Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung
- Journal
- Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung
- Volume
- 13 (1893)
- Issue
- Heft 12 (1.5.1893)
- Date
- 1893-05-01
- Page
- Seite 7 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 12. Gesterreichisch-unaarische <^antoren-Zeitung. Sette 7. jüdischcn Gymnasiasten äußerst huldvoll, befragte sie über ihren Aufenthalt in Nom und die Ergebniße ihrer Studienreise. Zum! Schluffe segnete der Papst alle Schüler, indem er betonte, dass er die jüdischen Knaben auch sammt ihren zu Hause weilenden Eltern mitsegne. GroH-Kmnzsa. Am 15. April feierte Herr Moriz Eckstein, der mit selten schöner Baßstimme begabte Chordirigent der.Israel. Cultusgemeinde zu Groß-Kanizsa, sein äojähriges Amtsjubiläum, bei welcher Gelegenheit das unter seiner trefflichen Leitung stehende Choipersonale den Jubilar in seiner Wohnung feierlich begrüßte und ihm einen aus Ebenholz verfertigten, mit Silber reich verzierten prachtvollen Tactirstock präsentirte. An der Spitze des Lempelchorpersonals erschien Herr Obercantor Leon Kartschmarofs, welcher die hohen Verdienste des Jubilars um die treffliche musikalische Ausbildung und Führung des gemischten Chores in einer schwungvollen Rede hervorhob, ihn zu fernerem Ausharren in seiner unermüdlichen Thätigkeit und Pflichttreue ermunternd. In Felge seines jovialen, humoristisch angehauchten Charaelers im Privatleben, sowie wegeil seines strengen Pflichtbewusstseins im Dienste, erfreut sich Herr Eckstein seitens der Gemeindemitglieder ungetheilter Hochachtung, deren schönsten Beweis dieselben am Jubiläumstage lieferten. Die Wohnung des Jubilars war überfüllt von aufrichtigen Freunden und Gönnern aus allen Gesellschaftsklassen, welche sich einander in der Würdigung der ersprießlichen Thätigkeit des Gefeierten überboten. Paris. Ent früherer französischer Offizier, der im Dienste deö Großfürsten Nicolaus in Petersburg steht, wollte einem hiesigen Israeliten, der einen selten schönen Hund besitzt, denselben für deit Großfürsten, der ein großer Hundeliebhaber ist, abkaufen. N'achdem man handelseins geworden, stellte der Israelit folgende Bcdmgung: ״Nur wenn mein Hund wie ein Hund und nicht wie ein Jude behandelt wird, verkaufe ich ihn nach Rußland." — ״Sie haben Neckst mein Herr", sagte der Officier, ״die Hunde erfreuen sich, bei uns einer besseren Behandlung als die Juden." Papis. Am 12. April ist hier der berühmte Gelehrte und Religionsphilosoph Dr. Adolphe Frank im 84. Lebensjahre gestorben. Litterarisches. Freiheit, Liebe, Menschlichkeit. Professor Mommsen hat jüngst, um ein Mittel zur Bekämpfung deö Antisemitismus befragt, einen Protest, der von allen irgendwie bedeuteirden Männern Europas uitterschrieben wäre, als äußerst wirksam anerkannt. Ein gleicher Zweck wird verfolgt und hoffentlich auch erfüllt werden durch das unter obigem Titel im Berlage von I. van Groningen & Co. in Berlin erschienene Prachtwerk, das ein ״Manifest des Geistes von Hervorragenderl Zeitgenossen" bilden und deren Stellung- Kahme gegen den Antisemitismus kennzeichnen soll. Der Geist der Humanität, der Wahrheit und des Rechtes leuchtet uns entgegen, aus den Aussprüchen der vielen Koryphäen der Wissenschaft, Kunst und Politik, die sich vereinigt haben zum Kampfe gegen die modernste Krankheit des 19. Jahrhundertes. Es war ein gelungener Einfall der Verleger, einen großen Theil der Beiträge in autographischer Form wiederzugeben, da hiedurch der Leser der betreffenden Persönlichkeit näher gerückt wird. Das Werk, welches sich in seiner