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Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung · 1892-12-11 · Heft 30 (11.12.1892) · page 1

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Journal
Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung
Volume
12 (1892)
Issue
Heft 30 (11.12.1892)
Date
1892-12-11
Page
– (sequence 1)
Language
German
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Oesterreiohisoh-ungarisehe Pränumerations-Preis. FiirCantoren u.Cnltusbeamte in Oesterreich-Ungarn Ganzjährig.fl. 4.— Halbjährig.fl. 2.— FiirCantoren n.Cnltnsbeamte im Ausland Ganzjährig ..... 8 Mark oder 4 Nnbel. Für Private nnd Institute Ganzjährig ..... fl. 6.— Central-Organ für die Interessen der Cantoren nnd Cuttusbeamten. Aedaclisn und Administration / Wien! II.NovaraMsseNr.27.! Erscheint seden zehnten Tag. Inserate werde» billigst berechnet. Maunscripte werden nicht retournirt. Begründer: Obercantor Jacob Bauer. Abonnementsu. Jnsertionsbetrage sind in Wien zahlbar. Nr. 30. Wien, 11. Deeewver 1892. 12. Jahrgang. ״ClMmka". Von Emil Borg grün, Hamwvrr. Lei mir gegrüßt, Du Lest der Freude, Ertöne, mächt'ger Weihgesang, Leg' Juda an Dein kostbarstes Geschmeide Und juble froh mit Hellern Eymbelklang! Als einst es hat gewagt der Seidel! Rotte, Israel zu entreißen seiner Lehre, Den Einig-Einzigen verhöhnt mit frechem Lpotte, Entweiht den Tempel, der zu seiner Ehre; Da griffen Priester muthig zu den Waffen, Zu schützen ihrer Brüder höchstes Gut, Dlatt'jahu wollte mit dein Lchwerte Freiheit schaffen Und stürzte auf den Feind mit Todesmuth. U)as war es, däs in jener blut'gen Schlacht, Da hundert kmnpsten gegen Millionen, Den Maccabäerst hat den Lieg verschafft Und sie geschmücket mit des Ruhmes Rronen? —- Der heil'ge Glaube war's, der stark sie hat ge,nacht, Die Gottesfurcht, die ihnen Lieg gebracht, Die Lieb' zmn Vater war's, die ihnen gab den Muth, Die Hoffnung, die erfüllt das Herz mit heißer Gluth. Also geschah's, dass jene fromme Lchaar, Die riesengroß, wenn sie gleich klein erschien, Errungen einen Lieg, so wunderbar, Den Gottesfurcht und Glaube hat verliehn. D'rum, Israel, vertrau' auf Deinen Herrn, Er, der die Acaccabäer stark gemacht, Er ist Dein Hort, Den! Lchirm, Dein Ltern, Der hell erstrahlt in Deiner Leiden Nacht!- Ertöne mächt'ger, schöner Weihgesang, Israel jauchze froh mit Hellem Lymbelklang, Leg' Juda an Dein kostbarstes Geschmeide ~ Erstrahlen soll das Licht der Freiheit und der Freude! Wien, 11. December. Die Eröffnung des Rabbiner- und Lehrerseminars in Wien, für dessen Erhaltung der Präsident der Wiener Cultusgemeinde, Wilhelm Ritter v. Guttmann und die Barone Alb. von Rothschild und Mor. v. Königswarter durch hochherzige Spenden von 200.000, 100.000 und 50.000 Gulden in munificenter Weise vorgesorgt haben, steht demnächst bevor und bereits im Jänner 1893 werden die Lehrkräfte, welche an diese Anstalt berufen wurden, ihre Wirksamkeit beginnen. Zum Seminardireetor ist der bisherige Landesrabbiner von Earlsruhe, Dr. Schwarz, der als solcher auch jüdischer Oberkirchenrath des GroßherzogchumS Baden war, bestellt worden, und in seiner Lehrthätigkeit wird er von den Professoren Rabbiner Fleißig und Lettor Fried mann unterstützt werden. Wenn nun einerseits die glückliche Zusammenstellung des Lehrkörpers und andererseits das warme Interesse der Gründer volle Bürgschaft leisten für die künftige Prosperität des Institutes, so muß dennoch, wenigstens von unserem Standpunkte, bedauert werden, dass auf die Heranbildung von Cantoratscandidaten im Lehrprogramme des Seminars keinerlei Rücksicht genommen wurde. Schon zur Zeit, als das Gesetz zur Regelung der äußeren Rechtsverhältniße der jüdischen Religion in öffentlicher Discussion stand, haben wir aus die Nothwendigkeit der Errichtung einer Cantorenschule im Rahmen des zu gründenden Nabbinerseminarö hingewiesen und auch der österreichisch-ungarische Cantorenverein hat in einem diesbezüglichen Memorandum die Aufmerksamkeit der Negierung und der hauptstädtischen Cultusgemeinden aus diese wichtige Frage gelenkt. Unsere Anschauungen fanden die Zustiminung der Brünner Cultusgemeinde und auch vom Borstande der Wiener Cultusgemeinde kam die Zusicherung, dass derselbe im geeigneten Zeitpunkte die Vorschläge des Cantorenverines in Erwägung ziehen werde. Monate und Jahre schwanden dahin, das Project des Rabbinersemminars nahm immer greifbarere Formen an, von einer Can- Lorenschule ist aber bisher nichts verlautet. Leider hat sich hier

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