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Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung · 1892-12-01 · Heft 29 (1.12.1892) · p. Seite 7

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Journal
Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung
Volume
12 (1892)
Issue
Heft 29 (1.12.1892)
Date
1892-12-01
Page
Seite 7 (sequence 7)
Language
German
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Gesterreichisch-ungarische Lantoron-Zeituntz. Nr. 29 Seite 7. Religion Vorrechte bezüglich der Stellung ihrer Seelsorger, bezüglich der Besorgung staatlicher Funktionen, wie Eheschließung und Matrikelführung, bezüglich des Selbstbesteuerungsrechtes ihrer Gläubigen eingeräumt sind, welche neuentstandenen Religionsgenossenschaften und Seelen nicht zukommen. Die Autonomie und das Besteuerungsrecht sind wichtige Korrelats der recipirten Religionen, die also dem Judenthum gesichert werden sollen, während, wie erwähnt, neue Sekten sich nur durch freiwillige Spenden erhalten und ohne autonome Rechte bestehen werden. Der prinzipielle Unterschied ist ein, so bedeutender, dass alle. einsichtigen Factoren sich der Nothwendigkeit der Reception derJuden nicht verschließen können. Sarvar, 24. November. Heute wurde die irdische Hülle des Rabbiners Philipp Sofer unter Theilnahme einer außerordentich zahlreichen. Trauerversammlung zur ewigen'Ruhe bestattet. Der nunmehr Verewigte,.bei*, älteste Sohn des Pakser Oberrabbiners, stand erst im 38. Lebensjahre; er hinterlässt eine Witwe mit 5 unmündigeil Kindern. Am Sarge des Verblichenen wurden von acht Nabbinen Trauerreden gehalten. Am 3. Derember 1892 begeht Herr Obercantor David Kohn das Fest seiner silbernen Hochzeit und sind aus diesem Anlasse für den Jubilar mannigfache Ovationen vorbereitet. (Dem wackeren Collegen und seiner Gattin entbieten wir die Herzlichsten Glückwünsche. Die. Nedaction.) ’ Dlmirtz. Ein Mitarbeiter des ״Freien Blattes" wurde am 20. November von dem neuerwählten Fürst-Erzbischof von Olmütz, Dt. Theodor Kohn, in Audienz empfangen. Der Mitarbeiter gieng sofort in msäiasrss ein, indem er dem Kirchenfürsten die gegen den Antisemitismus gerichtete Stellung des' ״Freien Plattes" charakterisirte. Er habe das lebhafteste Interesse daran, ans dem Munde des Fürst-Erzbischofs zu erfahren, wie weit der Einfluss dieser traurigen, staatszersetzenden und unchristlichen. Verirrung unserer Tage im Bereiche der Olmützer Erzdiöcese bereits gediehen sei, und wie der Oberhirt dieser Erscheinung wirksam entgegentreten könne- ״Das ist für mich wol schwer zu sagen, carissime", nahm Dr. Kohn das Wort. ״Ich bin doch erst seit wenigen Tagen in meiner jetzigen Stellung, bin noch nicht von Sr. Heiligkeit bestätigt, wie soll ich da zu einer Frage Stellung nehmen, die ich im Bereiche meiner Diöcese zu studiren noch nicht Gelegenheit hatte?" Auf. die Bemerkung des Interviewers, die antisemitische ׳Partei kenne in ihrem Hasse und verhetzenden Treiben keine Grenze bei Personen und Sachen, mitten in dieser Bewegung stünden auch einige Mitglieder des niederen Clerus — wie dies namentlich in Wien der Fall sei — nickte Fürst-Erzbischof Dr. Kohn mit dem Kopfe ultd sagte: ״Wir Alle sind ja Menschen, mein Lieber. Die eine Versicherung können Sie hinnehmen, dass ich nach erfolgtem definitiven Amtsantritte stets trachten werde,, als christlich-katholischer Bischof zu handeln." Ein förmliches Programm könne er noch "Nicht geben. ״Wie Eurer fürstlichen Gnaden bekannt sein dürste/ fuhr der Berichterstatter nun fort, ״scheut die Presse dieser Partei auch nicht vor der Person Eurer״ fürstlichen Gnaden zurück und gefiel sich in den gehässigsten Angriffen." — ״Dem gegenüber habe ich keine Worte, nur künftige Thaten. Thaten beweisen! Nach meinem Wirken wird man mich künftig beurtheilen müsien." Das ״Freie Blatt" bemerkt zu dieser.Unterredung, der neugewählte Kirchensürst scheint sonach seine künftige Stellungnahme zum Antisemitismus noch nicht endgiltig präcisirt zu haben, diesen jedoch zum Gegenstände eines umfassenden Studiums machen zu wollen. Prag. (Ein katholischer Pfarrer, der von einem Rabbiner predigen lernt.) Aus einer Stadt im westlichen Böhmen wird berichtet: Unser Pfarrer Herr Lerch, der wegen seiner Bildung und seiner vielseitigen