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Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung · 1893-01-21 · Heft 3 (21.1.1893) · p. Seite 7

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Journal
Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung
Volume
13 (1893)
Issue
Heft 3 (21.1.1893)
Date
1893-01-21
Page
Seite 7 (sequence 7)
Language
German
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9k 3 durch Vermittelung der offiziösen ״Norddd. Allg. Ztg.", zur Kenntnis des Monarchen zu bringen unternommen, indem er an das Regierungsorgan folgendes Schreiben gerichtet hat: ״Vielfache an uns in nachbezeichneter Angelegenheit ergangene Anfragen veranlassen uns zu folgender Erklärung: Die Absicht des unterzeichneten Verstandes, mit einer Adresse sich an Se. Majestät zu wenden, ist durch eine Indiskretion in die Oeffentlichkeit gedrungen. Obgleich der Wortlaut der Adresse endgiltig noch nicht festgestellt war, , (der Adresse nämlich, die aus zwei vorhandenen hätte ausgewählt werden müssen) ist der vermuthete Inhalt derselben fast von der gesammten Berliner Tagespresse besprochen worden. Im Gefühle der Ehrfurcht vor der allerhöchsten Person haben wir unter diesen Umständen beschlossen, von der Einreichung einer Adresse Abstand zu nehmen und über den Inhalt des Entwurfes keinerlei Mittheilungen zu veröffentlichen." Breslau. Der im Sommer v. I. zum Nachfolger des verstorbenen Obercantors Deutsch gewählte Eantor Cerini ist vom Minister nicht bestätigt worden: wie verlautet, wird sich derselbe wieder der Bühne zuwenden. Magdeburg. Von der hiesigen königl. Commandatur ist dieser Tage an das Rabbinat folgende Zuschrift gelangt: ״Magdebürg, den 5. Januar 1893. An den Rabbiner Herrn Dr. Moritz Rahmer, Hochwürden Hier? Für die Bearbeitung einer neuen Garnison-Dienst-Vorschrift für Magdeburg, ist es der Commandatur erwünscht, ein Verzeichnis derjenigen Feiertage zu besitzen, an denen auf eine möglichste Befreiung der Soldaten jüdischer Religion vom Dienst hinzuwirken sein wird. Euer Hochwürden ersucht daher die Commandatur ergebenst um eine gefällige Mittheilung dieser Feiertage unter Angabe der betreffenden Daten. von Jaques." London. Eine im ״Jewish Chronicle" veröffentlichte Nebersetzung officieller rumänischer Documente läßt nur wenig Zweifel darüber, dass die rumänische Regierung in einer strengen und gewaltthäthigen Maßregeung der Juden nicht hinter ihrem nördlichen Nachbar Zurückbleiben will. Die Hauptsächlichsten dieser Decrete beziehen sich zunächst auf Glaubensgenossen im Jassyer District und gipfeln in den herzlosesten Ausweisungsbefehlen. Der Präfect der Provinz erlässt einen Befehl an den Unterpräfecten, dieser einen solchen an den Bürgerrmeister, und letzterer hat nun die Pflicht, die Betrosfenen, die er nicht nur als unbescholten kennt, sondern die oft schon 20 Jahre in seiner Stadt wohnen, zu benachrichtigen, dass sie binnen kü^erer oder längerer Frist sich eine neue Heimat suchen .müssen. Wohin dieser Zustand führen wird, ist vorerst nicht abzusehen; jedenfalls hat man leider keinen Anlass, auf eine baldige Aenderung zu hoffen, da die Art und Weise, wie diese Unglücklichen oft ganz unerwartet binnen 24 Stunden Haus und Hof verlassen müssen, das Schlimmste befürchten lässt. Warschau. Hiesige Zeitungen berichten, dass vom Beginn des nächsten Unterrichts-Semesters wesentliche und tiefeinschneidende Aenderungen in Betreff der Besoldung der israelitischen Religionslehrer an Gymnasien und Prvgymnasien für beide Geschlechter im ganzen Warschauer Lehrbezirk eintreten werden. Anstatt, dass diese Lehrer wie bisher ihr Gehalt aus der Staatskasse erhielten, sollen sie fortan ihr Honorar ausschließlich yon den jüdischen Schülern und Schülerinnen selbst empfangen, und wer nicht bezahlen kann, darf eben keinen Religions-Unterricht genießen! Salonichi. Ein interconfessionelles, aus Israeliten, Mohamedanern, Griechen und Katholiken zusammengesetztes Comits hat im Bentschmargarten hier ein Fest zu Gunsten der so viel nach unserer Stadt verschlagenen jüdischen Emigranten aus Russland veranstaltet, dem in Anbetracht des humanen Zweckes des Festes die ganze vornehme