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Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung · 1893-04-15 · Heft 11 (15.4.1893) · p. Seite 7

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Journal
Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung
Volume
13 (1893)
Issue
Heft 11 (15.4.1893)
Date
1893-04-15
Page
Seite 7 (sequence 7)
Language
German
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Nr. rr. empfohlen worden sei. Edelsheim berief ben Obersten des betreffenden Hußarcn-NegimentS telegrafisch nach Budapest und befragte denselben nach der Ursache dieser Zurücksetzung, ob gegen den Freiwilligen denn etwas vorliege? Der Oberst erwiderte, der einzige Grund sei der, dass der Einjährig-Freiwillige von T. Jude sei und in der Officiersversammlung Stimmen laut wurden, welche meinten, dass ein Jude nicht Hußarenofsieier sein ■ könne. Baron Edelsheim wurde ob dieser Antwort in einen förmlichen Wuthanfall versetzt und rief: ״Cs gibt keine jüdischen und keine christlichen Offieiere, es gibt nur kaiserliche Officiere. Im kaiserlichen Heere gibt es keine Confelsionen, keine Nationalitäten; wenn der Soldat nur dasjenige ist, wie man ihn perkehrt liest, nämlich tad.los, dann fragt man nicht mehr nach seiner Nationalität und nicht nach seinem Glauben. Das ist seit dem 30jäbrigen Kriege Tradition." Visr Tage später langte die Nachricht ein, dass das Offieierseorps . des betreffenden Hußaren-Regiments neuerdings abgelebnt habe, den Eiujährigen-Wachtmeister von T. als Kameraden in seine Reihe aufzunehmen. Noch am selben Tag fuhr Edelsheim nach Wien, begab sich sofort zum Kriegsminister Baron Koller und die Folge dieser Audienz war, dass der Oberst jenes Hußaren- Regiments pensionirt, die zwei rangsällesten Ossieiere in andere Regimenter versetzt wurden. Als der neue Regimentscommandant seinen Posten antrat, gab es keine Stimme mehr in der Ossieiers- Versammlung, die sich gegen die Beförderung zum Lieutenant aussprach. Von T. wurde als Lieutenant in ein anderes Regiment versetzt. Budapest, 10. April. Obereantor Adolf Lazarus, welcher bisher provisorisch angestellt gewesen, wurde in der gestern stattgehabten Generalversammlung der Pester israelitischen Religionsgemeinde in Anbetracht seiner bisherigen, heckst zufriedenstellenden Amtswirksamkeit noch vor Ablauf seines Provisoriums zum Obereantor am großen Tempel in der Tabakgasse definitiv ernannt. Graz. Unsere Gemeinde hat am Nüsttage des Festes einen schweren Verlust erlitten durch den Tod des Herrn Benediet Biller, des langjährigen Vorstandsmitgliedes und Begründers und!, Leiters der hiesigen Chewra Kadiscka. Welche Achtung und welches ׳ Ansehen der Heimgega.ige sich erworben, zeigte das imposante Leichenbegängnis, an welchem auch zahlreiche christliche Honorationen, . sowie die Arbeiter und Arbeiterinnen der Firma neben den Vorstebern der Eultusgemeinde und der Chewra Kadischa, der Nepräsentanz der Judenschast, 1 heilgenommen. Herr Rabbiner Dr. Mühsam widmete dem Heimgegangenen einen ehrenden tiefdurchdachten Nachruf. Am offenen Grabe richtete an den Verblichenen der Vorsteher der Chewra Kadischa, Herr Bernhard Grünhut, Worte herzlichen Abschiedes, welche einen . tiefen Eindruck zurückließen. Mit dem Verstorbenen verliert unsere Gemeinde eine mächtige Stütze, eine opferwillige Tbatkraft, eine Autorität, deren Einfluß es stets gelang, alle Disharmonien auszugleichen. Temesvar. Das Leichenbegängnis des Herrn Ignaz S. von E i s e n st a d t e r hat gestern unter großartigen Trauerkundgebungen stattgefunden. Die Handels- und Gewerbekammer, die'Lloydgeselljchaft, die israelitische Neligionsgemeinde und die Gemeinden des XII!. israelitischen Gemeindedistrikts, welche sämmtlich ihren Präsidenten in Eisenstädter verloren haben, waren korporativ, die Stadtrepräsentanz, die Banken und Gesellschaften, die Wohlthätigkeitsvereine, denen der Verewigte angehörte, zumeist! ebenfalls vollzählig oder doch durch größere Deputationen vertreten. Unter den Hunderten hervorragenden Persönlichkeiten sind insbesondere zu nennen: Korpskommandant FZM. Freiherr v. Waldstätten, Obergespan Dri Victor v. Molnar, Präsident der königl. Tafel Dr. v. Päiss, Brigadier GM. v. Mussil, Vicegespän Achill v. Deschan, Gerichtspräsident Stefan v. Maly, Bürgermeister kön. Rath Dr. Karl Telbiß, dessen Stellvertreter Ladislaus Nagy, Obernotär Josef Geml, Dr. ׳Alexander v. Ullmann'aus Budapest, Dr. Jzso v. Rosa aus SzegedinRi. A. Die!!!! Trauerrede im Sterbehanse hielt der Araber Oberrabbiner Dr. > j!