Kenntniße sowohl auf theologischem Gebiete, als aucy in den profanen Wissenschaften nicht auf der breitgetretenen Mittelstraße stehen geblieben, sondern sich über das gewöhnliche Niveau emporgeschwungen, hat auf die Bemerkung des Schreibers dieses, dass der Herr Pfarrer ein guter Kanzelredner ist und dass dessen Psarrkinder ihn gern hören und erbaut das Gotteshaus verlassen, mir geantwortet: Sie wissen, ich bin 23 Jahre Katechet gewesen, habe stets die Kanzelvorträge des Rabbiners Herrn Dr. Portes besucht imd dieser hat mich gerettet,-von dein habe ich gelernt. Kolomeck. Am 19. November fand hier in der Baron Hirsch'schen Stiftungsschule anlässlich des Namenstages unserer glorreichen und allergnädigsten Kaiserin׳ eine 'Andacht statt, bei welcher über 100 Gymnasialschüler, unter ihnen auch absolvirte Maturanten, deren Director, Herr Skupniewicz und mehrere Gymnasialprosessoren, wie auch viele Privatleute anwesend waren. Bei dieser Gelegenheit hielt der Director der Baron Hirsch'schen Schule, Herr Grünes, welcher auch Religionslehrer des Kolomeaer Gvmnasiums ist, eine schwungvolle polnische Ansprache und der Eantor und Lehrer, Herr Jacob Scheid, zeichnete sich durch seinen gediegenen gesanglichen Vortrag, wie auch durch die von ihm einstudirten Chöre besonders aus. M. K. ÄXUtnoUCV, 14. November. Herr Ferdinand Hevnemann, Schüler der ״Bildungsanstalt für jüdische Lehrer" hiecselbst, ist zum zweiten Eantor der Sunagogengemeinde zu Wiesbaden erwählt woroen. Herr Hevnemann tritt am 1. April k. I. sein Amt an. — Wie wir von unsereni Correspondenten aus Hannover nachträglich erfahren, hat Herrr Geh. Commercienrath Louis E. Meyer, dortselbst, den anlässlich seines 70. Geburtstages der Synagogengemeinde vermachten Pokal ans Veranlassung des Obercantors Linhardt gespendet. Die Nedaction. Paris. 29. November. Das Befinden des Barons Hirsch, der sich kürzlich auf-der Jagd durch einen zufällig losgegangenen Schuss eine Verletzung zuzog, ist zufriedenstellend. Der Baron hütet zwar noch das Bett, doch hat sich kein Fieber eingestellt. HMLaÜonen öes österr.-m!Kar. Aanioren - fsemttes, Verzeichnis »er Mitglieds- und Pflichtbeiträge. (Schluss.) An Mitgliedsbeitrag haben emgesendei: Kraus, Prag 3 fl.; Beinkeles, Tuschkau 3 fl.; Singer, Neubidschos 3 st.; Nosenseld, Pisek 3 fl.: Büßgang, Zwittan 6 fl. 50 kr.; Schlesinger, Wien 1 fl. 50 kr.: Neumann, Hollabrunn 3 fl.; Lederer, Letschen 3 fl.; Bermann, Böm,-Leipa 1 fl. 50 kr.; Saller, Breitenbrunn 1 fl. 50 kr.; Friedländer, S.-Bolbas 3 fl.;■ D. L. Rotter, Wien 3 fl.; Lemberger, Kuttenplan 3 fl.; Schijcha, Wilhelmsburg 3 fl.; Popper, Eger 3 fl.; Lederer, Eger 1 fl. 50 kr.; Rosenberger, Komotau 1 fl. 50 kr.; Hahn, Teschen 2 fl.; Blau, Esseg 3 fl.; Löwy, Neumarkt 1 fl. 50 kr.; Freisinger, Pilsen 3 fl.; Guttmann, Prag 4 fl.; Weiß, Neusohl 3 fl.; Popper, Eger 3 fl.; Lederer, Eger 3 fl.; Rosenberger, Komotau 1 fl. 50 kr.; Saller, Breitenbrunn 1 fl. 50 kr.; Kraus, Veröcze 4 fl.; Blum, Schlan 1 fl. 50 kr.; Grünhut, Gran 3 fl.; Schlesinger, Wien 1 fl. 50 kr.: Rotter, Polna 3 fl.; Büßgang, Zwittau 6 st. 50 kr.; Neumann, St.-Pölten 3 fl.; Kohn, KoberSdors 1 fl. 50 kr.; Hahn, Teschen 1 fl.; Gruschka, Kromau 1 fl. 50; Herz, Prerau 3 si.; Grünberger, Prerau 3 fl.; Haas, L.-Szt>- Miklos 1 fl. 50 kr.; Teltsch, Stockerau 3 fl.; Brunner, Jglau 6 fl.; Schönseld, Tab 1 fl. 50 kr.; Bauer, Wien 2 fl.; Hirsch, Wien 3 fl.; Pekarnik, Wien 4 st. 50 kr.; Schiller, Wien 1 fl.; Weiß, Tobitschau 3 fl.; Butter, ׳Neuötting 4 fl. 50; Grünseld, Wien 2 fl.; Pimsenstein, Prag 6 fl.; Bermann, B.-Leipa 1 fl. 50 kr: Pollak, Vlassim 3 fl.; Hahn, Teschen 1 fl. 50 kr.; Lew», Neumark 1 fl. 50 kr. An Pflichtbeitrag für Körner, Smichow: Jellinek, Mistel׳ bach,; Fleck, Wien; Pollak, Vlassim; A. Rotter, Wien. Diejenigen Vereinsmitglieder, welche mit dem Pflichtbeitrage für die Wittwe Körner in Smichow noch im Rückstände sind, werden dringendst ersucht, denselben umgehend an die Vereinseassa einzusenden. M. Blatt, Cassier. Wir sinwieder gezwungen, diejenigen Herren Nbonnenten, welche noch mit dem Abonnementsbetrage für das laufende Quartal im Rückstände sind, zu ersuchen, denselben am 1. Derember bestimmt einsenden zu wollen

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