir einem geehrten Publicum höflichst anzuzeigen, dass von nun an in meinem Gastliause zur ״Goldenen Krone“ im k. k. Prater, Ausstellungsstrasse 1\r. 86 alle Speisen unter der Küche-Leitung des Herrn JAKOB LÄUFER, sowie 8 b L «I» w aaren aus der bcstrenommirten Fabrik «J. THELMANN stets frisch verabreicht werden. Wilhelm Jakacsi Gastwirth. zur ״Gold. Krone

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