•.! Alexander Nosenberg, sodann bewegte sich der imposante Zug! inmitten eines Spaliers von vielen Tausenden in die. Synagoge, ■ ij woselbst der Szegediner Oberrabbiner Dr. Immanuel Löw vor!!! dem Altar dem Verstorbenen einen Nachruf widmete und ihn als l! einen Wann pries, der die Äugenden Abraham's, Jakob's, Mosis' s | und Samuel's des Richters in sich vereinigte. Am Gottesacker,! Ü Seite T: wohin die riesige Menschenmenge dem Sarge gefolgt war, sprach noch Oberrabbiner Dr. Szidon aus Werschetz, Rabbinatsverweser Moriz Weil aus Temesvar «der hiesige Oberrabbiner Dr. Moriz Löwy ist krank), Albert Strasser für die Handelskammer. Adolf Schässer, der Oberbuchhalter des Hauses, für das Personal und Advokcck Dr. Ignaz Barta namens der Gemeinde-Repräsentanz. Die Trauergesänge erecutirte Oberkantor Löwenherz mit großem׳ Chor. Im Trauerhause hatte auch der Philharmonische Verein einen Choral gesungen. Nachdem die Familie Kranzspenden abgelelmt hatte, wird aus den erübrigten Summen eine Eisenstädter Stiftung gegründet werden. Temesvar. Die heurige Opernsaifon war eine der glänzendsten, die Temesvar je gehabt hat. In einer Revue über die Leistungen der einzelnen Kunstkräfte schreibt die ״Temesvarer Zeitung": ״Der Baritonist Szengery könnte der männliche Star des Opernensembles genannt werden. Er überragte nicht mir vermöge seiner imponirenden Stinimittel, sondern auch durch die Schulung, daS Feuer und die Sicherheit seines Vortrages, wie nickt minder durch sein abgerundetes, ausdrucksvolles Spiel beiweitem die meisten Mitglieder des Ensembles. — Sein Luna, Germont, Don Juan und hauptsächlich Nigoletto waren glänzende Leistungen." Tyrrrau Am 26־. v. M. wurde der neuerbaute Tempel unter Theilnahme der Behörden und Honoralionen, ohne Unter׳ schied der Consession, feierlichst eingeweiht. Man erblickte unter den Fcstgästen das hiesige Mililär-Platzcommando unter Führting des Oberst v. T i lern ann , Herrn Bürgermeister N e k a n o v i ch mit den Mitgliedern des Magistrates, eine Deputation der evangelischen Gemeinde, den Abgeot dneten von Tyrilatl Herrn Pantosek, den königl. Notar Thinagel, mehrere Repräsentanten der Stadt Tyrnau, Deputationen der Nachbargememdeu 7c. Die Feier wurde mit Absingung des Psalm 24 (sen scheorim) eröffnet, worauf unser allgemein verehrter Präses, Herr Hermann Messing er, der sich um die Erbauung große Verdienste erworben hat, die Gäste begrüßte und dem Bürger meister die Schlüssel zur Erössiiung des Gotteshauses überreichte. Bevor der Bürgermeister zu diesem Acr schritt, hielt er eine Ansprache, iu welcher er zur Betbätigung des Grundsatzes ״Liebe Deinen Nächsten wie Dick selbst" ausforderte. Als Rabbiinr fungirten Sr. Ehrwürden Herr Dr. S i d o n aus Werschetz und Sr. Ehrwürden Dr. Diamant aus Trencsin, von denen Ersterer in deutscher, Letzterer in ungarischer Sprache schwungvolle Weibreden hielten. Die gesanglich-liturgische Function versah mit gewohnter Präcision unser beliebter Obercantor I. Zlosensko. HnbliKaiioireir öes österr>mrgar. Ganborett-HereilreB. ״Das Vereinsmitglied, Eantor J. S ingec in Neubidschov, ist berufSunfähig geworden, und es werden^,: demgemäß die verehrten' Mitglieder im Sinne der Statuten ausgefordert, den Pflichtbeitrag per 1 fl. ö. W. ebemöglichst an den Vereinscassier, Herrn Eantor Moriz Blatt, II., Tempelgasie 3 eiuzuseudcn. Wien, am 10. April 1803. Der Vorstand des österreich.-ungar. Cantoren-Vereines. HOMmiER STÖGKIANN \V I i•: N II. PRATERSTRASSE 10. Gesterreichisch-unaarischetLantoren-Aeitung.

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