Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung
- Journal
- Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung
- Volume
- 12 (1892)
- Issue
- Heft 31 (21.12.1892)
- Date
- 1892-12-21
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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OesterrefcfitSGft־un§ar!$ehe j Prännmeraiions-Prois.! FürCantorc» ,«.Cultudbeamte;!. in Qesterreich-Ungarn Gan.jährig . .. . fl 4.— Halbjährig . . ׳. . . . fl. 2.— FiirCnntoren u.Cnltnsbeamte 5 im 4lnsland Ganzjährig . . v . 8 Mark ober 4 oNii&bl. ר•!;! Private »«^Institute ij öiu־״,iö!hin . ך], fl. 6 — Central-Örgan für die Interessen der Cantoren nnd Cnttusbrümten. I Erscheint jeden!;ehnten Tag. Begründer: Obercalitor taevb ksus!-. Wedaction und Administration Wie» II. Novaragaste Nr. 27. Inserate werben billigst berechnet. Ma1.:׳scripte werden nicht! retournirt.! AvonnementSn. InsertionS- I betrüge sind in Wien zahlbar. Wien, 21. Deremirrr 1892. 12. Jahrgang. Kn die geehrten Herren Abonnenten. . Die heutige N»»mmer ist die letzte des Henrigen JahrgangeS; wir brirrgen unseren geschätzten Abonnenten 5 die rechtzeitige Erneuerung ihres Abonnements in gesällige Erinnerung, indem wir bemerken, dass die zu Anfang des Quartals erscheinende Musikbeiläge nrye jenen Abonnenten zugeschickt wird, welche mindestens den Pr änum er a ti on s b etra g sür das l. Quartal l8M in den nächsten Tagen an uns einsenden. Gleichzeitig ^bitten Wir anlässlich des Jahresfchlnffes um Begleichung dev Muchstände.. Als im Jahre 1881 den Cantoren fast aller Krön!ander durch eine-Ankündigung von Wien aus die frerrhigeUeberraschnngzrr Theil wurde, dass binnen Kurzem ein Fachblatt rmter den! Titel ״Oesterr.-nng. Cantoren-Zcilung" erscheinen werde, da bemächtigte sich eines jeden Fachgenosscn ein Hochgefühl. stolzen Standeöbewusstseinö und überall wurde dieses Unteinchwen mit groster Besriedigung ausgenommen, denn es fehlte in der That ein Bindemittel) das den geistigen Zusammenhang aller, österr.-ungar. Cultusbeamten bewerkstelligen sollte, und in diesem Unternehmen war es gefunden. Wohl beschränkt in der Form aber desto werthvoller an Inhalt, erschien die erste Nummer dieses vietkegrüßten Organes, und gleich die ersten Artikel, ganz im Sinne und in der Tendenz des rein Musikalischen gehalten, waren ein Gegenstück zu dem in Deutschland-erscheinenden ״Jüdischen Cantor",'der znm cantoralen Theil ׳das Pädagogische mit einbezog, und dies hat einen wolthuenden Eindruck hervorgenrfen. Die unermesslichen Vortheile, welche uns nach jeder Beziehung ans diesem Fachjournal erwachsen׳ sollten, man hatte sie wol anfangs geahnt; aber nach und nach hat sich ergeben, dass auch hinsichtlich unseres äußeren Standesansehens das Erscheinen der ״Oesterr.-nng. Cantoren-Zeitung'׳ sehr wohlthätige Folgen hatte, und man kann offen sagenz Mit dem Erscheinen dieses Blattes ist ein Wendepunkt in der Geschichte der Cantoren eingetreten. ׳ Doch wie jedes neue Unternehmen Hindernißen begegnet und von verschiedenen Seiten auch verschiedenenartig beurtheilt wird, so r^är gleich anfangs die ״Oesterr.-üngar. Cantoren-,Zeitung" von Seiten Ar ehrwürdigen Herrren Nabbinen angefeindet worden, weil — nun weil die Cantoren, die abgesehen von der Synagoge sonst nichts von sich hören ließen, mit einemmal ihre geistigen Fesseln sprengten, frei äußerten, was sie bedrückte, und sich gegenseitig collegial die Hand boten zu vereintem Zusammengehen und gemein^ samer Abwehr. Dass da in dem Organe, in welchem man sich der freiesten Diskussion hingeben konnte, manche ^unliebsame Aeußerung mit unterlief, das hat eine vorübergehende Mißstimmung erzeugt, aber die Sachlage hatte sich bald geändert, weil man auch von dieser Seite einsah, dass das Streben der Cantoren ein edles und nur dem Wohle jedes Einzelnen ihrer Brüder gewidmet war. Im Gefolge der ״Cantorenzeitung" hat sich noch eine andere heilsame Institution eingestellt. Der Gedanke, ein gemeinsames Organ zu schassen, hat auch den zweiten gereift, einen Verein ins Leben zu rufen, der der Unterstützung pensionsbercchtigter College«, respective deren Familienangehörigen, gewidmet sein sollte, nnd nicht lange währte es, so konnte sich ein Ausschuss constituiren, der aus hervorragenden Cantoren der Residenz bestand nnd der auch von Anfang an bestrebt war, durch gerechtes Vorgehen dieses jugendliche Unternehmen in die rechte Bahn;u lenken. Aus diesem Anlass waren Sammlungen eingeleitet worden, nnd die größten Financiers haben ansehnliche Beträge gewidmet, damit ein Fond geschaffen sei, der als materielle Grundlage dieses Zukunftsgebäube sichere. — Zahlreich, waren die Anmeldungen, die aus allen Ländern eintrafen, mit vollen Segeln lies das stolze Schiss, genannt ״österr. ung. Cantorenverein" in die weite See aus, ausgerüstet mit einem Rettungsanker, welcher den Untergehenden und Verzweifelnden rasche Hilfe bringen sollte, ausgestattet mit wehendem Maste, der die hoffnungsreichen Worte trug: ״Linderung nnd Trost". Nicht lange sollte diese Fahrt ruhig fortdauern, denn schon hatten Zwistigkeiten das Vereinsunternehmen zu verderben gedroht. Alle,, welche dem Vereine zu dieser Zeit angehörten, und Alle, welche ׳die ״Cantorenzeitung" lasen, werden davon wissen,