Gesellschaft Salonichis anwohnte. Unter den Gästen befand sich auch unser General-Gouverneur Zihni Pascha, dann mehrere Beamte der hiesigen Credit-Jnstitute, einige Mitglieder des Consular-Corps u. s. w. Das Reinerträgnis des Festes belief sich auf ca. 25.000 Francs. Das Comite wird vor Allem jenen russischen Emigranten, die sich in der Türkei niederlassen wollen, seine Unterstützung zuwenden. Seite 7. Littrrarisches. Es ist nicht erforderlich, dass ein Cantor gerade Sulzer, Le׳ wandowski, Naumbourg, Deutsch :c. heißt, um einer Erwähnung werth zu sein: auch bescheidenere Männer unseres Standes verdienen Beachtung, denn gerade diese sind oft genug Förderer des regen svna gogalen Sanges. Zu diesen Männern gehört auch der Obercantor und Regenschori Ehrlich in O P P e l n. Als Frucht seiner Thätig keit sind verschiedene der Praxis entsprungene Synagogengesänge, Recitative und Chöre vorhanden. So liegt mir ein Opus ״Tephilas tal wogeschem" vor. Diese wirklich schöne, kräftige, musikalische Bearbeitung, ganz dem traditionellen Charakter entsprechend, wechselt zwischen Cantor und 4stimmigen Chor ab und ist ein brauchbares, empfehlenswerthes Gesangstück. Besonders größere Chöre werden von der Wirkung überrascht sein und immer wieder zu dieser Composition greifen. College Ehrlich beabsichtigt, Passagesänge erscheinen zu lassen. Obzwar uns jetzt die Zeit zur Herausgabe von Synagogengesängen nicht geeignet erscheint, so ist das Bestreben dennoch lobenswerth und es soll uns freuen, mit der bevorstehenden Sammlung recht bald Bekanntschaft zu machen. M. T. Allegorie Bis nun hat für das jüdische Puplikum kein auf dessen geschichtliche Entwicklung bezughabendes Bild eristirt, da hat sich der geniale Maler Gerolamo Navarra, Professor an der Akademie zu Triest, die Aufgabe gestellt, ein den Uebergang des Judentbums vom Mittelalter in die Neuzeit darstellendes Bild anzufertigen. Er malte die ״Allegorie", ein Kunstwerk ersten Ranges, welches seinerzeit in Wien ausgestellt war und allgemeinen Beifall errungen hat. Ueber vielseitige Aufforderung von Seite maßgebender Glaubensgenossen hat sich das litterarisch-artistische Bureau in Wien, 9. Bez., Grünethorgasse 9, bestimmen lassen, das Vervielfältigungsrecht vom obbenannten Meister zu erwerben. Das Bureau hat die Reproduction dieses Bildes in einer der ersten Kunstanstalten Europas anfertigen lassen und keine wie immer gearteten Kosten gescheut, das Bild schön und kunstreich auszuführen. Die Reproduction ist sehr gelungen, das Bild übertrifft an Sinn, Schönheit der Ausführung und Farben- Pracht alle derartigen Bilder und ist angethan, als Ueberlieferung von Eltern an Kinder zu dienen. Die meisten Glaubensgenossen interessiren sich dafür uud gönnen demselben den Ehrenplatz im Hause. Besonders emfpehlenswerth ist es für die Kanzleien und Sitzungssäle der löblichen Cultusgemeinden, der israelitischen Schulen, Privat- Häuser rc. (Wir glauben unseren Herren Collegen den Verkauf dieses Bildes als beträchtlichen Nebenverdienst bestens anempfehlen zu können Beschreibung und Musterabdruck bringen wir beiliegend, jedoch kann man sich keinen Begriff von der Schönheit und Pracht des Bildes machen und darum sei der Ankauf eines Musterbildes wärmstens befürwortet. Bezüglich der Preise und der Provinzversendung wollen sich die Herren Collegen an die Firma selbst wenden. Die 9t.) An die geehrte» Herren Abonnenten. Die Einsendung -er Prännmerationsbeträge für das neue Quartal gieng in so lässiger und unpünktlicher Weise vor sich, dass wir annehmen möchten, die vielen Schneever- Wehungen seien an dem Ausbleiben Ver Geldpostsendnngen Schuld. Aber das können wir Venn doch nicht glauben, nnv darum bitten wir die säumigen Herren Abonnenten umgehend den Abonnementsvetrag einzusenden. Die Mnfikbeilage, deren Fertigstellung auf verschiedene Schwierigkeiten stieß, wird regelmäßig am Ende eines jede» Quartaleerscheinen. Die Redaktion. Oie heutige stummer enthält eine Beilage des litterarischartistischen Bureau’s In Wien, auf welche wir unsere Leser besonders aufmerksam machen. Oesterreichisch-ungarifche «Lantoren-Zestung.

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