Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung
- Journal
- Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung
- Volume
- 13 (1893)
- Issue
- Heft 11 (15.4.1893)
- Date
- 1893-04-15
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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Oesterreichisch-ungariscHe Cantoren - Zeituni. :{ 1? ni 1111 meratw 1 u1- ׳? reis. Jviiv(? mitorcu ».(?ultuSbeamte in Ceftfrrcirt»־l!11nnnt J ׳lüaii iüljrin . . . . . fl 4.— >! HalbjäliriA . . . . st. 2.— 06n^r3.1-01-§s.n für dir Interessen der Cnnturen und Enltnslieaniten. Pedaction Administration Wien!l. Novnragsffe Nr. 27. j Riir« itntomi 11.(? ul tu£benn1tr im ZiuSInud <Jirt11,־,jfiI)ri11.« Marl aMft V Rubel, Jfur P»N>atL»1nd Institute (üiiir.iiihria fl. t; — W Erscheint jeden ז e!ן a t r 11 T n g. Begründer: Obercantor laeok kausr. Wie». 15. April 18S3. Inserate iverüe» billigst berechne'. Ma1.:׳icripte werden nicht retournirt. Ävouuemeutipu. IusertivnSbetrüge sind in Wien!ukldar. 13. Jahrgang. Wien» 14. April. Wenn es für unsere Bernfsgenossen in Oesterreich-Ungarn noch eines besonderen Beweises bedurft batte, um die Nothwendigkeit unserer eollegialen Bereinigung darznthnn und ihnen die Förderung derselben sowie das einmütige Zusammenstehen Aller im Interesse der Gesammtheit und deS Einzelnen an's Herz zu legen, so ist dieser Beweis durch den in letzter Nummer der Cantorenzeitung an leitender StelK^rrMMNl'Fall in recht trauriger Weise geliefert.׳ worden. Ein hochbetagter College ist durch Alter und Krankheit außer Stande gesetzt, seinem Berufe ferner zu obliegen, und ohne Anspruch, auf eine Pension von Seite jener Gemeinde, welcher er in den letzten zwei Decennien treue Dienste geleistet hat, steht er am Abende seines Lebens hilflos und verlassen da. Seine ganze Hoffnung ist auf den österreichisch-ungar. Cantoren-Verein gerichtet, der sich gewiss auch diesmal als Retter in der Not erweisen wird. Allein auch die Hilfeleistung des Vereines ist unzureichend, um dem Berufsunfähigen eine sorgenfreie Zukunft zu bereiten, denn zu gering sind seine Mittel und auch zu gering die Zahl der Berufsgenossen, die unter seiner Fahne zu collegialem Wirken sich vereinigt haben. Es ist eine für das gesammte Eantorenthum beschämende Thatsache, dass von den vielen Hunderten nur ein winzig kleiner Bruchtheil dem Eantorenvereine angehört und in der großen Mehrzahl der Sinn für die gemeinsamen Standesinteressen noch nicht erwacht ist. Muß denn nicht bei den traurigen Zuständen, wie sie so oft in diesen Blättern geschildert wurden, die größte Unruhe sich eines jeden Einzelnen unter uns bemächtigen, wenn er .bedenkt, dass auch er ja nur ein Mensch, dem menschlichen Schicksale unterworfen sei. Müssen sich ihm nicht täglich und stündlich die bangen Fragen aufdrängen: Wer wird mir im Alter Schutz und Stütze sein, und was soll mit meiner Gattin, was mit meinen geliebten Kindern geschehen, wenn einst meine Stunde, schlägt und sie ihres Ernährers beraubt sind? Sollen sie aus die Wolthätigkeit Einzelner angewiesen sein? Ist dies doch eine Quelle, die leicht versiegt, versiegen muß und gerade dort versiegt, wo die Not am größten ist. Und Verzweiflung muß eines jeden Familienvaters Her; dabei ergreifen, ihm jede Freude an seinem Wirken vergällen und alle seine Kräfte in diesem vergeblichen Kampfe ausreiben. Schon oft haben wir die Frage aufgeworfen, ob irgend ein Mittel gegeben sei, um diesem furchtbaren Nebelstande abzuhelfen und auf's Wirksamste zu steuern, und immer wieder antworten wir darauf wie jener strenge,.Römer mit seinem ^cetermn cen>eo״: Ja, es gibt ein solches Mittel. Aber nur ein Mit;el, und dieses ist der enge Anschluß sämmtlicher Cantoren Oesterreich-Ungarns an unsere collegiale Vereinigung und in weiterer Folge die Gründung einer Pension«- und Witwencasse innerhalb desselben. Eine solche Institution würde einem jeden die Sicherheit gewähren, dass die Cristen; seiner Familie nicht von dem bloßen Zufalle abhänge, es würde dadurch das bittere Gefühl erspart werden, das Jedermann beschleicht, wenn er ans die Wolthaten Einzelner angewiesen ist; denn ein Verein gewährt die Unterstützungen nicht als eine .Wolthat, sie sind nur das Aeqnivalent für die Leistungen eines jeden einzelnen Mitgliedes. Darum ist es auch Plicht eines jeden unserer College», für das Wachsen und Gedeihen des Cantorenvereines mit aller Kraft einzntreten; eine heilige Pflicht gegen sich selbst, gegen feine Familie. Niemand darf sich von solchen Bestrebungen ausschließen, ׳Niemand darf, auf seine gute Stellung pochend, dem Vereine fern bleiben; der Gedanke, dass kein Mensch weiß, was der kommende Tag in seinem Schooße birgt, muß Jedermann für unser erhabenes Ziel erwärmen. Keiner dünke sich zu hoch, Keiner zu gering, für den Verein zu wirken. Jedoch möge Niemand glauben, dass er dieser seiner Pflicht entsprochen, wenn er seinen Beitrag regelmäßig entrichtet hat, dies wäre ein sehr gefährlicher Jrrtbum. Wenn der Cantorenverein. ein wirklich segenS- und erfolgreiches Wirken entwickeln, wenn er in der Zeit der Not den Mitgliedern, refpeetive deren Familien eine ausgiebige Hilfe angedeihen lassen soll, dann ist dies nur bei Vorhandensein genügender Mittel möglich. Aber eben darum muß jeder College es als seine heiligste Aufgabe be Anlässlich de» neue« Huartals ersuchen vir um umgehende Einsendung des