Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung
- Journal
- Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung
- Volume
- 13 (1893)
- Issue
- Heft 9 (21.3.1893)
- Date
- 1893-03-21
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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Oesferreichisch-ungariscfie Prämunerakions-Preis. MrHkantorenn.CnltnSbeamte in Oesterreich-Nngarn Ganzjährig . . . . . fl- 4.— Halbjährig . . ... fl . 2.— KürKantoren n.CultnSbeanlte im Slnöland Ganzjährig.8 Mark ober -t Nnbel. tviir Private »nd Institute Gainjährig . . -. . . fl. 6 Central-Organ für die Interessen der Ccmtoren und Cnltnsbenmten. Erscheint jeden zehnten Tag. --,«=»0>=־^-- Zeitnng Begründer: Oberccmtor Isevb 8su6p. Kedaclion n und!! Administration j! Wien! Ii. NovarnflnffeNr.27. j Inserate werden lülligsl berechnet. I Man:׳jcripte werden nicht;! rctonrnirt. II Nbonncmentou. ^nsertions- :! betrage sind in Wien zahlbar. Me«. 21. Mär; 1893. 13. Jahrgang. MränumümtionsMintaöung. Indern wir aus Anlass des mit nächster Nummer beginnenden II. Quartals die geehrten Herren Abonnenten zur Erneuerung des Abonnements aus die ׳״Kestermchisch-iiugarische Hantoreü-Keiimig" ergebenst einladen, ersuchen wir um pünktliche Einsendung des Pränumerations-Betrages. Administration• der Österreich.-ungar. Lantoren-Zeitung. Wie«. 20. Mar;. Mehr als ein Decenmum ist verstrichen seit jenem in der Geschichte des Cantorenthums denkwürdigen Tage, an welchem sich eine imposante Collegenschaar aus allen Gauen unseres großen Naterlandes zum ersten Male in der alten Kaiserstadt zusammenfand, um mit jugendfrischer Begeisterung und vereinten Kräften an die Gründung des österreichisch-ungarischen Cantoren-Bereines zu schreiten. Jedermann, der an den damaligen Berathungen theilnahm, musste sich die Ueberzeugung aufdrängen, dass das Cantorenthum am Beginne einer neuen Aera stand, dass es einer schöneren, glückverheißenden Zukunft entgegengieng, die jedoch nur durch einmüth'ges Zusammenstehen Aller, durch unermüdliche Thätigkeit jedes Einzelnen herbeigeführt werden kann. Mit Feuereifer wurde nun an die Berathung der Statuten gegangen, Jeder versprach auch in der Zukunft all' seine Kräfte für den Verein einzusetzen, und mit dem frohen Zurufe: ״Auf Wiedersehen in drei Jahren" gieng die Versammlung hoffnungsfreudig auseinander. Ein Decenmum ist nun seitdem verflossen, dreimal war der Cantörentag einberufen, aber die anfangs hell aufleuchtende Flamme der Begeisterung für die gemeinsame Sache ist zu einem matten Lichtscheine zusammengeschrumpft und die früher rege Theilnähme nach und nach in allgemeine Apathie übergegangen. Was ist die Ursache dieser Wandlung? Trotz der offenbaren Thaffache, dass der österr.-ungarische Cantoren-Verein seit seinem Bestände unzähligen unglücklichen Berufsgenossen Heil und Rettung gebracht und die kummervollen Thränen mancher Witwen und Waisen getrocknet hat, trotz der unleugbaren Verdienste, die er sich durch sein erfolgreiches Einschreiten bei der hohen Regierung und den löblichen Cultusgemeinden um die Förderung der socialen Interessen des Eantorenstandes, na׳ mentlich in Oesterreich, eurer den hat, wären wir fast zu dem Glauben verleitet, dass ein innerer organischer Fehler, der noch aus der Zeit seiner schweren Kinderkrankheiten und stürmischen Jugendtage zurückgeblieben ist, an seinem Marke heimlich zehre und jedes Gedeihen unmöglich mache. Allein ein Blick nach Außen muß uns eines Anderen belehren. ' Fast zur selben Zeit, etwas früher in Berlin, später in Budopest, ist dort die ״Hilfskasse", hier der ״ungarische Eultusbeamten Verein" mifast gleicher Tenden; gegründet worden, und beide Vereine befinden sich gegen!värtig in einem noch viel ärgeren Zu׳ stände,?licht nur keine ^er» ckritt sondern eher ein Rückgang ist überall zu verzeichnen. Woran liegt hier die Schuld? Soll auch da der innere Organismus oder die mangelhafte Leitung der Ent- Wicklung hinderlich gewesen sein? Gewiss nicht.' Gerade die Gleichartigkeit der Erscheinungen weist aus einen viel tiefer liegenden, allgemeinen Uebelstand, der der Gesammlheit des Eantorenstandes anhaftet. Jeder Verein gleicht einem .;arten Bäumchen, das trotz der sorgsamsten Pflege des Gärtners niemals zur Blüthe kommen und niemals Früchte tragen kann, wenn der Boden, in dem es wurzelt, steinig und unfruchtbar ist. Und wie dieses an der Sterilität des Bodens, so muß jener an der Teilnahmslosigkeit der Mitglieder zu Grunde gehen. Wer der Ansicht ist, dass er mit der Einzahlung des Jahresbeitrages genug gethan hat, steht auf einem sehr falschen Standpunkte, das allgenreine Interesse erheischt es vielmehr, dass jedes Mitglied mit Leib und Seele für seinen Verein eintrete und ihn aus jede mögliche Meise durch Wort und That zu fördern suche. Was aber bisher aus dem Gebiete unserer collegialen Vereinigungen geschehen ist, ist einzig und allein nur der Mühewaltung der leitenden Personen und der Initiative der Fachblätter zu verdanken, die Gesammtheit des Cantorenthums hat an ihren Bestrebungen keinen Antheil genommen. Wie könnte nun dieser prekäre Zustand gebessert, auf welche Weise der Sinn für die Gemeinsamkeit gehoben werden? Hier gibt es mir ein einziges, unfehlbares Mittel, und das ist: die