Pracht- und kunstvollen Ausführung als eine Zierde eines jeden Familientisches präsenlirt, verdient die vollste Unterstützung der weitesten Kreise und sollte namentlich in keiner jüdischen Familie fehlen. Graetz, Geschichte der Juden. Es hieße Eulen nach Athen tragen, wollten wir heute noch viel Worte verlieren über dieses hervorragendste jüdische Geschichtswerk, das schon bei seinem erstmaligen Erscheinen durch die lebenswarme und wahrheitsgetreue Schilderung der Geschichte des israelitischen Volkes bis auf die Gegenwart den Weltruf des Verfassers begründet hat und in seiner Art einzig und unübertroffen dasteht. Um nun die Erwerbung desselben alle!: Geschichtsfreunden, israel. Gelehrten, Lehrern und Familien leichter zu machen, veranstaltet die Verlagsfirma Oscar Heiner in Leipzig eine neue Lieferungsausgabe in ca. 100 wöchenllichcn Heften ü 80 Pfg., von denen uns die erste Leerung bereits voiliegt. Sie beginnt mit dem IV. Banse, Geschichte der Juden vom Untergange des jüdischcn Staates bis zum Abschluss deö Talmud und enthält als werthvolle Beigabe das Bildnis und eine ausgezeichnete Biographie des im Jahre 1891 verstorbenen Gelehrten. Indem wir die Leser unseres Blattes auf dieses Unternehmen aufmerksam machen, betonen wir noch, dass die Verlagssirma die I. Lieferung bereitwilligst zur Ansicht zusendet. Wer nur einigermaßen Sinn für jüdische Geschichte hat, möge es nicht versäumen, sich dieses epochale Werk auf leichte und billige Weise zu eigen zu machen. Llorig-dl, Religiöse Lehrvorträge (Schiurim) für die Sabbathe und Festtage des Jahres, von Dr. I. Gold! ch m i d t, Rabbiner in Offenbach a. M. fV^lag von I. Kauffmann. Frankfurt a. Nt.) — Die Erkenntnis, dass der ״Dubnoer Maggid" alle Eigenschaften eines ״guten Schinr" in sich vereinigt, hat Herrn Dr. Goldschmidt zu einer zeitgemäßen Bearbeitung und Uebelsetzung desselben veranlasst und die Proben, die in der Wochenschrift ״Morijah" bisher erschienen find, haben vielen Beifall gefunden. Das Werk soll einen JahreS-Zyklus von 4 Heften umfassen, von denen das 1. Heft bereits zur Subscriplion vorliegt. Bei dem mäßigen Preise von 1 Mark 20 Pfg. pro Heft wird dasselbe hoffentlich zahlreiche Abnehmer finden. Uibas S;1ul, Das vor Kurzem unter diesem Titel erschienene Werk enthält in drei Theilen eine Abhandlung über Palästina aus alter und neuer Zeit nebst einer instructiven Tabelle fäurmtlicher Herrscher und Könige von Moses bis heute und die Reisebeschreibung von Europa nach Palästina. Die interessante Arbeit, von hervor-, ragenden jüdischen Gelehrten freundlich begutachtet, ist vom Verfasser, dem bekannten Litteoaten S. Hornstein, Wien, II. Trauenfelsgaffe 4 zu beziehen^ Erwähnt sei noch bei diesem Anlasse das im Jahre 1889 von demselben Autor herausgegebene ״Panorama von Palästina". Haiiinuzeuct!. Wir haben bereits in einer der jüngsten Nummern auf dieses, das gesammmte Chasonus umfassende Synagogengesangswerk des Collegen M. W o d a k in Wien hingewiesen. Um das Erscheinen desselben zu ermöglichen, haben bereits sämmtliche Cantoren Wiens, wie auch einige aus der Provinz das Werk subscribirt und wir erachten es als eine Ehrensache der Collegen, den Autor in seinen Bestrebungen wirksam zu unterstützen. Subscriptionen pro Heft fl. 1 nimmt Herr M. Wodak, Wien. II. Jägerstraße 12, wie auch Herr Cantor M. Blatt, II. Tempelgasse 3 entgegen. K. L. HOF-ATELIER STOCKHAHN WIEN u. PRATERSTRASSE 10. k Synagogen-Ornate r inen ’S verfertigt | billigst und geschmackvoll ausschliesslich 5| Hl■ G0ldher>g, Schneidermeister ב! Wien, I., Flcischmarkt Nr. 9.